magazin forschung 1/2008

Das Titelblatt zeigt Bilder aus dem Reich der Myxobakterien. Diese höchst ungewöhnlichen Mikroorganismen stellen die wohl einfachsten Modellorganismen zum Studium multizellulären Verhaltens dar. Die Bakterien können sich gleitend und in Schwärmen auf ebenen Oberflächen bewegen und bilden unter Hungerbedingungen baumartige Fruchtkörper, die bis zu 2 mm groß werden können (Bilder links: Fruchtkörper von Chondromyces species und Myxococcus species). In diesen Fruchtkörpern entstehen in einer Art von Zellmetamorphose hitze- und trockenresistente Überdauerungsformen, die Myxosporen.
Myxobakterien haben zudem Eigenschaften, die sie für die angewandte Forschung überaus interessant machen: Sie bilden pharmazeutisch relevante Substanzen, welche aufgrund ihrer Wirkung als Antibiotika, Immunsuppressiva oder Krebstherapeutika zum Einsatz kommen bzw. dafür entwickelt werden. Wichtigstes Vorzeigemolekül sind die Epothilone, welche fermentativ aus Myxobakterien gewonnen werden und vor wenigen Monaten in den USA als Krebsmedikament zugelassen wurden.

In einer Ringvorlesung der Universität zum Thema “Der gläserne Mensch” wurden im Rathaus Saarbrücken die Möglichkeiten fokussiert, den Menschen aus der Perspektive unterschiedlicher Bereiche der Natur- und Geisteswissenschaften in seinem Tun transparent zu machen. Vier der insgesamt 14 Vorträge sind in dieser Ausgabe des Forschungsmagazines nachzulesen.

Inhalt

  • Klinische Forschergruppe „Signaltransduktion bei adaptiven und maladaptiven kardialen Remodeling-Prozessen“ 
    Ulrich Laufs, Christoph Maack, Michael Böhm / Innere Medizin
  • Atemstörungen des Neugeborenen – spielen genetische Faktoren eine Rolle?
    Erol Tutdibi, Ludwig Gortner / Pädiatrie und Neonatologie
  • Neue Therapeutika aus Myxobakterien
    Rolf Müller / Pharmazeutische Biotechnologie
  • Aus- und Weiterbildungsfoundry und virtuelles Technologielabor - fünf Jahre aktive Zusammenarbeit im Netzwerk pro-mst
    Andreas Schütze / Mechatronik
  • Mutter-Kind-Interaktion und sozial-kognitive Entwicklung
    Gisa Aschersleben, Anne Henning / Entwicklungspsychologie
  • Wie schützt sich der Körper vor Krebs, und was geschieht, wenn die Schutzmechanismen versagen?
    Klaus Roemer / Molekularbiologie
  • Das Zusammenspiel von Calcium, mitochondrialer Energetik und oxidativem Stress in Herzmuskelzellen
    Christoph Maack / Innere Medizin
  • Der gläserne Mensch – ein Albtraum für den freiheitlichen Rechtsstaat
    Christoph Gröpl / Rechtswissenschaft
  • Der Mensch aus Millionen Diamanten
    Klaus Martens / Nordamerikanische Literatur und Kultur
  • Wem gehört das Wissen über mich? Zur ethischen Diskussion um den „gläsernen Menschen“
    Stephan Goertz / Katholische Theologie
  • Der gläserne Geist - Bedrohen die Neurowissenschaften das traditionelle Menschenbild?
    Heinz-Dieter Heckmann / Philosophie
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