Berechnung der Leistungspunkte
Im Blickpunkt der Vergabe der Leistungspunkte steht der quantitativ definierte Arbeitsaufwand (work load) der Studierenden. Dieser Arbeitsaufwand wird mit dem Erreichen eines bestimmten Studienziels (meist ausgedrückt in Kompetenzen) in Beziehung gesetzt.
- Hierbei basiert ECTS auf der Übereinkunft, dass das Arbeitspensum eines Vollzeitstudenten während eines Studienjahres 60 Credit-Punkten entspricht. Dementsprechend können für ein Semester 30 Punkte vergeben werden. Ein 3-jähriger Bachelor Studiengang umfasst also 180 und ein zweijähriger Master-Studiengang 120 Punkte.
- Diese Berechnung beruht auf der Annahme, dass der Arbeitsaufwand eines Vollzeit-Studierenden 1500 – 1800 Stunden pro Jahr beträgt; ein Credit entspricht also 25-30 Arbeitsstunden.
Die nationalen Rahmenvorgaben für Deutschland gehen von einem Aufwand von 30 Arbeitsstunden pro Credit aus. - Der Arbeitsaufwand schließt erklärtermaßen auch Aktivitäten außerhalb der Veranstaltungen wie Hausarbeiten, Literaturrecherche, Projektarbeit, Praktika, Verfassen von Abschlussarbeiten etc. ein. Ansonsten wäre auch der Arbeitsaufwand während der Vorlesungszeit nicht zu bewältigen. Es werden ca. 45 Arbeitswochen zugrunde gelegt.
- Die Credits werden in der Regel nur dann vergeben, wenn ein vorher definiertes Studien- oder Lernziel erreicht worden ist. D.h. bloße Anwesenheit bei einer Veranstaltung generiert noch kein Anrecht auf die Vergabe von Credits. Erst der Nachweis einer erbrachten Leistung berechtigt zur Vergabe von Leistungspunkten.
- Die Vergabe von Credits nach dem ECTS ist eng mit der Modularisierung der Studiengänge im Rahmen des sog. Bologna-Prozesses und der Einführung der Bachelor-Master Struktur verbunden. Allerdings können auch den Veranstaltungen bestehender Studiengängen ECTS-Punkte zugewiesen werden. Dies ist z.B. nötig, um das Angebot für Austauschsstudenten darzustellen.
Für die Definition des Arbeitspensums lässt sich kein starres Schema definieren. Folgende Aspekte sind bei der Festlegung der work loads wichtig:
- Veranstaltungsform: Seminar, Vorlesung, Übung, Praktikum, Tutorium etc.
- Studienaktivitäten: Literaturrecherche, Verfassen von Hausarbeiten, Erstellen eines Protokolls, Vorbereiten eines Referats, Gruppenarbeit etc.
- Arten der Evaluation und Bewertung: Examen, Hausarbeit, Klausur, Tests etc.





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