Vater des Monats: Archiv

Dr. Nicolas Becker

Dr. Becker mit Tochter

Geburtsdatum: 13.12.1981
Familienstand: verheiratet
Anzahl und Alter der Kinder: eine Tochter (*2013)
Fachbereich an der Universität des Saarlandes und Tätigkeit: FR 5.3 Psychologie; Differentielle Psychologie und psychologische Diagnostik; Akademischer Rat

Welche Aktivitäten mit Ihrem Kind machen Ihnen am meisten Spaß?
Viele :-). Beispielhaft zu nennen sind: Schwimmen gehen, Kuchen backen, Malen, Spazieren gehen, Enten füttern, mit Puppen und Stofftieren spielen, Bücher lesen, Familie und Freunde besuchen oder auch nur mal ein gemeinsames Mittagsschläfchen.

Wie teilen Sie sich die Erziehung des Kindes mit der Mutter auf?
Meine Frau und ich sind beide berufstätig und teilen uns die Kinderbetreuung etwa hälftig auf. Da ich in meiner beruflichen Tätigkeit zeitlich deutlich flexibler bin, springe ich ein, wenn es bei meiner Frau gerade nicht passt. Von den Aktivitäten her gibt es keine feste Trennung, außer beim Schwimmen, das macht mir deutlich mehr Spaß als meiner Frau. Ansonsten unternehmen wir vor allem am Wochenende viel zusammen.

Haben Sie Elternzeit in Anspruch genommen?
Ja, weil es mir wichtig war, einen frühen Lebensabschnitt meiner Tochter intensiv miterleben zu können. Wir haben uns die Elternzeit hälftig aufteilt. Meine Frau hat die ersten sieben Monate übernommen, ich die zweiten. In dieser Zeit habe ich sehr viel mit meiner Tochter erleben können (Krabbelgruppe, Babyschwimmen, etc.). Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.

Wie gut gelingt Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Welche Problemfelder ergeben sich eventuell?
Sehr gut. Dies liegt vor allem an den flexiblen Arbeitszeiten an der Universität sowie dem Ganztagskrippenplatz, den wir für unsere Tochter haben. Mit einem Halbtagsplatz und festen Arbeitszeiten würde mir die Vereinbarkeit deutlich schwerer fallen.

Wird die Vereinbarkeit durch bestimmte Aspekte der Arbeit an der Universität (z.B. flexible Arbeitszeit) erleichtert?
Vor allem die flexiblen Arbeitszeiten und die Ortsunabhängigkeit tragen deutlich zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. Bei vorhersehbaren (Impftermine, U-Untersuchungen) sowie unvorhersehbaren Ereignissen (Krankheit) fällt es mir leichter, dies mit meiner Arbeit zu arrangieren. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das große Verständnis meines Vorgesetzten (Prof. Dr. Frank M. Spinath), der mich in allen Belangen unterstützt (z.B. stand es zu keinem Zeitpunkt in Frage, dass ich die Elternzeit nehmen kann). In unserer Arbeitseinheit wird die familiengerechte Hochschule wirklich gelebt!

Welche familienbezogenen Angebote der Universität des Saarlandes (z.B. Kindertagesstätte für Bedienstete der UdS, Online-Babysitting-Börse, Väterworkshops) nutzen Sie bzw. haben Sie genutzt?
Ich habe 2009 an einem Väterworkshop teilgenommen. Damals war der Kinderwunsch bei meiner Frau und mir schon vorhanden, aber die konkrete Planung stand noch aus. Mir hat der Austausch mit anderen Männern, die in einer ähnlichen Lage bzw. bereits Vater waren, sehr geholfen, um Schreckgespenste zu vertreiben, die einem im Kopf herumgeistern. Vor allem hat mich der Väterworkshop in meinem Entschluss gestärkt, Elternzeit zu nehmen. Die Kindertagesstätte für Bedienstete der UdS und die Online-Babysitting-Börse nutze ich nicht. Dies liegt vor allem daran, dass ich außerhalb von Saarbrücken wohne und sich unser Familienleben weitestgehend in Zweibrücken abspielt. Sonst würde ich diese Angebote auf jeden Fall nutzen.

