Neuer Professor für Kolloid- und Grenzflächenchemie

Tobias Kraus, Leiter des Programmbereichs Strukturbildung am INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien, hat den Ruf der Universität des Saarlandes auf die W3-Professur für Kolloid- und Grenzflächenchemie angenommen. Im Rahmen einer Doppelberufung bleibt er dem INM als Programmbereichsleiter erhalten und schafft so eine starke Verbindung zwischen der Fachrichtung Chemie der Saar-Uni und dem INM.

An der Universität des Saarlandes wird Kraus lehren und Studenten in aktuelle Forschungsarbeiten einbinden. Der Schwerpunkt seiner Forschung bleibt weiterhin am INM. Besonders wichtig ist Kraus die enge Kooperation mit den Fachrichtungen Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, Pharmazie, Physik und Systems Engineering.

In seiner Forschung untersucht Kraus, wie sich Moleküle, Polymere und Partikel zu Materialien verbinden. Er klärt die grundlegenden Mechanismen der Strukturbildung und wendet sie an, um neue Materialien aus flüssigen Vorstufen herzustellen. So strukturiert die Forschungsgruppe funktionelle Oberflächen, ordnet Nanopartikel gezielt an und kombiniert Partikel und Polymere zu funktionalen Hybriden. Die Grundlagenforschung führt dabei zu neuen Materialkonzepten, zum Beispiel zu Hybridtinten, mit denen man sofort leitfähige elektrische Leiterbahnen schreiben und drucken kann.

Der Forschungsstandort Saarland ist bekannt für die chemische Synthese neuer Materialien. Dieses Profil möchte Kraus weiter schärfen. Durch die Doppelberufung wird die enge Verbindung zwischen Universität und INM weiter gestärkt. Die Studierenden der Saar-Uni erhalten einen unmittelbaren Zugang zur Forschung des INM. Gleichzeitig profitiert das INM von engagierten Studenten mit frischen Ideen.