Studentenleben: Schluss mit Hotel Mama!

Der Beginn der Studienzeit ist für die meisten Studierenden zugleich der finale Startschuss in ein eigenes Leben. Endlich frei sein, spannende Erfahrungen sammeln und ein bisschen erwachsen spielen. Ebenfalls heiß ersehnt: Vielleicht eine Träne verdrücken und dann mit Kloß im Hals, aber mit Freude im Gepäck dem Elternhaus endgültig Lebewohl sagen. Denn was jetzt kommt, ist so legendär wie wichtig: Seine erste eigene Wohnung vergisst wohl niemand.
Mach´s gut, Kinderstube: Ich bin dann mal weg...
Eine eigene Bleibe suchen und vielleicht zum ersten Mal ein IKEA Regal aufbauen. Versuchsweise Mischkulturen auf Bergen von Abwasch züchten. Alkoholexzesse. Mit den Mitbewohnern bis spät in die Nacht über den Kapitalismus/Postkolonialismus/Idealismus diskutieren. Oder einfach auf dem Küchentisch tanzen. Ungehemmte Prokrastination und die daraus resultierende Lebensreife.
Über den Abwasch streiten. Unter der Woche ausschlafen. Und sich von Schokoladenpudding ernähren. Warum? Einfach so. Weil man es kann. Zum ersten Mal im Leben kann uns nämlich keiner mehr reinreden, wir übernehmen Verantwortung und werden autonomer. Die räumliche Distanz zum Elternhaus leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Und mit den Jahren werden auch wir einsehen, dass Vitamine wichtig sind – oder uns schlicht an Schokoladenpudding überessen und danach freiwillig zum Apfel greifen.
Sicherheit vs. Freiheit: Bei den Eltern wohnen trotz Studium?
Mit anderen Worten: Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich auf die Suche nach dem eigenen Erwachsensein zu machen. Vor dem man sich vielleicht auch ein wenig fürchtet. Doch mit jedem zusätzlichen Kilometer Abstand, den man zum Elternhaus gewinnt, nimmt die Freude über die neu gewonnenen Freiheiten zu. Endlich Privatsphäre, oh Erleichterung! Euphorie! Mit dem unbeschwerten Studentenleben kommt die beste Zeit des Lebens – eine wertvolle Erfahrung, die uns keiner mehr nehmen kann.
Die Statistiken sehen jedoch anders aus: Etwa jeder vierte Student in Deutschland gibt inzwischen die Freiheit des unbeschwerten Studentenlebens für die beruhigende Sicherheit von Hotel Mama auf. Tendenz steigend. Immer öfter stehen dahinter ökonomische Überlegungen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist für manche die Fortsetzung des so ungeschriebenen Mietvertrags mit Mama und Papa nur gut und billig. Für einige ist es ganz sicher auch die bequemste Lösung.
Der Auszug: So wird die erste Zeit gemeistert
Inmitten des Trubels der eigenen vier Wände übersehen wir oft, was gerade passiert. Dabei sind es die ersten Mitbewohner, die ersten Studentenpartys und die ersten elternfreien Frühstücke, an die wir uns zeitlebens erinnern werden. Und auch wenn der Rückschritt etwas schmerzhaft ist: Wer keine erfahrenen Mitbewohner hat, tut gut daran, auf die Ratschläge der Eltern zu hören. Denn in der aufregenden Zeit werden so schnöde Sachen wie Stromrechnungen, BAföG-Antrag oder Rückmeldung schnell vergessen. Und das ist nur im ersten Moment spaßig – und danach schmerzhaft teuer.
Und zum Erwachsensein gehört dann auch ein wenig Weitblick – so intensiv werden wir die Freiheit nie wieder erleben! Zwischen Einrichten, Prokrastinieren und Studieren sollte immer mal wieder genug Zeit zum Tagebuchschreiben oder Fotografieren sein, damit wir die unvergesslichen Momente in einem Fotoalbum festhalten und uns später umso lebhafter an sie erinnern können.
Die Dokumentation dieser ersten, so chaotischen Zeit können natürlich auch die Eltern oder die Mitbewohner übernehmen – mit liebevollem Abstand natürlich. Im Internet gibt es jede Menge Gelegenheit, den Wust an Erfahrungen zumindest auf dem Papier oder in einem Fotobuch, zum Beispiel unter wunderkarten.de, zu ordnen – um dann in der zweiten eigenen Wohnung auf einem abgewetzten Sessel in Nostalgie zu verfallen und in alten Tagebüchern und schön gestalteten Fotobüchern zu blättern.
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