Religionspädagogik und Religionsdidaktik

Zentrale Aufgaben des Faches sind die Reflexion und die Projektion religiösen Lehrens und Lernens in den unterschiedlichen Kontexten — vor allem im Hinblick auf den Religionsunterricht oder die kirchliche Erwachsenenbildung. Darüber hinaus nimmt die Religionspädagogik ganz generell Phänomene religiöser oder ethischer Tradierung und Adaption sowie Werte- und Bildungsdebatten in Gesellschaft, Kirche und den Institutionen des Bildungswesens wahr und setzt sich kritisch mit ihnen auseinander. Als Teildisziplin der Praktischen Theologie steht die Religionspädagogik im Dialog mit ihren beiden Bezugsfächern — der Theologie und der Pädagogik. Diese interdisziplinären Bezüge strukturieren die wissenschaftlich-religionspädagogische Forschung und Lehre. Von der Theologie her weiß sich religionspädagogisches Nachdenken der christlichen Offenbarung und dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Die Pädagogik öffnet die Religionspädagogik nicht nur für methodische oder psychologische Fragen, sondern weitet den religionspädagogischen Denkhorizont, in dem sie aktuelle Themen der Erziehungswissenschaft und Erkenntnisse der historischen Pädagogik einbringt.

Der Begriff der Pädagogik umfasst zwei Aspekte: einerseits das erzieherische Handeln, z.B. durch Lehrerinnen und Lehrer in der Institution Schule, andererseits die reflexiv-kritische und projektive wissenschaftliche "Seite". Daran wird das Grundproblem der Pädagogik deutlich: die Verbindung von Theorie und Praxis. Davon ist auch die Religionspädagogik betroffen. Zu Recht fragen Studierende daher nach praxistauglichen Anleitungen für ihre spätere Tätigkeit in Bildungsinstitutionen. Dennoch muss eine wissenschaftliche Religionspädagogik dieses "praktische" Interesse immer wieder frustieren, weil sie sonst in die Falle einer bloß nützlichen Erziehungstechnologie tappen würde. Pädagogik als reine Technologie verstanden, würde zum Spielball von Ideologien und nicht zum wissenschaftlich fundierten Ausgangspunkt und Ermöglichungshorizont eines selbstverantworteten religionspädagogischen Handelns. Diesem doppelten Charakter der Religionspädagogik trägt das Lehrangebot Rechnung, in dem es theoretisch orientierte Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Hauptseminare), Praktika und Praxisreflexion miteinander kombiniert.

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