Wissenschaftsminister Hartmann ernennt Mittelalter-Expertin zur Professorin für Germanistik

Nine Miedema, Professorin für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität des Saarlandes
Nine Miedema, Professorin für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität des Saarlandes


Prof. Nine Miedema will Bildungskooperationen in der Großregion stärken

Saarbrücken, 28.9.11. Wissenschaftsminister Dr. Christoph Hartmann hat Nine Miedema zur Professorin für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Universität des Saarlandes ernannt. „Als gebürtige Niederländerin mit einem guten nationalen wie internationalen Netzwerk war es mir schon immer wichtig, über Grenzen hinauszublicken“, so Miedema. „Deshalb freue ich mich besonders auf die Arbeit im Rahmen der Universität der Großregion.“ Prof. Miedema untersucht im Rahmen der historischen Dialogforschung, wie sich im Mittelalter das literarische Gestaltungsmittel der Figurenrede entwickelt hat. Anhand der in den literarischen Werken enthaltenen Redeszenen werden Aspekte der Erzähltheorie, der Komparatistik, der Gender Studies und, allgemeiner, der Mentalitätsgeschichte des Mittelalters erforscht.

Über das ‘Nibelungenlied’ schrieb Prof. Miedema u.a. einen 2011 bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft veröffentlichten Einführungsband, während sie aktuell eine zweisprachige Ausgabe der ‘Nibelungenklage’ vorbereitet. In Essen betreut sie das Drittmittelprojekt „Mittelhochdeutsche Texte im Deutschunterricht“ (2010-2013). In enger Kooperation mit Schulen wird hier untersucht, auf welche Art und Weise alt- und mittelhochdeutsche Texte (als wichtiger Teil des deutschen kulturellen Erbes) gewinnbringend in den Deutschunterricht einbezogen werden können. Diese Arbeit soll im Saarland mit neuen Kooperationspartnern fortgesetzt und ausgebaut werden; sie ist im Rahmen der Lehramtsausbildung auch für Studierende eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Für die Zukunft ist außerdem ein Forschungsprojekt zu „Althochdeutsch im Internet“ geplant, bei dem eine Informationsplattform entstehen soll, die über die oft vernachlässigten frühesten Zeugnisse der deutschen Sprache und Literatur informiert.

Nach dem Abitur in Amsterdam hat Nine Miedema Germanistik und Anglistik in Göttingen studiert. Sie schloss das Studium 1991 mit der Promotion ab. Es folgte ein Postdoktorandenstipendium (1991-1993), dessen Resultate im Bereich der Erforschung der Kirchen Roms im Spätmittelalter einige Jahre später mit dem „Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses 2001“ der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster ausgezeichnet wurden. Eine Assistentenstelle (1994-2001), ebenfalls in Münster, führte 2002 zur Habilitation über einen der wichtigsten Lyriker des Hochmittelalters, Konrad von Würzburg. Nach einer Hochschuldozentur in Münster (2002-2007) wurde sie 2007 an der Universität Duisburg-Essen zur Professorin für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters ernannt.

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