Krankenrückkehrgespräch als eine Chance betrachten und nutzen

Für Beschäftigte ist es nach einer langen Krankheit nicht angenehm, zum Mitarbeiter- oder Krankenrückkehrgespräch ins Personalbüro gerufen zu werden. Doch auch für den Arbeitgeber ist es nicht angenehmer, da er zum Beginn des Gesprächs nichts über den Ausgang weiß und durchaus vor einer ganz neuen Situation stehen kann. Die richtige Vorbereitung auf dieses Gespräch ist für beide Seiten von Vorteil und die Sorge vor einer Kündigung oder einem unangenehmen Gesprächsverlauf häufig unbegründet.

Warum das Krankenrückkehrgespräch für beide Seiten wichtig ist 

Arbeitgeber nutzen das Krankenrückkehrgespräch zur Information, ob der Arbeitnehmer oder Angestellte vollständig gesundet ist und in seiner bisherigen Position weiter tätig sein kann. Alternativ kann dieses Mitarbeitergespräch dazu führen, dass der Vorschlag einer neuen Position unterbreitet wird. Weiter möchte sich das Personalbüro darüber in Kenntnis setzen, ob die vorangegangene Erkrankung eventuell neue Ausfallzeiten von längerer Dauer oder Häufigkeit nach sich zieht. Diese Fragen sind durchaus legitim und sollten den Arbeitnehmer nicht ängstigen, da er das Gespräch durchaus auch als Chance betrachten und zu seinem Vorteil führen kann. Wie in diesem Artikel (http://www.karrierepropeller.de/krankenrueckkehrgespraech/) beschrieben, kann sich die Hinzuziehung des Betriebsrates positiv auf den Gesprächsverlauf und das Ergebnis auswirken. Da sowohl der Arbeitgeber, wie auch der Arbeitnehmer mit gemischten Gefühlen in das Gespräch gehen, sind hochkochende Emotionen keine Seltenheit. Mit dem Betriebsrat als neutralen Mediator, der obendrein über juristische Kenntnisse verfügt und den Gesprächsverlauf lenken kann, fühlen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer sicherer. Der Vorteil darin besteht, dass das Mitarbeitergespräch zu 100% rechtssicher ist und frei von nicht notwendigen Fragen oder Gesprächsinhalten bleibt. Ist der Betriebsrat dabei, können sich Mitarbeiter sicher sein, dass dieses Gespräch nicht aufgrund des Misstrauens im Bezug auf die Erkrankung, sondern mit dem Fokus auf die Gesundheit des Arbeitnehmers geführt wird.

Ehrlichkeit im Krankenrückkehrgespräch von Vorteil 

Wer ins Personalbüro gerufen wird, rechnet vor allem nach einer längeren Krankheit nicht selten mit einer Kündigung. Diesen Gedanken sollte ein Arbeitnehmer nicht hegen, da er sich damit automatisch in eine defensive und dem Gespräch nicht dienliche Position begibt. Wenn die Erkrankung Folgen hat oder chronisch ist, wiederkehren oder sich verschlimmern kann, sollte das Gespräch offen und ehrlich auf dieses Thema gelenkt werden. Auch bei einer zu starken Belastung im bisherigen Job empfiehlt es sich, das Krankenrückkehrgespräch als Chance auf eine Versetzung oder eine leichtere, für den Arbeitnehmer geeignete Tätigkeit zu lenken. Viele Arbeitnehmer fragen sich, inwieweit sie Fragen zum Grund ihrer Erkrankung ehrlich beantworten und dem Arbeitgeber Offenheit entgegenbringen müssen. Fakt ist, dass der Arbeitgeber oder das Personalbüro keinen Einblick in die medizinischen Unterlagen haben, aber berechtigt sind, einen Betriebsarzt oder medizinischen Gutachter mit der Ermittlung der Arbeitsfähigkeit und Tauglichkeit für den Beruf zu beauftragen. Wer ehrlich ist und bei vorhandenen vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen das Gespräch sucht, wird einen alternativen Vorschlag und somit eine Möglichkeit in seinem Betrieb erhalten.

Auf die richtige Vorbereitung kommt es an

Im Krankenrückkehrgespräch kann sich vor allem beim Arbeitnehmer Nervosität einstellen. Sicherlich lässt sich ein nervöses und angespanntes Verhalten nicht vollständig vermeiden, durch ein wenig Übung aber durchaus regulieren. Im Zusammenhang mit einer ehrlichen Gesprächsführung besteht kein Grund, dem Chef unruhig gegenüber zu sitzen und seinem Blick auszuweichen. Offenheit spielt vor allem bei Fragen um die aktuelle und zukünftige Belastbarkeit des Arbeitnehmers eine sehr wichtige Rolle. Anstatt sich im Beruf zu überlasten und die Gesundheit zu gefährden, kann ein Bereichswechsel vereinbart werden.

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