Welchen Tipp würden Sie einem angehenden Vater gerne mit auf den Weg geben?
Zwei Dinge:
1.) Immer locker bleiben! Kinder wurden und werden unter ganz anderen Lebensumständen (Krieg, Armut, etc.) großgezogen und überleben trotzdem. Diese Perspektive relativiert die meisten (kleinen) Schreckgespenste, die sich in unserem westeuropäischen Alltag bieten. Wichtig ist vor allem, dass das Kind gesund ist, und das trifft statistisch in einer an 100% grenzenden Zahl der Fälle zu.
2.) Ein emanzipierter Vater sein! Ich erlebe es (bei weitem nicht immer aber) oft, dass Mütter ein Rollenverständnis leben, in dem sie die primäre Bezugsperson für das Kind sind. Die Zeit mit dem Kind ist viel intensiver und schöner, wenn man sich gleichberechtigt (aber auch „gleichbepflichtigt“) zur Mutter versteht und verhält.

Dr.-Ing. Markus Kühn

Geburtsdatum: 24.08.1977
Familienstand: Verheiratet
Anzahl und Alter der Kinder: 3 Kinder: 4 Jahre, 2 Jahre, 1 Monat
Fachbereich an der Universität des Saarlandes und Tätigkeit: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Grundgebiete der Elektrotechnik

Wie teilen Sie sich die Erziehung der Kinder mit der Mutter auf?
Meine Frau hat momentan zur Betreuung unseres jüngsten Kindes Matthias Elternzeit genommen. Bis zum 1. Geburtstag wird sie zuhause bleiben und den überwiegenden Teil der Betreuungs- und Erziehungsarbeit stemmen. Für den dritten und fünften Lebensmonat von Matthias habe ich ebenfalls Elternzeit beantragt.

Welche Aktivitäten mit Ihren Kindern machen Ihnen am meisten Spaß?
Zeit mit unseren Kindern zu verbringen bereitet mir große Freude. Zu sehen, wie ihre Entwicklung voranschreitet und wie sie immer mehr dazulernen, ist sehr spannend. Viele Etappen haben wir mit unserer Videokamera festgehalten und es ist immer wieder schön, sich Aufzeichnungen anzuschauen. Gerne gehe ich mit den Kindern spazieren oder zum Einkaufen. Sehr entspannend ist es hierbei, wenn ich mit einem Kind alleine unterwegs bin. Man kann sich so intensiv unterhalten und auf die einzelnen Wünsche des Kindes besser eingehen. Wenn wir alle fünf unterwegs sind kann es schonmal vorkommen, dass der Stressfaktor sehr dominiert. Und so ist man am Ende des Tages froh, wenn man in seinem Bett liegt, um neue Energie zu tanken für den nächsten Tag, der auch bestimmt wieder die eine oder andere Überraschung mit sich bringen wird.

Wie gut gelingt Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Gerade in der heutigen Zeit ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtiger denn je. Wie jeder im Grunde weiss, sind die Probleme der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland hausgemacht. Die immer wieder vielfach lamentierte zu geringe Geburtenrate, insbesondere bei Akademikern, kommt ja nicht von ungefähr. Viele Menschen sehen sich vor der Entscheidung zwischen Beruf bzw. Karriere und Familie, d. h. heiraten und Kinder kriegen. Ich denke, in einer gesunden Gesellschaft gibt es nicht die Entscheidung zwischen Karriere und Kindern, sondern es stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Diese Vereinbarkeit kann gelingen, wenn man seinen Tagesablauf klar strukturiert und organisiert. Ich denke, dass diese Bedingung zwar notwendig ist, jedoch bei Weitem noch nicht hinreichend. Damit Vereinbarkeit auch wirklich gelingt, muss das Umfeld am Arbeitsplatz hierfür stimmen. Die Universität des Saarlandes ist mit audit familiengerechte Hochschule sicherlich auf einem sehr guten Weg. Ich hoffe, dass diesbezüglich weiterhin auf der ganzen Breite Werbung gemacht wird, da die Positionierung der Universität zu diesem Thema sicher noch nicht bei allen Lehrstühlen angekommen ist.

