Backpacking: Der geeignete Rucksack

Die Studienzeit nutzen viele, um in den Semesterferien oder während eines Auslandssemerster ferne und interessante Länder zu erkunden. Wer erst einmal seinen Abschluss in der Tasche hat und die Karriereleiter erklimmen möchte, der hat kaum noch Zeit lange Reisen zu unternehmen. Der Haken daran: Aufgrund von Studiengebühren und weiteren notwendigen Ausgaben ist meistens nicht viel Geld fürs Reisen übrig. Daher entscheiden sich viele Studenten und Studentinnen fürs Backpacking, denn das ist eine günstige Alternative. Darüber hinaus locken Freiheit und Abenteuer sowie die Möglichkeit, Land und Leuten viel näher zu kommen als das bei einer Pauschalreise möglich wäre. Damit die Rucksack-Reise jedoch ein Vergnügen wird, ist die richtige Ausrüstung entscheidend und dazu gehört vor allem ein geeigneter Rucksack. Was zeichnet diesen aus?

 

1. Material

Ein geeigneter Rucksack sollte aus robusten, witterungsbeständigen Materialien bestehen und sauber verarbeitete Nähte besitzen. Ein UV-Schutz ist ebenfalls empfehlenswert, denn er sorgt dafür, dass der Rucksack auch extremen Witterungsbedingungen standhält. Manche Modelle besitzen bereits einen integrierten Regenschutz in Form einer Hülle, die bei Bedarf sie und ihren Inhalt vor starken Regenfällen schützt. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich einen separaten Nässeschutz kaufen. Praktisch sind gleichfalls Regencapes oder –ponchos, die nicht nur das Gepäck, sondern auch den Träger schützen.

 

2. Beschaffenheit

Eine große Rolle für die Qualität eines Backpacking-Rucksackes spielt auch seine Beschaffenheit, also seine Fächereinteilung, sein Volumen, sein Tragesystem sowie seine Polsterung. Volumen und Fächereinteilung entscheiden darüber, was alles auf die Reise mitgenommen und wie praxistauglich es verstaut werden kann. Daher empfehlen sich normalerweise zwei Modelle: Der Touren- und der Trekking- oder Schwerlastrucksack.

 

  • Tourenrucksack: Mittelgroßes Modell mit einem Volumen von 30 bis 45 Litern und unterschiedlichen Innen- und Außenfächern, das sich für mehrtägige Touren inkl. Übernachtung eignet. Einige Modelle sind außerdem für spezielle Aktivitäten (z.B. hochalpine Touren) konzipiert.
  • Trekkingrucksack: Großes Modell mit einem Volumen von 60 Litern und mehr, mit dem ein Gewicht von bis zu 50 kg transportiert werden kann. Es bietet mit unterschiedlichen Fächern Platz für Zelt, Isomatte, etc. und besitzt ein Innen- oder Außengestell. Zu empfehlen für: Mehrwöchige Touren und Reisen.

 

Eine Alternative ist der Kofferrucksack, wenn die Rundreise regelmäßig durch Hotelübernachtungen unterbrochen oder eine längere Zeit im gleichen Hotel verbracht wird. In diesem Fall sollte ein Tagesrucksack, den es zum Beispiel hier gibt, mitgenommen werden. Dieser ist praktisch für Ausflüge und Tagestouren.

 

  • Kofferrucksack: Ein großes Modell mit einem Volumen von 45 Litern und mehr. Durch ein versteckbares Tragesystem eignet er sich hervorragend für Rundreisen mit Bus, Zug oder Flugzeug. Neben einem großen Hauptfach besitzt es normalerweise weitere Außenfächer.
  • Daypack/ Tagesrucksack: Kleines Modell mit einem Volumen von ca. 25 Liter. Ein praktischer Rucksack für Ausflüge, Tagestouren, Stadtbummel, etc., der ebenfalls über verschieden große Fächer verfügt. Bei großen Schwerlastrucksäcken ist dieser teilweise integriert und abnehmbar.

