Abschiedsvorlesung von Professor Claude Witz

Am Freitag, dem 9. Juni 2017, versammelten sich knapp 300 Gäste – Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft, kollegiale und wissenschaftliche Weggefährten, Freunde, Ehemalige und Studierende – aus dem In- und Ausland im voll besetzten Hörsaal 0.18 zur Abschiedsvorlesung von Univ.-Professor Dr. Dr. h.c. Claude Witz. Zunächst würdigte der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Roland Michael Beckmann das Wirken und die Verdienste von Claude Witz in Forschung und Lehre, der sich als dienstältester aktiver Professor der Universität des Saarlandes zum Ende des laufenden Semesters aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Bereits seit dem Jahr 1980 hat Claude Witz den Lehrstuhl für französisches Zivilrecht inne, dem er trotz Rufe an andere Universitäten immer treu geblieben ist. Die Leistungen seines Schaffens sowohl für das Centre juridique franco-allemand als auch für die Rechtswissenschaftliche Fakultät wurden gewürdigt; dabei wurden auch seine gefragte Expertise in renommierten internationalen Gremien, aber auch die besondere persönliche und kollegiale Wertschätzung in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät hervorgehoben.

Nach einem pointierten Blick auf den Beginn und die Zeit seiner Tätigkeit in Saarbrücken seit dem Jahre 1980 hielt Claude Witz seine Abschiedsvorlesung zum Thema „Die Definition des Vertrages im reformierten Code Civil“ («La définition du contrat dans le Code civil réformé»). Mit seinen Ausführungen kam er einmal mehr seiner Rolle als Mittler des französischen Zivilrechts in Deutschland nach. Kritisch beleuchtete Witz die neue, seit Oktober 2016 geltende Definition des Vertrages in Art. 1101 des französischen Code civil, die sich auf die Obligationen konzentriere, ohne insbesondere rechtsübertragende Verträge zu berücksichtigen. Des Weiteren ging Witz der Frage nach, ob sich die frühere Unterscheidung zwischen contrat und convention, auf die der französische Gesetzgeber im neuen Vertragsrecht verzichtet hat, tatsächlich weggefallen ist oder ob doch noch rechtliche Ansätze dieser Unterscheidung existieren. Die Ausführungen schlossen mit einem Fazit aus dem Blickwinkel von Montesquieu einerseits sowie von Franҫois Laurent andererseits. Den fesselnden Ausführungen von Claude Witz, aber besonders seiner Person zollte das Auditorium anschließend stehende Ovationen. Es wurde offenbar, dass dieser Abschied schwer fällt.

Mit einer Überraschung wartete noch das Lehrstuhl-Team von Claude Witz auf und überreichte ihm ein persönliches Geschenk: zu einem Buch gebundene, gesammelte persönliche Erinnerungen vieler Wegbegleiter, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ehemaliger Studierender. Der festlichen Abschiedsvorlesung folgte ein stimmungsvoller Empfang im Foyer der Fakultät, zu dem Claude Witz eingeladen hatte.

 

Im Folgenden finden sich einige Impressionen von der Veranstaltung:

 
 
 
 
 

 

Hier geht es zur Presseerklärung der Universität zur Abschiedsvorlesung:
www.uni-saarland.de/nc/aktuelles/artikel/nr/17504.html