Haben Sie Elternzeit in Anspruch genommen?
Die Inanspruchnahme von Elternzeit bei Vätern ist über die Regelung zu den Partnermonaten seitens der Politik ausdrücklich gewünscht. Diese Monate fest an die Inanspruchnahme durch die Väter zu binden ist meiner Meinung nach aus der Weitsicht erfolgt, die wir Bürger uns auch bei vielen weiteren Themen in der Politik wünschen würden. Selbstverständlich habe ich Elternzeit in Anspruch genommen, um in dieser wichtigen Phase die persönliche Bindung zu unseren Kindern zu intensivieren und meinen individuellen Beitrag zur Erziehung zu leisten.

Welchen Tipp würden Sie einem angehenden Vater gerne mit auf den Weg geben?
Mit der Entscheidung für ein Kind ist der berufstätige angehende Vater bereits auf dem richtigen Weg. Er hat nicht die Entscheidung zwischen Beruf und Familie gefällt, sondern wird sich mit der Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinandersetzen. Nachdem ich selbst die familienbezogenen Angebote der Universität des Saarlandes wie z. B. Väterworkshops leider nicht in Anspruch genommen habe, kann ich nun zur Nutzung dieser unbedingt raten. Oft ist auch ein Ansprechpartner sehr hilfreich, wenn es letztendlich mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus Gründen, die man selbst jedoch nicht beeinflussen kann, nicht so richtig gelingen mag.

Thorsten Bornträger

Geburtsdatum: 03.09.1982
Familienstand: verheiratet
Kinder: Emely (16 Monate)
Fachbereich an der Universität des Saarlandes und Tätigkeit: Geschäftsführer der Fakultät 4

Wie teilen Sie sich die Erziehung des Kindes mit der Mutter auf?
Meine Frau arbeitet halbtags und fängt gerne relativ früh an, da es im Büro am frühen Vormittag noch weitgehend ruhig ist. Ich bringe daher morgens unsere Kleine in die KiTa und gehe danach an meinen Arbeitsplatz. Nach dem Mittagessen in der KiTa wird Emely von meiner Frau abgeholt und die beiden verbringen den Nachmittag zusammen. Sind wir alle zuhause, so versuchen meine Frau und ich die Kinderbetreuung möglichst gleichmäßig aufzuteilen.

Welche Aktivitäten mit Ihrem Kind macht Ihnen am meisten Spaß?
Es gibt keine speziellen Aktivitäten, die ich hervorheben könnte. Ich finde es einfach schön, Zeit mit meiner Familie zu verbringen, unabhängig davon, womit wir diese Zeit füllen.

Wie gut gelingt Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?
Die moderne Gesellschaft verlangt schon nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei im Zweifelsfall dem Beruf leider immer die höhere Priorität zugeordnet wird, was unter anderem als ein Grund für die sinkende Geburtenrate angegeben wird. Die Universität als Arbeitgeber ist ein Beispiel, wie gelungene Vereinbarkeit funktionieren kann. Durch flexible Arbeitszeitgestaltung und nahezu uneingeschränkte Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Elternzeit, Kindergeld und Sonderurlaub nimmt sie einen erheblichen Teil des gesellschaftlich gewachsenen Belastungsdrucks weg, der in vielen Betrieben der freien Wirtschaft häufig vorherrscht – auch wenn dies bisweilen zu einer Mehrbelastung der UdS bzw. des Arbeitsbereiches geschehen kann. Ich selbst habe zudem noch das Glück, mit dem Dekan meiner Fakultät einen sehr verständnisvollen Vorgesetzten zu haben. Die Universität und insbesondere auch der Dekan geben mir das Gefühl, dass organisatorische Fragen im familiären Bereich und im beruflichen Bereich gleichwertig sind und durch gegenseitige Rücksichtnahme eng miteinander verflochten werden können, wofür ich sehr dankbar bin.

