Vier Länder, vier Sprachen, ein Studium

Das Studium Materialwissenschaft vernetzt die Saar-Universität mit Hochschulen in Frankreich, Spanien und Schweden.

Das Studienfach in vier verschiedenen Sprachen beherrschen, mag für viele Studenten unmöglich klingen. Dass das zu schaffen ist, zeigen Absolventen der Europäischen Schule für Materialforschung an der Saar-Universität.

 

Von SZ-Mitarbeiter Philip Weber

 

Saarbrücken. "Deutschland ist viel mehr als nur Technologie", findet die 29-jährige Jenifer Barrirero aus Argentinien. Dass das so ist, stellte sie während eines Auslandspraktikums in Göttingen fest. Dort gefiel es ihr so gut, dass sie sich entschied, Deutsch zu lernen und nach ihrem Bachelor in Bio-Ingenieurwesen im 15 000 Kilometer entfernten Europa ihren Master zu machen. Über das Internet fand sie das europäische Master-Programm "Advanced Materials Science and Engineering" (Amase), der die Universität des Saarlandes mit den Unis in Barcelona, Nancy und dem schwedischen Luleå vernetzt. Jeder Materialwissenschaft-Student muss an zwei der Standorte studieren.

 

Professor Frank Mücklich, der den Studiengang vor sechs Jahren ins Leben rief, erklärt die Besonderheit: "Die meisten Masterprogramme sind auf Englisch. Aber wir wollen keine Wissenschafts-Touristen." Deshalb sei die jeweilige Landessprache die Unterrichtssprache, mit Ausnahme von Schweden, wo in englischer Sprache gelehrt werde: "So decken wir alle vier großen Sprachen Europas ab." Der Mehraufwand schrecke aber so manchen Studenten ab: "Sicher kommen deshalb einige nicht, aber viele sind bewusst deswegen hier."

 

So auch Jenifer. Sie entschied sich für Saarbrücken als Heimuniversität, das dritte Semester des zweijährigen Studiengangs verbrachte sie in Barcelona. Derzeit schreibt sie ihre Master-Arbeit über Aluminium-Silizium-Legierungen, die im Automobilbau Verwendung finden sollen. Die Anforderungen an das Material erklärt ihr Dozent: "Der Werkstoff muss leicht sein, gleichzeitig aber auch steif. Trotzdem muss er sich bei einem Crash verformen können."

 

Die Absolventen der Materialwissenschaften schließen ihr Studium mit einem europäischen Abschluss ("Joint degree") ab. Dafür erhält die Europäische Schule für Materialforschung der Saar-Uni drei Millionen Euro Fördermittel von der Europäischen Union.

 

Koordiniert wird der Studiengang von Saarbrücken aus. Dass dabei vier Kulturen aufeinander stoßen, merken nicht nur die Studenten, sondern auch die Verwaltung: "In Schweden zum Beispiel läuft immer alles pünktlich und unproblematisch. In Spanien sind sie freundlich", berichtet Mücklich augenzwinkernd. Jenifer hat in beiden Ländern ihre Studienzeit genossen. In Saarbrücken möchte sie am liebsten promovieren. Ob das klappt, weiß sie noch nicht. Eines steht jedoch fest: "Auch wenn ich Freunde und Familie in Argentinien vermisse, in Europa will ich bleiben."

 

 

Studenten aus aller Welt zieht es in die Saarbrücker Materialforschung (Artikel auf Deutsch)

Die europäische Schule für Materialforschung der Saar-Uni (Eusmat) ebnet Studenten aus der ganzen Welt den Weg nach Europa. Viele Absolventen finden später in europäischen Unternehmen hochqualifizierte Jobs. Die Mexikanerin Isabella Schramm hat sich erst nach einem Studienjahr in Barcelona ins Saarland getraut und will jetzt sogar ihre Doktorarbeit hier schreiben.

 

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www.uni-saarland.de/de/aktuelles/presse/campus-magazin/campus-archiv/2011/august-ausgabe/studenten-aus-aller-welt-zieht-es-in-die-saarbruecker-materialforschung.html

 

 

 

Mexican students of Materials Science visit UdS

 

The week of September 21-25, 2009 a group of Mexican students visited the Department of Materials and Materials Science. This visit was part of a programme of the German Academic Exchange Service (DAAD), who invited 13 students of the National Polytechnic Institute of Mexico to pass one week in Germany. The group spent three days in Saarbrücken and then went to Heidelberg and Nancy (France) for two more days.

 

After having been welcomed by the senior leaders, including Prof. Volker Linnweber, president of the University of the Saarland, the eight female and seven male students in Metallurgical Engineering were given a presentation about the European School of Materials (EUSMAT). Thereafter, Dr. Flavio Soldera gave a lecture on the Joint European Master Programme AMASE, an international Master idy in Materials Science and Engineering. Afterwards Prof. Frank Mücklich gave the students a deeper insight into the field of Materials Science in general and also into his field of specialization, the Functional Materials.

 

On the second day of their stay, the guests from Mexico visited the company NEMAK in Dillingen. Founded in 1992, it operates worldwide and is leading producer of engine blocks and cylinder heads for cars. The company's headquarters is located in Monterrey, Mexico.

In the afternoon, the group went to Völklingen. Since 1994, the retired iron and steelworks of Völklingen figures on the UNESCO list for world cultural heritage. Since 2004, the "„Ferrodrom® – Erlebniswelt Völklinger Hütte“ passes the knowledge about basic iron and steel production and processing on to interested visitors. In addition, the students took a guided tour around the grounds and visited the retired but still very impressive blast furnace.

 

The students dedicated the third day of their visit to the University. They visited the Institute of Polymer Sciences as well as of Polymer interface and adhesion. In the afternoon, the group received an insight into the section for Non-Destructive Testing and the production of New Materials.  

(by Nadine Kreutz)