Medizin (Staatsprüfung)

Studienverlauf

Das Studium gliedert sich in einen vorklinischen und einen klinischen Abschnitt und wird bundeseinheitlich durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO, Bundesgesetzblatt I S. 2373) geregelt.

 

Die Vorklinik umfasst die ersten vier Semester des Medizinstudiums. Sie endet mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (nach alter Approbationsordnung: Physikum) und stellt das medizinische Grundstudium dar, in dem die naturwissenschaftlichen Grundlagen (Biologie, Chemie und Physik), Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie, Physiologie und Medizinische Psychologie/Soziologie gelehrt werden. Außerdem gehören Medizinische Terminologie, Einführung in die klinische Medizin, Berufsfelderkundung, sowie ein Wahlfach zu den Pflichtfächern des vorklinischen Studienabschnitts. Neben den klassischen Vorlesungen werden viele Praktika, Kurse und Seminare angeboten. Für die Zulassung zum Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung benötigt man zusätzlich den Nachweis über einen absolvierten Erste-Hilfe-Kurs (der Kursus „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ für den Führerschein reicht nicht aus) sowie den Nachweis über die Ableistung eines Pflegepraktikums von mindestens 90 Tagen.

 

Der klinische Teil des Studiums, der auch das “Praktische Jahr“ beinhaltet, dauert acht Semester und endet mit dem Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Hier lernt man Patienten zu untersuchen, Krankheiten zu verstehen und auch zu behandeln. Bereits erworbenes Grundlagenwissen wird vertieft und theoretische Kenntnisse werden praktisch angewandt. In folgenden Fächern sind Kurse regelmäßig zu besuchen und Prüfungen abzulegen:

 

Fächer

1.

Allgemeinmedizin

12.

Kinderheilkunde

2.

Anästhesiologie

13.

Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik

3.

Arbeitsmedizin, Sozialmedizin

14.

Neurologie

4.

Augenheilkunde

15.

Orthopädie

5.

Chirurgie

16.

Pathologie

6.

Dermatologie, Venerologie

17.

Pharmakologie, Toxikologie

7.

Frauenheilkunde, Geburtshilfe

18.

Psychiatrie und Psychotherapie

8.

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

19.

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

9.

Humangenetik

20.

Rechtsmedizin

10.

Hygiene, Mikrobiologie, Virologie

21.

Urologie

11.

Innere Medizin

22.

Wahlfach

 

 

Querschnittsbereiche

1.

Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik

2.

Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin

3.

Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliche Gesundheitspflege

4.

Infektiologie, Immunologie

5.

Klinisch-pathologische Konferenz

6.

Klinische Umweltmedizin

7.

Medizin des Alterns und des alten Menschen

8.

Notfallmedizin

9.

Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie

10.

Prävention, Gesundheitsförderung

11.

Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz

12.

Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren

 

In den Fächern Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirugie, Kinderheilkunde und Frauenheilkunde sind Blockpraktika vorgeschrieben.

 

In der vorlesungsfreien Zeit stehen Famulaturen (Praktika im Bereich der Krankenversorgung) an. Sie geben einen guten Einblick in die täglichen Aufgaben und Tätigkeitsbereiche von Mediziner/inne/n.

 

Der klinische Teil des Studiums endet mit dem Praktischen Jahr (PJ), das sich in drei Tertiale gliedert. Hier wird man in den Basisfächern Innere Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach ausgebildet. Die Studierenden sollen in dieser Zeit an der Routinekrankenversorgung teilnehmen. Dazu gehören u. a. die Erhebung von Anamnese und Befund, Visiten, Röntgenbesprechungen, pathologisch-anatomische Demonstrationen, Teilnahme an Operationen sowie funktionsdiagnostische Untersuchungen. Die Studierenden sollen Diagnose- und Therapiepläne erstellen, Patienten unter Anleitung und Aufsicht betreuen und ärztliche Tätigkeiten erlernen.

 

Nach dem Praktischen Jahr steht dann das Abschlussexamen, der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung an. Dieser besteht aus einer gemischt schriftlich-mündlich-praktischen Prüfung über den gesamten Stoff des klinischen Studiums. Danach hat man es geschafft, man ist Arzt bzw. Ärztin und erhält die Approbation zur Ausübung des ärztlichen Berufes.

 

Viele Studierende nutzen die Möglichkeit, während ihres Studiums Famulaturen oder einen Teil des Praktischen Jahres im Ausland abzuleisten. Die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg weist in Deutschland den höchsten Anteil an Studierenden auf, die Teile ihres Studiums im Ausland absolvieren. Möglich ist dies durch das Aktionsprogramm European Community Action Scheme for the Mobility of University Students“ (ERASMUS). Durch ein „Europäisches System zur wechselseitigen Anerkennung von Studienleistungen und Diplomen“ (ECTS – European Course Credit Transfer System) wurden Voraussetzungen geschaffen, im Ausland erworbene Scheine an deutschen Universitäten anzuerkennen. An diesem Prozess war und ist die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg maßgeblich beteiligt und ermöglicht damit einem großen Teil ihrer Studierenden, Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

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