Forschung an der Universität des Saarlandes

Porträtfoto von Matthias Hannig, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer

 

Fünf Fragen an Matthias Hannig, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der Universität des Saarlandes

 

 

Was kennzeichnet die Forschung an der Universität des Saarlandes?

Die Universität des Saarlandes hat drei Forschungsschwerpunkte herausgebildet, in denen sie besonders stark ist und internationale Anerkennung findet. Das sind die Informatik, der NanoBioMed-Schwerpunkt, der die Biowissenschaften, Materialforschung und Medizin umfasst, sowie die Europastudien. Zur Forschungsstärke der Informatik tragen die auf dem Campus angesiedelten beiden Max-Planck-Institute, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und weitere IT-Institute wesentlich bei. Die Forschung in den Bio- und Materialwissenschaften wird unter anderem an zwei Fraunhofer-Instituten, einem Leibniz-Institut, sowie dem Helmholtz-Institut der Pharmazie engagiert vorangetrieben. Über diese Institute sind alle großen Wissenschaftsorganisationen in Saarbrücken vertreten.

 

Worin liegt die Forschungsstärke der Universität des Saarlandes begründet?

In der Informatik werden im Rahmen der Exzellenzinitiative sowohl ein Exzellenzcluster als auch eine Graduiertenschule gefördert, insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Brücke von den Sprachwissenschaften zur Informatik schlägt ein seit kurzem bewilligter Sonderforschungsbereich (SFB) der Linguistik. Im NanoBioMed-Schwerpunkt gibt es außerdem drei SFBs und drei Graduiertenkollegs. Die Europastudien werden unter anderem am Europa-Institut, am Zentrum für historische Europastudien und einem internationalen Graduiertenkolleg vorangetrieben. Die Universität hat ihre Berufungspolitik strategisch auf diese Schwerpunkte ausgerichtet, so dass sie gemessen an ihrer Größe damit überproportional erfolgreich ist.

 

Woher kommen die meisten Fördermittel?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Universität des Saarlandes mit den meisten Drittmitteln, im Jahr 2013 mit rund 24 Mio. Euro. Dies liegt zum einen am Erfolg in der Exzellenzinitiative, beruht aber auch auf rund 250 Einzelprojekten allein im letzten Jahr. Außerdem finanzieren das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie andere Bundesministerien Projekte mit rund 13 Mio. Euro. Erfreulich ist auch die Steigerung bei der europäischen Förderung. Hier konnte die Saar-Uni etwa beim ERC-Grant punkten. Außerdem wird die Forschung an der Saar-Uni von der Industrie unterstützt. Der Technologietransfer wird auch durch An-Institute wie dem Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik und dem Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik vorangetrieben.

 

Wie wird an der Universität des Saarlandes der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert?

Motivierte Studenten können frühzeitig an Forschungsprojekten mitwirken. Darüber kommen viele zu ihrem Dissertationsthema. In mehreren Graduiertenkollegs und der exzellenzgeförderten Graduiertenschule der Informatik werden Doktoranden finanziell unterstützt und intensiv betreut. Auch an den Lehrstühlen und den außeruniversitären Forschungsinstituten gibt es zahlreiche, oft über Drittmittel finanzierte Doktorandenstellen. Über das Graduiertenprogramm GradUS werden alle Doktoranden beim wissenschaftlichen Schreiben und der Selbstorganisation während der Promotionsphase unterstützt.

 

Was schätzen Sie besonders an der Forschungslandschaft der Saar-Uni?

Die internationale Vernetzung und Reichweite sowie die vielfältige interdisziplinäre Forschung, die den Blick über die eigenen Fächergrenzen hinweg öffnet und an der Saar-Uni in großen Verbundprojekten exzellent umgesetzt ist. Auch die kurzen Wege an den Standorten in Saarbrücken und Homburg empfinde ich als sehr angenehm. Durch die Campus-Atmosphäre kommt man schnell ins Gespräch und ist auch nah bei den Studierenden und Doktoranden.

 

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