Jörg Hoffmann wurde zum Universitätsprofessor an der Universität des Saarlandes berufen
Saarbrücken, 21. März 2012. Jörg Hoffmanns Forschung befasst sich mit der Modellierung, dem Lösen und dem Verständnis kombinatorischer Suchprobleme. Ein einfaches bekanntes Beispiel hierfür ist Schach, dessen Schwierigkeit in der ungeheuren Anzahl möglicher Zug-Kombinationen besteht. Probleme dieser Art sind in nahezu allen Bereichen der Informatik vertreten und bilden daher ein zentrales Thema.
Nach Studium der Mathematik in Heidelberg und der Informatik in Freiburg promovierte Jörg Hoffmann 2002 an der Universität Freiburg. Dem folgten Positionen an der Universität Freiburg und am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, an der Cornell University (USA), an der Universität Innsbruck (Österreich), bei SAP Research (Karlsruhe), sowie zuletzt als Directeur de Recherche bei INRIA, einem staatlichen französischen Forschungsinstitut, in Nancy (Frankreich). Jörg Hoffmann ist heute einer der weltweit führenden Forscher im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Er ist Autor oder Co-Autor von mehr als 100 wissenschaftlichen Publikationen, gewann zahlreiche Preise wie z.B. den jährlichen Preis für die beste europäische Dissertation im Bereich KI und ist derzeit einer der Hauptorganisatoren der amerikanischen Konferenz für KI (AAAI).
Der inhaltliche Schwerpunkt von Jörg Hoffmanns Arbeiten liegt in der automatischen Handlungsplanung, einem der ältesten Teilgebiete der KI. Hier geht es darum, menschliche Problemlösungs-Fähigkeiten insofern zu simulieren als der Computer nicht nur ein bestimmtes Problem löst (etwa Schach), sondern im Prinzip alle Probleme, sofern diese in einer geeigneten Eingabesprache beschrieben sind. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies z.B. beim Schach, dass dem Computer lediglich die Spielregeln erklärt werden, nicht aber wie gute oder schlechte Züge zu identifizieren sind – der Computer soll die Intelligenz besitzen, automatisch nur anhand der Spielregeln zu verstehen, wie man gut Schach spielt.
Generelles Problemlösen dieser Art hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, im Wesentlichen aufgrund seiner Flexibilität und weil es die Programmierarbeit dramatisch erleichtert (statt eine Lösung zu programmieren beschreibt man lediglich das Problem). Handlungsplanung wird z.B. angewendet in der Generierung natürlicher Sprache, im Management von Geschäftsprozessen und in der Kontrolle großer Druckersysteme. In aktueller Forschung beschäftigt sich Jörg Hoffmann, in Kooperation mit einer amerikanischen Firma, mit «Automatic Hacking», das für regelmäßige Sicherheitskontrollen verwendet wird.
Langfristig ist Prof. Jörg Hoffmanns Vision, Handlungsplanung als kostengünstige Problemlösungsmethode in der Praxis zu etablieren. Dies erfordert die weitere Erforschung effizienter Suchverfahren (wie kann der Computer automatisch «gute» von «schlechten» Zügen unterscheiden?) sowie von Modellierungstechniken (wie können die «Spielregeln» geeignet und bequem beschrieben werden?). Ein besonderes Augenmerk wird hier in der Zukunft auf dem besseren Verständnis menschlicher Herangehensweisen zur Problem-Beschreibung und -Lösung liegen.
Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft
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