Rechtswissenschaft (Juristische Prüfung)

Rechtswissenschaft – auch Jura genannt – ist eines der traditionsreichsten Studienfächer an den Universitäten. Obwohl es an die Studierenden erhebliche Anforderungen stellt, erfreut es sich nach wie vor großer Beliebtheit. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass dieses Studium den Absolvent/inn/en breitgefächerte Berufsmöglichkeiten eröffnet: in der Wirtschaft bei Unternehmen und Verbänden, beim Staat in der Rechtspflege und in der Verwaltung und, nicht zuletzt, eine freiberufliche Tätigkeit in rechtsberatenden Berufen (Rechtsanwalt, Notar).

 

Das Studium umfasst ein breites Spektrum juristischen Grundwissens in den Fächern des deutschen Rechts: Zivilrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht, daneben aber – gerade in Saarbrücken – auch eine intensive Ausbildung in denjenigen Rechtsfächern, welche über das nationale Recht hinausweisen: ausländisches Recht, Rechtsvergleichung, Internationales Privat-, Prozess- und Strafrecht, Völkerrecht, Internationales Wirtschafts- und Steuerrecht sowie das Europarecht.

 

Die meisten juristischen Berufe setzen den Erwerb der Befähigung zum Richteramt voraus, was in Deutschland zu einer so genannten einheitsjuristischen Ausbildung geführt hat. Diese wird durch Rahmenvorschriften des Deutschen Richtergesetzes (DRiG) bundeseinheitlich geregelt und in der traditionellen zweistufigen Form durchgeführt.

 

Für den Zugang zu den klassischen juristischen Berufen ist danach die so genannte voll-juristische Ausbildung erforderlich, bestehend aus

 

  1. einem rechtswissenschaftlichen Studium an einer Universität von vier Jahren, das mit der ersten juristischen Prüfung ("Referendarexamen") abgeschlossen wird und
  2. dem zwei Jahre dauernden juristischen Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung ("Assessorexamen").

 

Ziel der letzten Reform des Deutschen Richtergesetzes ist eine bessere Vorbereitung auf den jeweiligen Beruf, insbesondere den anwaltlichen, unter anderem durch spezielle Veranstaltungen im Studium und eine Verlängerung der Anwaltsstation im Vorbereitungsdienst.

 

 

Nach einem juristischen Studienabschluss mit mindestens der Note "befriedigend" ist die Promotion zum Doktor des Rechts möglich.

 

Rechtswissenschaft kann auch als Nebenfach im 2-Fächer-Bachelor-Studiengang in Kombination mit dem Hauptfach Philosophie studiert werden.