Die menschliche Wirbelsäule

Aufbau eines Wirbels


Ein Wirbel (vertebra) besteht aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen, einem Wirbelloch und mehreren Fortsätzen (Dorn-, Quer- und Gelenkfortsätze). Der Wirbelkörper ist ventral (bauchwärts) gelegen und trägt die Hauptlast. Da die Wirbel des unteren Wirbelsäulenabschnitts die größte Last tragen müssen nimmt auch die Größe der Wirbelkörper von oben nach unten immer weiter zu. Die einzelnen Wirbelkörper sind durch Bandscheiben miteinander verbunden (Ausnahme: Atlas und Axis).


Dorsal (rückenwärts) befinden sich die Wirbelbogen. Wirbelkörper und Wirbelbogen umschließen das s.g. Wirbelloch. Die Gesamtheit der Wirbellöcher bildet den Wirbel- oder Rückenmarkskanal, welcher das Rückenmark beinhaltet. Zwischen je zwei benachbarten Wirbelbogen ziehen die Rückenmarksnerven durch knöcherne Aussparungen (Zwischenwirbellöcher) aus dem Wirbelkanal heraus.

Abb: Aufbau eines Wirbels am Beispiel eines Brustwirbels (mod. n. Netter, F.H., 1992, Bd.7)

 

Von jedem Wirbelbogen gehen 7 Knochenfortsätze ab: ein Dornfortsatz, welcher sich in der Mitte des Wirbels befindet und nach hinten gerichtet ist, zwei Querfortsätze, welche seitlich rechts und links am Wirbelbogen sitzen sind sowie vier Gelenkfortsätze (2 obere und 2 untere). Zusätzlich bilden die Querfortsätze des 1. - 10. Brustwirbels gelenkige Verbindungen zu den Rippen (siehe Abb. grüner Bereich). Allgemein dienen Dorn- und Querfortsätze als Ansatz bzw. Ursprung für Muskeln und Bänder. Die Gelenkfortsätze bilden kleine gelenkige Verbindung mit den entsprechenden Fortsätzen der Nachbarwirbel was zur Beweglichkeit der Wirbelsäule beiträgt.

Eine Sonderstellung nehmen die ersten beiden Halswirbel (Atlas und Axis) ein. Ihr Aufbau entspricht nicht dem Aufbau der restlichen Wirbel.