12.06.2013

Pressemitteilung der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Category: Aktuell

Artikel downloaden

 

Pressemitteilung Nr. 64 | 7. Dezember 2012


„Twinlife“: Weltweit einmalige Studie zu sozialer Ungleichheit


DFG richtet neues Langfristvorhaben ein / 4000 Zwillingspaare als Teilnehmer / Fragen nach dem Zusammenspiel von Genen und Umwelt

 


Wie entsteht soziale Ungleichheit? Und wie wirken dabei Gene und Umweltfaktoren zusammen? Zur Klärung  dieser  Fragen  richtet  die  Deutsche  Forschungsgemeinschaft  (DFG)  ein  neues Langfristvorhaben  ein.  In  diesem  wollen  Wissenschaftlerinnen  und  Wissenschaftler  an  den Universitäten Bielefeld und Saarbrücken 4000 Zwillingspaare in unterschiedlichen Lebensabschnitten befragen,  umso  besser  zu  verstehen,  wie  aus  individuellen  Unterschieden  soziale  Ungleichheit erwächst.  Titel  der  weltweit  einmaligen  Studie:  „Genetic  and  Social  Causes  of  Life  Chances. Establishing  a  Genetically  Informative,  Longitudinal  Study  of  the  Life Course  and  Individual Development (TWINLIFE)”.


Die cross-sequenzielle, verhaltensgenetische Studie ist auf zwölf Jahre angelegt und wird zunächst in den  kommenden  drei  Jahren  mit  gut  vier  Millionen  Euro  gefördert.  Mit  ihr  soll  die  Entstehung sozialer  Ungleichheit  über  die  Lebensspanne  erforscht  werden.  Die  beteiligten  Psychologen  und
Soziologen  fokussieren  dabei  auf  fünf  bedeutsame  Bereiche:  Bildung  und  Bildungserfolg,  Karriere und Erfolge auf dem Arbeitsmarkt, Integration und Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben,  Lebensqualität  und  wahrgenommene  Handlungsmöglichkeiten  und  schließlich Verhaltensprobleme  und  abweichendes  Verhalten.  Die  so  erhobenen Daten  sollen  der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich gemacht werden.


Mit  ihren  Langfristvorhaben  stellt  die  DFG  in  den  Verhaltens-  und  Sozialwissenschaften  ein geeignetes  Förderinstrument  bereit,  um  methodisch  aufwendige  Untersuchungen  durchzuführen. Der  langfristige  Planungshorizont  von  bis  zu  zwölf  Jahren  ermöglicht  die  Erhebung  umfangreicher Datensätze  und  die  Erforschung  langfristiger  Veränderungsprozesse.  Damit  trägt  das Langfristprogramm entscheidend zum Aufbau dauerhafter Infrastrukturen im jeweiligen Fach bei.