7. Regionalforum Saar - 31.01.2017

Prof. Dr.-Ing. Christoph Leyens

Titel: Werkstoffe und Verfahren für die Additive Fertigung

Abstract: Additive Fertigung ermöglicht die wirtschaftliche Herstellung von Produkten hoher geometrischer und funktionaler Komplexität. Durch lagenweisen Aufbau entsteht dabei nicht nur ein endkonturnahes Bauteil, gleichzeitig wird auch der Werkstoff hergestellt. Durch die Skalierbarkeit einiger Verfahren lassen sich Bauteile mit hoher Filigranität im Sub-Millimeterbereich genauso erzeugen wie große Komponenten mit Abmessungen von mehreren Metern.

Lebenslauf: Prof. Dr.-Ing. Christoph Leyens studierte Metallurgie und Werkstofftechnik an der RWTH Aachen. Von 1997 bis 2004 arbeitete er am Institut für Werkstoff-Forschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, welches er von 2003 bis 2004 kommissarisch leitete. Von 2004 bis 2009 wirkte Prof. Leyens als Universitätsprofessor an der BTU Cottbus, ab 2007 als Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Innovation. 2009 wechselte er als Universitätsprofessor an die TU Dresden und übernahm gleichzeitig die Leitung der Abteilung Thermische Beschichtungsverfahren am Fraunhofer IWS, Dresden. An der TU Dresden ist Prof. Leyens Direktor des Instituts für Werkstoffwissenschaft. Seit 2015 ist er am Fraunhofer IWS für die Geschäftsfelder Thermische Oberflächentechnik sowie Generieren und Drucken verantwortlich. Seit November 2016 ist Prof. Leyens Mitglied der Institutsleitung des Fraunhofer IWS. Seine Forschungsarbeiten sind in ca. 200 Veröffentlichungen, 9 Büchern und 11 Patenten dokumentiert. Prof. Leyens ist Sprecher des Themennetzwerks Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (acatech).

Dr. Fernando Lasagni

Titel: Industrialisierung der Additiven Fertigung: Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt

Abstract: Dieser Vortrag präsentiert einige Anwendungen der Additiven Fertigung, insbesondere des Pulverbettbasierten Laserschmelzens (Powder Bed Laser Fusion), für  Anwendungen bei Trägerraketen, Satelliten und Flugzeugen. Wichtige Komponenten, wie die Befestigungsvorrichtung des Abtrennungssystems der ARIANE 5 Rakete oder auch Sekundärstrukturen für VEGA Trägerraketen wurden mittels Additiver Fertigung realisiert. Es wurden ein komplexes Trägersystem für Ablenkbleche für den  HIPPARCOS Satelliten, eine  Reaktionsrad-Halterung für den SEOSat/Ingenio Erdobservationssatelliten sowie eine tragende Halterung für Solarmodule entwickelt. Auch zuletzt optimiert gefertigte und anschließend getestete sekundäre strukturwichtige Befestigungen für die Airbusflugzeuge A400M, C295 und A320meo zeigen das große Potential der Additiven Fertigung. Die dargestellten Ergebnisse sind Teil einer Kooperation von Airbus Defence & Space, Space Systems, Madrid zusammen mit CATEC (Center of Advanced Aerospace Technologies in Seville, Spain).

Lebenslauf: Fernando Lasagni erhielt 2003  seinen Master in Chemieingenieurswesen von der Comahue Nationaluniversität (Argentinien) und  promovierte 2006 mit summa cum laude an der TU Wien auf dem Gebiet von Kompositmaterialien und Leichtbaulegierungen. Auch war er auf dem Gebiet von Leichtmetallen und Metall-Matrix-Kompositen  an  mehreren industriellen (LKR, BMW, EADS ) und akademischen (Universität des Saarlandes) Forschungsprogrammen  beteiligt. Aufgrund seiner Beiträge im Gebiet der FIB-Tomographie wurde er 2007 mit dem  Fritz-Grasenick-Preis der österreichischen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie, sowie  2006 und 2008 mit  zwei Titelseiten des Journal of Advanced Engineering Materials ausgezeichnet. Zudem agierte er als Co-Koordinator des ADEMAT-Netzwerks (EU Alfa II Programm), in welchem elf europäische  und lateinamerikanischen Universitäten involviert sind. Seine Hauptkompetenzen umfassen Additive Fertigung, Zerstörungsfreie Prüfung, sowie umgebungsbedingtes und strukturelles Prüfen. Bis heute war er Forschungsleiter von mehr als 60 Forschungsprojekten in Kooperation mit Firmen wie Airbus Defence & Space, TECNATOM, CT-INGENIEROS, ESA (European Space Agency) APPLUS, ALESTIS AEROSPACE, AERNNOVA, CESA, ARQUIMEA. Er fungierte überdies als technischer Leiter von CATEC am Clean Sky JU und an der spanischen Luft- und Raumfahrt Plattform. Herr Lasagnis wissenschaftliche Arbeiten umfassen mehr als 150 Publikationen, 1 Patent (übertragen an einen Industriepartner) und 4 Einträge geistigen Eigentums.

 

 

Kontakt: 

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Organisation: 

Dr.-Ing. Sylvia Hartmann (Vorsitzende),
Prof. Dr. mont. Christian Motz,
Prof. Dr.-Ing. Frank Mücklich,
Dr.-Ing. Domnin Gelmedin,
Jens Krück,
Dipl.-Ing. Sebastian Slawik

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