Welche familienbezogenen Angebote der Universität des Saarlandes nutzen Sie bzw. haben Sie genutzt?
Seit Oktober 2011 besucht Emely vormittags die Kindertagesstätte für Kinder von Bediensteten der Universität. Im Frühjahr 2011 habe ich am Väter-Workshop im Rahmen des Männer/Väter-Audit teilgenommen und konnte dadurch eine sehr viel weitere Sicht auf meine eigene Situation und die Situation von Vätern an der UdS allgemein gewinnen.

Haben Sie Elternzeit in Anspruch genommen?
Ja, weil ich unbedingt mehr Zeit mit meiner Tochter verbringen wollte. Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter verläuft die kindliche Entwicklung sehr schnell.

Welchen Tipp würden Sie einem angehenden Vater gerne mit auf den Weg geben?
Ich kann jedem nur empfehlen, Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Schon zwei Monate geben mehr zurück, als man sich vorstellen kann und entlasten in dieser Zeit auch die Mutter des Kindes. Gerade bei einer Vollzeitbeschäftigung kann man nicht erahnen, was man alles verpasst, Schon eine kurze Auszeit (möglicherweise auch nur als befristete Reduktion der Wochenarbeitszeit) hilft, eine deutlich engere Beziehung zwischen Vater und Kind aufzubauen. Auch die Kinder finden sehr viel leichter wieder zum „arbeitenden Papa“, wenn dieser einmal nur für sie da sein konnte – sei es auch nur für ein paar Wochen.

Erich Reindel

Geburtsdatum: 03.09.1964
Familienstand: verheiratet
Anzahl der Kinder: Franziska (4 Monate), Patrick (12 Jahre)
Fachbereich an der Universität des Saarlandes und Tätigkeit: Geschäftsführer der Fachrichtung Informatik

Wie teilen Sie sich die Erziehung der Kinder mit der Mutter auf?
Wenn ich zuhause bin teilen wir uns die Betreuung von Franziska ungefähr 50:50 auf. D.h. aber auch, dass unter Woche meine Frau die meiste Zeit mit ihr verbringt. Bei „unserem Großen“ liegt mein Schwerpunkt auf den schulischen Belangen.

Wie gut gelingt Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Welche Problemfelder ergeben sich? In welchen Bereichen klappt es gut? Wird die Vereinbarkeit durch bestimmte Aspekte der Arbeit an der Universität (z.B. flexible Arbeitszeit) erleichtert?
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt sehr gut. Die Informatik ist ein sehr kinder- und familienfreundlicher Fachbereich, was mir auch als Geschäftsführer eine gewisse Flexibilisierung der Arbeitszeit erlaubt. Gleichzeitig verbessern natürlich die modernen Medien die Erreichbarkeit und Handlungsfähigkeit deutlich, auch wenn man mal nicht physikalisch im Büro anwesend ist. Ein echtes Problemfeld gibt es aus meiner Sicht nicht, natürlich auch bedingt durch die Tatsache, dass ich ggfls. auch mal sehr spät nachhause kommen kann, ohne dass der Haussegen deswegen schief hängt. Flexibilität muss immer nach allen Seiten funktionieren. Dass meine Frau in den nächsten 2 ½ Jahre nicht berufstätig sein wird, ist natürlich auch sehr hilfreich. Bezüglich der täglichen Notwendigkeiten abseits der Kindererziehung (Haushalt, Einkaufen etc.) hat jeder von uns seine Schwerpunkte. Alles in Allem sind wir beide zeitlich ungefähr gleich ausgelastet.

Welche familienbezogenen Angebote der Universität des Saarlandes (z.B. Kindertagesstätte des Studentenwerks, Online-Babysitter-Börse, Väterworkshops) nutzen Sie bzw. haben Sie genutzt?
Bisher keine.