Wer ist Zweitstudienbewerber/in?

Die Auswahlbestimmungen für Zweitstudienbewerber gelten für Sie, wenn Sie zum Zeitpunkt der Bewerbung ein Studium an einer deutschen Hochschule erfolgreich abgeschlossen haben. Ein Studium ist abgeschlossen, wenn die vorgeschriebene staatliche Abschlussprüfung (Staatsexamen) oder akademische Abschlussprüfung (z. B. Diplom- oder Magisterprüfung, Bachelor) erfolgreich abgelegt worden ist. Bitte beachten Sie: Bei Rechtswissenschaft und beim Lehramt gilt z. B. das Studium mit dem Bestehen der Ersten Staatsprüfung als abgeschlossen; ein Pharmaziestudium gilt im Hinblick auf die Zweitstudienregelung mit Bestehen des Zweiten Teils der Pharmazeutischen Prüfung als abgeschlossen. Wann im Übrigen eine Abschlussprüfung als abgelegt anzusehen ist, erfragen Sie bitte bei der Stelle, die die Prüfung abnimmt.

Was ist eine deutsche Hochschule?

Hochschulen sind z. B. Universitäten, frühere Gesamthochschulen, Pädagogische Hochschulen, Musikhochschulen, Kunsthochschulen, Duale Hochschulen, Sporthochschulen, Bundeswehrhochschulen, Kirchliche Hochschulen, Fachhochschulen einschließlich der Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung.

Berufsakademien sowie Vorgängereinrichtungen der Fachhochschulen, z. B. Höhere Fachschulen und Ingenieurschulen, zählen nicht dazu.

Die Zulassung zum Zweitstudium ist eingeschränkt mit Rücksicht auf diejenigen, die noch keinen deutschen Studienabschluss besitzen. Für ein Zweitstudium sind höchstens fünf  Prozent der Studienplätze vorgesehen (gilt für örtlich beschränkte Studiengänge).

Wie wird der Punktwert (Messzahl) ermittelt?

Die Studienplätze werden nach einem Punktwert (Messzahl) -> ergibt dann die Rangfolge - vergeben, die nach dem Ergebnis der Abschlussprüfung des Erststudiums und dem Grad der Bedeutung der Gründe für das Zweitstudium gebildet wird.  

Für das Prüfungsergebnis des abgeschlossenen Erststudiums gibt es folgende Punktwerte:

  • Noten „ausgezeichnet“ und „sehr gut“ 4 Punkte
  • Noten „gut“ und voll „befriedigend“ 3 Punkte
  • Note „befriedigend“ 2 Punkte
  • Note „ausreichend“ 1 Punkt
  • Note „nicht nachgewiesen“ 1 Punkt

Es wird immer auf den ersten Hochschulabschluss in Deutschland abgestellt.

 

Die Note, mit der Sie Ihr Erststudium beendet haben, muss im Abschlusszeugnis oder in einer besonderen Bescheinigung der Stelle nachgewiesen sein, die für die Ausstellung des Abschlusszeugnisses zuständig ist. Wird keine Abschlussnote nachgewiesen, so muss der schlechteste Leistungsgrad zugrunde gelegt werden. In einigen Fällen können Bewerber mit abgeschlossenem Medizinstudium aufgrund der entsprechenden Approbationsordnung die Gesamtnote für die ärztliche Prüfung nicht nachweisen. Sie müssen dann dem Zulassungsantrag noch Bescheinigungen der Prüfungsämter (Ergebnismitteilungen der Prüfungsstelle) beifügen.

 

Folgende Gründe für ein Zweitstudium können zur Anerkennung kommen:

  • Zwingende berufliche Gründe 9 Punkte
  • Wissenschaftliche Gründe 7, 9 oder 11 Punkte
  • Besondere berufliche Gründe 7 Punkte
  • Sonstige berufliche Gründe 4 Punkte
  • Sonstige Gründe 1 Punkt

Nach dem Grad der Bedeutung der Gründe für das Zweitstudium werden folgende Punktzahlen vergeben:

  1.  ”zwingende berufliche Gründe” — 9 Punkte;
    zwingende berufliche Gründe liegen vor, wenn ein Beruf angestrebt wird, der nur aufgrund zweier abgeschlossener Studiengänge ausgeübt werden kann; die Bewerberin oder der Bewerber muss in der Begründung den angestrebten Beruf nennen; es muss eine gesetzliche Bestimmung bestehen nach der der angestrebte Beruf nur dann ausgeübt werden darf, wenn der bereits erworbene Hochschulabschluss und der neu angestrebte Hochschulabschluss vorliegen;