 

Neben Dauer und Art der Reise sollten die körperlichen Voraussetzungen bei der Entscheidung für ein bestimmtes Modell berücksichtigt werden. Schließlich muss ein großvolumiger Rucksack, in dem viele Dinge Platz finden, auch vom Reisenden getragen werden können, und zwar über einen längeren Zeitraum. Ein kräftiger, großer Mann kann sich durchaus für einen Rucksack mit einem Volumen von 75 Litern und mehr entscheiden, eine zierliche Frau sollte einen kleineren mit ungefähr 50 Litern wählen. Des Weiteren sollte die Rückenlänge von Träger oder Trägerin ermittelt werden, denn diese ist bei jedem Menschen verschieden und hat nichts mit der Körpergröße zu tun.

 

  • Ermittlung der Rückenlänge: Messen Sie von der Oberkante des Schulterblatts nach unten zur oberen Kante des Beckenknochens.

 

Passend für verschiedene Rückenlängen werden unterschiedliche Modelle angeboten. Auch die Entscheidung für einen Rucksack mit einem verstellbaren Rückensystem ist denkbar, der von Personen mit unterschiedlich langem Rücken getragen werden kann. Wichtig für den Tragekomfort sind außerdem breite, gepolsterte und verstellbare Schultergurte, ein ebensolcher Hüftgurt sowie ein ergonomisch geformtes Rückenpolster aus einem atmungsaktiven Material.
Das Tragesystem sorgt letztlich dafür, dass die Last auf die Hüfte verlagert wird, wodurch das Gewicht leichter zu tragen ist und der Rücken entlastet wird.

 

3. Fächernutzung und Gewichtsverteilung

Als Richtwert für das Gewicht eines gepackten Rucksacks wird ¼ des Körpergewichts angegeben. Um dieses optimal zu verteilen, sind qualitativ hochwertige Rucksäcke normalerweise so konzipiert, dass sie eine optimale Gewichtsverteilung ermöglichen.

 

Grundsätzlich gilt, dass schwere Gegenstände ins Hauptfach gehören und möglichst weit unten und nahe an den Schultern bzw. am Rücken platziert werden sollten. Des Weiteren ist wichtig, schwere Dinge nicht nur auf eine Seite zu verlagern, sondern möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das sollte nicht nur fürs Hauptfach gelten, sondern gerade auch für die Seitenfächer. Diese sowie das obere Fach, das sogenannte Fanny Pack, das Touren- und Trekkingrucksäcke häufig besitzen, sind bestens geeignet, um darin wichtige Dinge zu verstauen, die schnell griffbereit sein müssen.

 

Mögliche Verteilung

Hauptfach: Kleidung, Hygiene, Essen, Kocher, etc.
Bodenfach: Schlafsack, leichte Gegenstände. Eine gute Verteilung, verleiht dem Rucksack Stabilität.
Fanny Pack, Seitentaschen: wichtige Dinge wie Trinkflasche, Snacks, Sonnenbrille, Messer, Karte, Geldbeutel, usw.

 

Damit nichts vergessen wird, sollte ein Backpacking-Rucksack vor der Reise einmal zur Probe gepackt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass man sich in Ruhe Gedanken machen kann, was alles mitgenommen werden soll und wie diese Dinge alle in den Rucksack passen. Beim späteren Wiederfinden während der Reise hilft, sich einen Plan zu machen und seine Sachen immer auf die gleiche Weise zu verstauen. Rucksackmodelle mit einem umlaufenden Reißverschluss, durch den der Rucksack wie ein Koffer aufgeklappt werden kann, eignen sich besonders gut für einen schnellen Überblick. In einen geeigneten Rucksack zu investieren, kann sich für die Unternehmung „Backpacking“ somit sehr lohnen.

Backpacking: Der geeignete Rucksack (Quelle: fotolia.com)