Neuer Professor für Experimentelle Methodik der Werkstoffwissenschaft an der Universität des Saarlandes ernannt


Dr. Christian Motz ist neuer Professor für Experimentelle Methodik der Werkstoffwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Der promovierte Materialforscher interessiert sich vor allem für die Nano- und Mikrostrukturen von Werkstoffen und deren mechanischen Eigenschaften. Diese Kenntnisse werden heute in vielen Industriezweigen benötigt, um Werkstoffe zu verbessern und neuartige Materialien zu entwickeln. So geht es in der Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie darum, möglichst leichte Materialien zu verwenden, die zugleich stabil und belastbar sind. Für die Mikroelektronik werden hingegen Werkstoffe benötigt, die leitfähig und extrem fest sind. Diese will Christian Motz in Saarbrücken mit Hilfe von Simulationen und Experimenten genauer erforschen.

Seinen Forschungsschwerpunkt an der Universität des Saarlandes will Christian Motz auf die Mikromechanik legen, um die mechanischen Eigenschaften der kleinsten Bausteinen von Werkstoffen besser zu verstehen. Denn gerade diese kleinen Bausteine, die oft nur den Umfang von einem Tausendstel des menschlichen Haares aufweisen, dominieren die mechanischen Eigenschaften von Werkstoffen. Sie spielen nicht nur für miniaturisierte Bauteile etwa in der Mikroelektronik eine Rolle, sondern auch für große Baukörper wie den Eisenbahnschienen. Um die Strukturen und Eigenschaften von Werkstoffen zu untersuchen, will Christian Motz neue Simulationstechniken entwickeln und auch Experimente im Labor durchführen. Zum einen sollen damit bestehende Werkstoffe verbessert werden und zum Beispiel fester oder leichter formbar werden. Professor Motz will aber auch neuartige Werkstoffe entwickeln, die an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Infineon im österreichischen Villach versucht Motz derzeit, die Zuverlässigkeit von kleinen metallischen Leiterbahnen in Leistungselektronik-Bauteilen zu verbessern. Damit soll auch der Wirkungsgrad dieser Komponenten erhöht werden, um Energie in der Haushaltselektronik zu sparen und die Elektromobilität effizienter zu machen.

Der Österreicher Christian Motz besuchte die Höhere Technische Bundeslehranstalt für Maschinenbau in Zeltweg und studierte dann Werkstoffwissenschaften an der Montanuniversität Leoben, wo er 2002 promovierte. Anschließend forschte Motz am Erich-Schmid-Institut für Materialwissenschaften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wo er seit 2005 die Forschungsgruppe „Miniaturized Experiments & Modeling“ leitete. Von 2006 bis 2008 arbeitete er an der Universität Karlsruhe in der Forschungsgruppe von Professor Peter Gumbsch, finanziert durch das Marie-Curie-Programm der Europäischen Union und einem Erwin-Schrödinger-Stipendium des österreichischen Wissenschaftsfonds. Christian Motz erhielt mehrere Preise, zuletzt den Masing-Gedächtnispreis 2011, mit dem die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM) jedes Jahr die beste Leistung der metallkundlichen Forschung junger Wissenschaftler honoriert.

Professor Dr. Christian Motz wird seinen Dienst am 1. Oktober 2012 antreten.

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