  2. ”wissenschaftliche Gründe" — 7 bis 11 Punkte;
    wissenschaftliche Gründe liegen vor, wenn im Hinblick auf eine spätere Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung auf der Grundlage der bisherigen wissenschaftlichen und praktischen Tätigkeit eine weitere wissenschaftliche Qualifikation in einem anderen Studiengang angestrebt wird;

  3. ”besondere berufliche Gründe" — 7 Punkte;
    besondere berufliche Gründe liegen vor, wenn die berufliche Situation dadurch erheblich verbessert wird, dass der Abschluss des Zweitstudiums das Erststudium sinnvoll ergänzt. Dies ist der Fall, wenn die durch das Zweitstudium in Verbindung mit dem Erststudium angestrebte Tätigkeit als Kombination zweier studiengangspezifischer Tätigkeitsfelder anzusehen ist, die im Regelfall nicht bereits von Absolventen einer der beiden Studiengänge wahrgenommen werden kann, und der Betroffenen nachweisbar diese Tätigkeit anstrebt;

  4. ”sonstige berufliche Gründe” — 4 Punkte;
    sonstige berufliche Gründe liegen vor, wenn das Zweitstudium aufgrund der individuellen beruflichen Situation aus sonstigen Gründen, insbesondere zum Ausgleich eines unbilligen beruflichen Nachteils oder um die Einsatzmöglichkeiten der mithilfe des Erststudiums ausgeübten Tätigkeit zu erweitern, erforderlich ist;

  5. ”keiner der vorgenannten Gründe"

 

Zu Ziffer 2.

Liegen wissenschaftliche Gründe vor, ist die Punktzahl innerhalb des Rahmens von 7 bis 11 Punkten davon abhängig, welches Gewicht die Gründe haben, welche Leistungen bisher erbracht worden sind und in welchem Maß die Gründe von allgemeinem Interesse sind.

 

Erhöhung der Punktzahl unabhängig vom Grad der Bedeutung der Gründe für ein Zweitstudium:

Wenn Sie nach einer Familienphase die Wiedereingliederung oder den Neueinstieg in das Berufsleben anstreben, können Sie bei der Bewerbung für ein Zweitstudium einen Zuschlag von bis zu zwei Punkten erhalten. Die Erhöhung kommt dann in Betracht, wenn aus familiären Gründen (z. B. Kindererziehung) die frühere Berufstätigkeit aufgegeben oder aus Rücksicht auf familiäre Belange nach Abschluss des Erststudiums auf die Aufnahme einer adäquaten Berufstätigkeit verzichtet werden musste. Die Höhe des Punktzuschlags richtet sich nach dem Grad der Betroffenheit. Das Ausmaß der Belastungen (z. B. Zahl der Kinder, Dauer der Familienphase) ist in angemessener Weise zu berücksichtigen. (Hier sind stets Nachweis und Belege: Geburtsurkunde, Nachweis von Erziehungszeiten o.ä. einzureichen).

 

Eine Kumulierung von mehreren Gründen findet nicht statt; es wird jeweils die günstigste Fallgruppe zugrunde gelegt. Der Punktzuschlag für Bewerber, die aus familiären Gründen bisher ihren Zweitstudienwunsch zurückgestellt haben, ist davon unabhängig; er wird zusätzlich gewährt.

 

Rangfolge bei der Bewerbung im Rahmen der Zweitstudienbewerberquote:

Die Punkte für Ihr erstes Examen/ersten akad. Abschluss und für Ihre Begründung werden zu einer Messzahl addiert. Die Messzahl ist maßgeblich für Ihre Einstufung auf der Rangliste der Zweitstudienbewerber. Bewerber mit höherer Messzahl gehen solchen mit niedrigerer Messzahl vor. Zwischen Bewerbern mit gleicher Messzahl werden die Rangplätze mit Hilfe von sog. nachrangigen Kriterien festgelegt. Dabei gehen zunächst die vor, die einen Dienst abgeleistet haben. Dies gilt auch für Zweitstudienbewerber, die ein Kind unter 18 Jahren oder einen pflegebedürftigen Angehörigen bis zur Dauer von drei Jahren (dies gilt als Dienst) versorgt haben oder glaubhaft machen, bis zum genannten Zeitpunkt mindestens sechs Monate einen solchen „Dienst“ geleistet zu haben. Danach entscheidet das Los.

 
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