PERSONALAUSWAHL IN THEORIE UND PRAXIS: WIRTSCHAFT UND WISSENSCHAFT IM DIALOG


Die Identifikation und Auswahl geeigneter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist für die Gestaltung und Gewährleistung der Zukunftsfähigkeit einer jeden Institution von besonderer Bedeutung. Ob im Public oder Corporate Sector, in Hochschulen, Kammern oder Verbänden - qualifiziertes Personal ist ein wesentlicher Schlüssel für Produktivität, Leistungsfähigkeit und Erfolg im regionalen wie auch im globalen Wettbewerb. 


Nach aktuellen Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit wurden in den letzten zehn Jahren pro Werktag ca. 30.000 Arbeitsverhältnisse begonnen und ebenso viele beendet. Kommen dabei adäquate Verfahren der Personalauswahl zum Einsatz - was in Anbetracht der enormen Summen, die Fehlentscheidungen kosten, der Fall sein sollte - oder bestehen noch Möglichkeiten zur  Verbesserung? Ein Vergleich der Ergebnisse einer Befragung aus dem Jahr 2007 unter 125 Unternehmen in Deutschland mit einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 1993 ergibt ein uneinheitliches Bild: Unternehmen verwenden valide wie auch nicht valide Verfahren gleichermaßen. Bemerkenswert ist, dass hoch valide Verfahren wie Persönlichkeitstests, Leistungs- und Intelligenztests im Einzelfall sogar weniger zum Einsatz kommen als in den 1990er Jahren.


Welchen Beitrag kann die Wissenschaft durch Forschung und Entwicklung zu den aktuellen Fragen der Personalauswahl leisten? Welche Erkenntnisse aus der Praxis der Personaldienstleistung liegen vor und welche „lessons learned“ können aus bisherigen Prozessen und Verfahren abgeleitet werden? Und wie könnte - die wechselseitige Bereitschaft vorausgesetzt - der Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu Fragen der Personalauswahl zukünftig gestaltet werden, so dass ein Mehrwert für alle Beteiligten - und nicht zuletzt für den Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin - entsteht?


Unter dem Motto „Personalauswahl in Theorie und Praxis: Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog“ fokussieren die Stiftung Europrofession und die Universität des Saarlandes im diesjährigen Forum Europrofession 2010 gemeinsam an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft ein regional wie auch überregional zukunftsweisendes Thema. Unter der Schirmherrschaft des Ministers für Wirtschaft und Wissenschaft des Saarlandes werden am 19./20. Oktober 2010 im Europäischen Bildungszentrum Otzenhausen zahlreiche Referenten von Personalberatungsfirmen, aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen und der Agentur für Arbeit verschiedene Verfahren zur Personalauswahl diskutieren sowie Zukunftsszenarien zur Entwicklung der Personalberatung skizzieren. Als Referenten konnten gewonnen werden:


  • Hans-Hartwig Felsch (Agentur für Arbeit Saarland)
  • Prof. Dr. Frank Spinath (Universität des Saarlandes)
  • Prof. Dr. Martin Kersting (Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung)
  • Bernard Sembritzki (W+ST Personalberatung GmbH)
  • Prof. Dr. Stefan Höft (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit)
  • Christoph Glaub (b+p Beratung und Personal Partnergesellschaft)
  • Dr. Cornelius König (Universität Zürich)
  • Dr. Hans-Peter Schwarz (Saarland Unternehmens- und Personalberatung)
  • Privatdozent Dr. Christoph Igel (Universität des Saarlandes/Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz)


Die Moderation der Veranstaltung hat Jan-Martin Wiarda (DIE ZEIT) übernommen.


Hier finden Sie das Programm des Forums Europrofession 2010.

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