Master of Evaluation (Master/Aufbaustudiengang)

Evaluation als wissenschaftlich gestütztes Verfahren zur Beschreibung und Bewertung von Programmen, Maßnahmen und Organisationen bzw. Organisationsabläufen hat in den vergangenen Jahren eine starke Bedeutungszunahme in Deutschland erfahren. Charakteristisch für diese Entwicklung ist neben einer allgemein gestiegenen quantitativen Nachfrage nach Evaluationen in einer Vielzahl von Gesellschaftsbereichen auch ein gestiegener Anspruch an deren Qualität und Leistungsfähigkeit. Einem zu beobachtenden Bedarf an entsprechend ausgebildeten Evaluationsfachkräften steht jedoch bislang ein eklatantes Defizit adäquater Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber.


Vor dem Hintergrund dieses Defizits bieten die Universität des Saarlandes und die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes seit dem Wintersemester 2004/05 erstmalig gemeinsam einen hochschulübergreifenden und interdisziplinär ausgerichteten zweijährigen Aufbaustudiengang Master of Evaluation an.


Das Ausbildungsangebot ist das bisher einzige seiner Art in Deutschland und soll Interessent/inn/en die Gelegenheit eröffnen, sich im Rahmen eines Stu­diums mit Masterabschluss zusätzliche Qualifikationen für eine wissenschaftliche bzw. professionelle Tätigkeit in diesem Forschungs- und Berufsfeld anzueignen, das sehr gute berufliche Entwicklungschancen bietet.


Der postgraduale Studiengang wird seit dem Wintersemester 2005/06 auch berufsbegleitend angeboten, d.h. die Veranstaltungen werden thematisch geblockt und an drei aufeinander folgenden Tagen (Donnerstag bis Samstag) ein- bis zweimal pro Monat im Semester angeboten. Das Programm beinhaltet darüber hinaus ein 10-wöchiges Berufspraktikum. Der Studien­gang richtet sich insbesondere an Absolvent/inn/en so­zialwissen­schaftlicher, aber auch an­derer (Fach-)Hochschulstudiengänge aus dem In- und Ausland. Das praxisorientierte Studium bereitet einerseits auf die wissenschaftliche Bearbeitung von Evaluationsfragestellungen vor, andererseits aber auch auf gutachterliche und beratende Tätigkeiten im Evaluationsbereich. Gleichzeitig vermittelt es Kernkompetenzen, die organisationsintern auf Aufgaben im Zusammenhang mit Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung vorbereiten und damit breite Tätigkeitsfelder eröffnen.

 

Studienvoraussetzung für den Masterstudiengang ist nach § 3 der Studienordnung ausschließlich der „Nachweis eines ersten berufsqualifizierenden Hochschulstudiums, das mit einem Bachelor, Master, Magister, Diplom oder einem ersten Staatsexamen abgeschlossen wurde (bzw. Nachweis eines äquivalenten Studienabschlusses)“. Das heißt, alle, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben, können sich um einen Studienplatz bewerben.


Thematisch zielt das Studienprogramm dabei in einem ersten Abschnitt (1. Studienjahr) auf die Vermittlung grundlegender, allgemein für die Evaluation erforderlicher Kenntnisse und Fertigkeiten ab. Wesentliche Inhalte sind hierbei:

  • Evaluationstheorie und -praxis,
  • Organisationswissen,
  • Methoden der Datenerhebung und -auswertung im Evaluationskontext und
  • Schlüsselqualifikationen in den Bereichen Moderation und Mediation, Verhandlungsführung und Projektmanagement sowie Reporting.


Aufbauend darauf erfolgt in einem zweiten Abschnitt (2. Studienjahr) eine Vertiefung der erlernten Inhalte anhand jeweils eines Praxisfeldes der Eva­luation. Zur Auswahl stehen hierbei die folgenden sechs Praxisfelder, die je­weils in direktem Zusammen­hang mit den Forschungs- und Lehrschwer­punkten der beteiligten Hochschul­fakultäten stehen:

  1. Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit,
  2. Evaluation von sozialen Dienstleistungen,
  3. Evaluation im Bildungsbereich,
  4. Evaluation im Gesundheitswesen und
  5. Evaluation von Wirtschaftspolitik.


Den Abschluss des Studiums bildet die Anfertigung einer Master-Thesis mit einer Bearbeitungszeit von drei Monaten.

 

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