Vater des Monats
Dr.-Ing. Markus Kühn
Geburtsdatum:
24.08.1977
Familienstand:
Verheiratet
Anzahl und Alter der Kinder:
3 Kinder: 4 Jahre, 2 Jahre, 1 Monat
Fachbereich an der Universität des Saarlandes und Tätigkeit:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Grundgebiete der Elektrotechnik
Wie teilen Sie sich die Erziehung der Kinder mit der Mutter auf?
Meine Frau hat momentan zur Betreuung unseres jüngsten Kindes Matthias Elternzeit genommen. Bis zum 1. Geburtstag wird sie zuhause bleiben und den überwiegenden Teil der Betreuungs- und Erziehungsarbeit stemmen. Für den dritten und fünften Lebensmonat von Matthias habe ich ebenfalls Elternzeit beantragt.
Welche Aktivitäten mit Ihren Kindern machen Ihnen am meisten Spaß?
Zeit mit unseren Kindern zu verbringen bereitet mir große Freude. Zu sehen, wie ihre Entwicklung voranschreitet und wie sie immer mehr dazulernen, ist sehr spannend. Viele Etappen haben wir mit unserer Videokamera festgehalten und es ist immer wieder schön, sich Aufzeichnungen anzuschauen. Gerne gehe ich mit den Kindern spazieren oder zum Einkaufen. Sehr entspannend ist es hierbei, wenn ich mit einem Kind alleine unterwegs bin. Man kann sich so intensiv unterhalten und auf die einzelnen Wünsche des Kindes besser eingehen. Wenn wir alle fünf unterwegs sind kann es schonmal vorkommen, dass der Stressfaktor sehr dominiert. Und so ist man am Ende des Tages froh, wenn man in seinem Bett liegt, um neue Energie zu tanken für den nächsten Tag, der auch bestimmt wieder die eine oder andere Überraschung mit sich bringen wird.
Wie gut gelingt Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Gerade in der heutigen Zeit ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtiger denn je. Wie jeder im Grunde weiss, sind die Probleme der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland hausgemacht. Die immer wieder vielfach lamentierte zu geringe Geburtenrate, insbesondere bei Akademikern, kommt ja nicht von ungefähr. Viele Menschen sehen sich vor der Entscheidung zwischen Beruf bzw. Karriere und Familie, d. h. heiraten und Kinder kriegen. Ich denke, in einer gesunden Gesellschaft gibt es nicht die Entscheidung zwischen Karriere und Kindern, sondern es stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Vereinbarkeit kann gelingen, wenn man seinen Tagesablauf klar strukturiert und organisiert. Ich denke, dass diese Bedingung zwar notwendig ist, jedoch bei Weitem noch nicht hinreichend. Damit Vereinbarkeit auch wirklich gelingt, muss das Umfeld am Arbeitsplatz hierfür stimmen. Die Universität des Saarlandes ist mit audit familiengerechte Hochschule sicherlich auf einem sehr guten Weg. Ich hoffe, dass diesbezüglich weiterhin auf der ganzen Breite Werbung gemacht wird, da die Positionierung der Universität zu diesem Thema sicher noch nicht bei allen Lehrstühlen angekommen ist.
Haben Sie Elternzeit in Anspruch genommen?
Die Inanspruchnahme von Elternzeit bei Vätern ist über die Regelung zu den Partnermonaten seitens der Politik ausdrücklich gewünscht. Diese Monate fest an die Inanspruchnahme durch die Väter zu binden ist meiner Meinung nach aus der Weitsicht erfolgt, die wir Bürger uns auch bei vielen weiteren Themen in der Politik wünschen würden. Selbstverständlich habe ich Elternzeit in Anspruch genommen, um in dieser wichtigen Phase die persönliche Bindung zu unseren Kindern zu intensivieren und meinen individuellen Beitrag zur Erziehung zu leisten.
Welchen Tipp würden Sie einem angehenden Vater gerne mit auf den Weg geben?
Mit der Entscheidung für ein Kind ist der berufstätige angehende Vater bereits auf dem richtigen Weg. Er hat nicht die Entscheidung zwischen Beruf und Familie gefällt, sondern wird sich mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinandersetzen. Nachdem ich selbst die familienbezogenen Angebote der Universität des Saarlandes wie z. B. Väterworkshops leider nicht in Anspruch genommen habe, kann ich nun zur Nutzung dieser unbedingt raten. Oft ist auch ein Ansprechpartner sehr hilfreich, wenn es letztendlich mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus Gründen, die man selbst jedoch nicht beeinflussen kann, nicht so richtig gelingen mag.