Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. fördert Forschungsprojekt am Homburger José Carreras Zentrum
165.600 Euro zur Verbesserung der Therapie akuter Leukämien sowie der Knochenmarkstransplantation
In einem Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Ulrich Mahlknecht (42) am José Carreras Zentrum für Immuntherapie und Gentherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg fördert die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. ab November 2009 ein wissenschaftliches Forschungsprojekt.
Ziel ist die Untersuchung der Mechanismen zellulärer Adhäsion, also der Anhaftung von Zellen, sowie die Entwicklung neuartiger epigenetischer Therapieverfahren zur Regulation des Adhäsionsverhaltens blutbildender Vorläuferzellen sowie von Leukämiezellen.
Epigenetische Therapieverfahren sind innovative Behandlungskonzepte, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen, weil sie nebenwirkungsarm und trotzdem sehr effektiv sind. Sie werden zunehmend Bestandteil von Therapieverfahren für ältere und multimorbide Patienten, denen hoch dosierte Chemotherapieverfahren nicht zugemutet werden können.
„Hohes Lebensalter“ so Mahlknecht „stellt den vordergründigsten Risikofaktor für die Entwicklung einer bösartigen Tumorerkrankung dar. Die meisten unserer Patienten sind ältere Patienten, die häufig eine oder mehrere Begleiterkrankungen zusätzlich zu ihrer Krebserkrankung haben. Dies schränkt den behandelnden Arzt in seiner Therapieauswahl deutlich ein. Im schlimmsten Fall kann bei solchen multimorbiden Patienten eine Krebserkrankung allein aufgrund der Begleiterkrankungen nicht behandelt werden, da man den Patienten damit mehr schaden als nützen würde. Die Entwicklung neuartiger Behandlungsverfahren speziell für diese deutlich wachsende Patientengruppe ist daher sehr wichtig und wesentlicher Gegenstand unserer Forschungsarbeiten am José Carreras Zentrum in Homburg.“
Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich MAHLKNECHT, PhD (NY),
Universitätsklinikum des Saarlandes, José Carreras Zentrum für Immuntherapie und Gentherapie
Kirrberger Straße, Geb. 45.3
66421 Homburg/Saar, Tel.: (06841) 16-21361, Fax: (06841) 16-21389
E-Mail:
Ulrich.Mahlknecht(at)uks.eu
Hintergrundinformation:
Projekt: DJCLS R 09/20
Epigenetische Beeinflussung des Adhäsionsverhaltens blutbildender Vorläuferzellen aus dem Knochenmark
Krebs ist häufig und die Transplantation blutbildender, in der Fachsprache hämatopoetischer, Stammzellen wird mit der Hoffnung eine Heilung zu erzielen, weltweit immer häufiger durchgeführt. Allerdings birgt diese Therapieform zahlreiche Risiken, die sowohl auf der Seite des Spenders (z.B. wenn sich keine ausreichende Menge an blutbildenden Stammzellen sammeln lässt), als auch auf der des Empfängers für Komplikationen sorgen können (z.B. wenn die transplantierten Zellen nicht zur ausreichenden Wiederherstellung des gesunden Knochenmarks führen). Ferner können im Anschluss an die Behandlung von z. B. akuten Leukämien selbst nach ansonsten erfolgreicher und komplikationsloser Transplantation von Stammzellen eines gesunden Fremdspenders noch Krankheitsrezidive auftreten.
Gestützt durch Vorarbeiten der Arbeitsgruppe von Professor Mahlknecht liegt die Vermutung nahe, dass die o. g. Probleme im Rahmen einer Stammzelltransplantation zumindest teilweise durch das Adhäsionsverhalten hämatopoetischer bzw. leukämischer Stammzellen bedingt sind. Durch eine therapeutische Intervention könnte dies beeinflusst werden.
Ziel des durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. geförderten Forschungsvorhabens ist die Entwicklung neuartiger epigenetischer Therapieansätze mit deren Hilfe sich das Adhäsionsverhalten sowohl von blutbildenden Stammzellen als auch von Leukämiezellen beeinflussen lässt. An zwei klinischen Beispielen lässt sich verdeutlichen, warum die Regulation des Adhäsionsverhaltens von solch herausragender Bedeutung ist: Bei der Sammlung von blutbildenden Stammzellen für eine spätere Stammzelltransplantation ist es wichtig, möglichst viele Stammzellen über das periphere Blut zu sammeln – dies ist dann besonders gut möglich, wenn diese Stammzellen möglichst wenig an ihrer Umgebung haften, die Adhäsion der Stammzellen an umgebende Zellen also möglichst gering ist. Umgekehrt wünscht man sich bei der Transplantation von blutbildenden Stammzellen, dass diese möglichst schnell und effektiv im Knochenmark anhaften und wachsen, dass die Adhäsion der Stammzellen in diesem Falle also möglichst stark ausgeprägt ist. Die vorliegende Studie soll die Grundlagen für eine spätere klinische Studie liefern.






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