Neuland betreten – Forschung an der Saar-Uni

Bessere Grundlagen für Simulation von Energiespeichern

Kamerablitze, Flugzeugtüren, Systeme zur Rückgewinnung von Bremsenergie: Sie alle funktionieren heute auf Grundlage ultraschneller Speichertechnologie, die auf der Ionenspeicherung in einer porösen Kohlenstoffelektrode basiert – so genannte Superkondensatoren. Erheblich verbessern könnte man die Effizienz solcher Energiespeicher, wenn man das Speichermedium, also den Kohlenstoff, so gestalten könnte, dass möglichst viele Ionen auf engem Raum Platz fänden. Saarbrücker Wissenschaftler um den Professor für Energiematerialien Volker Presser haben nun gemeinsam mit Kollegen aus Österreich ein Verfahren entwickelt, das die Beschaffenheit einer solchen Kohlenstoffelektrode und die Abläufe in ihrem Inneren viel präziser am Computer nachbilden kann als bisherige Computersimulationen. [mehr...]

Bakterien-Vesikeln: Antibiotika effektiver machen und Nebenwirkungen minimieren

Antibiotika im menschlichen Körper genau dorthin zu schleusen, wo sich krankmachende Bakterien aufhalten – daran arbeitet der Pharmazeut Gregor Fuhrmann. Als Transportmittel will er winzige Bläschen einsetzen, so genannte Vesikel. Sie werden von Körperzellen und von Bakterien produziert, um miteinander zu kommunizieren. Die Zellflüssigkeit in ihrem Inneren enthält Botenstoffe, über die Zellen kommunizieren. Mit seiner Saarbrücker Nachwuchsgruppe am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung (HIPS) will der junge Wissenschaftler das Potenzial von Bakterien-Vesikeln hinsichtlich des Transports von Wirkstoffen erforschen. Ziel ist es, die Behandlung mit Antibiotika effektiver zu machen und ihre Nebenwirkungen zu minimieren. Dafür erhält Fuhrmann 2,1 Millionen Euro im Rahmen von "NanoMatFutur", einem vom BMBF finanzierten Programm für den Aufbau einer unabhängigen Forschergruppe. [mehr...]

Forschernetzwerk zum Zusammenhang von Ernährung, Krankheiten und Alterungsprozessen

Wie man mit der richtigen Ernährung vielen Krankheiten vorbeugen kann, und inwiefern sich mit einer spezifischen Diät Alterungsprozesse beeinflussen lassen, ist Gegenstand des Verbundprojekts "NutRedOx". Es wurde im Dezember von der Europäischen Union bewilligt und wird ab Mitte 2017 für vier Jahre gefördert. Am Forschernetzwerk beteiligt sind rund hundert Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fachrichtungen und aus verschiedenen Ländern – von den Maghreb-Staaten bis zum Kaukasus –, darunter auch das Team von Pharmazie-Professor Claus Jacob. "NutRedOx" vernetzt dafür die Forschung im europäischen Raum und darüber hinaus. Ziel ist es, Ernährung und Alterungsprozesse in verschiedenen Ländern zu untersuchen, um herauszufinden, welchen Einfluss die Ernährung auf das Redox-Gleichgewicht im Körper hat. [mehr...]

Rechtsinformatiker sorgen für sichere Daten im Stromnetz der Zukunft

Intelligente Stromzähler sollen künftig in deutschen Haushalten Daten über den Energie­verbrauch der Bewohner sammeln und transparent machen, wann und wo wieviel Strom verbraucht wird. Der Rechtsinformatiker Christoph Sorge forscht daran, dass die Daten dabei geschützt und sicher vor unbefugtem Zugriff und Missbrauch sind. "Im intelligenten Stromnetz werden massenhaft personenbezogene Daten gesammelt, die rechtlich geschützt sind. Wir verwenden kryptographische Verfahren, um diesen Schutz zu realisieren, und forschen daran, die juristischen Anforderungen mit der passenden Technologie umzusetzen. Dabei schauen wir, welche kryptographischen Verfahren am besten passen, um das jeweilige Problem praxistauglich zu lösen", erläutert Christoph Sorge. Das Bundeswirtschafts­ministerium fördert seine Forschung im Rahmen des SINTEG-Verbundprojektes "Designetz" mit rund 450.000 Euro. [mehr...]

Epigenetiker wollen chronische Entzündungen besser verstehen

Wie verändern sich Gewebe, Blut und Zellen auf molekularer Ebene, wenn man an komplizierten chronischen Entzündungen erkrankt? Dies wollen Forscher im Europäischen Exzellenzcluster SYSCID herausfinden. Sie werden dafür von der Europäischen Kommission über fünf Jahre mit rund 14,4 Millionen Euro unterstützt, davon fließen 1,2 Millionen Euro an die Saar-Uni. Hier will Epigenetik-Professor Jörn Walter dazu beitragen, die Krankheitsverläufe etwa der Darmentzündung Morbus Crohn oder der rheumatoiden Arthritis besser zu verstehen. Das europäische Forschungsprojekt baut auf Arbeiten des Deutschen Epigenom Programms (DEEP) auf, das von Jörn Walter koordiniert wird. Ihre Expertise in der Epigenetik und Bioinformatik wollen die Saarbrücker Forscher nun in das neue europäische Verbundprojekt unter Leitung des Kieler Professor Philip Rosenstiehl einbringen. [mehr...]

Curry-Inhaltsstoff Kurkumin wirkt wie Kortison entzündungshemmend

Die Pharmazeutinnen Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter haben enträtselt, warum Kurkumin antientzündlich wirkt: Der Stoff, dem Currypulver seine gelbe Farbe verdankt, beeinflusst wie Kortison gezielt ein bestimmtes Protein, das bei Entzündungen im menschlichen Körper eine Schlüsselrolle spielt. Ihre Grundlagenforschung zum Wirkmechanismus von Kurkumin könnte in Zukunft dazu beitragen, neue, nebenwirkungsarme Medikamente gegen Krankheiten wie Morbus Crohn zu entwickeln. "Wir konnten nachweisen, dass Kurkumin nicht nur unspezifisch wirkt, sondern ganz gezielt antientzündliche Wirkung entfaltet", erklärt Professorin Kiemer. "Es handelt sich hier um Grundlagenforschung, aber diese könnte die Basis dafür sein, künftig Medikamente zu entwickeln, die keine oder weniger Nebenwirkungen als Kortison haben." [mehr...]

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