03.11.2017-04.11.2017: SaRDis 2017

 

Informationen finden Sie hier

23.03.2017-26.03.2017: Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung e.V. 2017 in Kooperation mit dem Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes

 

Ort:Universität des Saarlandes, Campus, Gebäude C9.3 (Graduate Centre)
Zeit:23.03.2017-26.03.2017

 

Die Gesellschaft für Exilforschung e.V. richtet in Kooperation mit dem Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes in Saarbrücken vom 23. bis 26. März 2017 die Internationale Tagung mit dem Thema

Grenze als Erfahrung und Diskurs

aus. 

Die Frage nach der Dynamik von Grenzziehungs- und Grenzverschiebungsprozessen steht seit Längerem im Zentrum geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschungen. Sie gehen davon aus, dass es eine folgenreiche Perspektivenverschiebung und damit verbunden einen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn ermöglicht, kulturelle, soziale, wirtschaftliche und rechtliche Phänomene von den Prozessen der Grenzziehung aus zu betrachten. Zugleich rückt die Wechselbeziehung von Grenzen und Ordnungen ins Zentrum wissenschaftlicher Überlegungen. Einerseits konstituieren Grenzen Ordnungen und Sinnstrukturen. Andererseits produzieren Ordnungen Grenzen. Die Tatsache, dass Grenzen im modernen Zeitalter in eine beschleunigte Bewegung geraten sind, schlägt sich heute in einer Vielzahl von aktuellen Terminologien nieder: blurred boundaries, Hybridität, multiple Identitäten, Entgrenzung usf., – um hier nur einige von ihnen zu nennen. Die Frage danach, welche Auswirkungen von derartigen Veränderungen für die Ordnungen ausgehen, in denen wir leben, beschreibt dabei einen wesentlichen Punkt unseres wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses. Im Zuge der momentanen Flüchtlingsbewegungen hat das Thema der Grenze zudem an politischer Brisanz gewonnen. Menschen harren wartend vor den Grenzen Europas aus. Die Politik diskutiert zunehmend Maßnahmen der „Grenzsicherung“ bzw. der „Durchlässigkeit“ von Grenzen.

Die Tagung nimmt diese aktuellen politischen Entwicklungen wie neueren Forschungsbewegungen gleichermaßen auf und widmet sich dem Thema Grenze als Erfahrung und Diskurs. Das Phänomen des Exils wird dabei in empirischer wie in methodischer Hinsicht nicht von seinen Zentren, sondern von den Grenzen aus in den Blick genommen werden.

So fungieren Grenzen und Grenzüberschreitungen als wiederkehrende Motive in zahllosen Schriften des Exils. In Erlebnisberichten, Briefen und Tagebüchern, in autobiografischen, erzählenden, lyrischen und dramatischen Texten wird das Passieren der Grenze zu einer Chiffre für den Verlust der Heimat, die Erfahrung von Alterität sowie für interkulturelle Begegnungen und Entwicklungen. Die Tagung wird das Thema aus komparatistischer Perspektive vertiefen. Herausgearbeitet wird die Bedeutung und Funktion intertextueller Rekurse und damit die Funktion der „Grenze“ als Diskurs der Kulturgeschichte. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven wird die Grenze als Topos, als Motiv oder als Symbol mit deren politischen, sozialen, historischen, topografischen Implikationen ebenso wie als existentielle Erfahrung fokussiert.

Ausgehend von einem regionalen Schwerpunkt auf das Saargebiet (Territoire du Bassin de la Sarre), den das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes als Archiv der Großregion Saar-Lor-Lux wissenschaftlich aufarbeitet, bietet die Tagung ein Forum, Darstellungen von und über den Gang ins Exil neuerlich zu diskutieren, seien es Landwege nach Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, die Schweiz, die skandinavischen Länder, in die Sowjetunion, die Tschechoslowakei oder Überseereisen nach Mittel- und Lateinamerika oder die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mit seinen Grenzen zu Deutschland und Frankreich war das Saargebiet, das seit 1920 als Mandatsgebiet vom Völkerbund verwaltet wurde, für zahlreiche Verfolgte des Nationalsozialismus bis zum Jahr 1935 ein erstes Ziel ihres Exils und diente oftmals als Durchgangsstation. Zudem fungierte die Region in dieser Zeit als eine Schnittstelle für die Organisation des illegalen Widerstands gegen den Nationalsozialismus im Deutschen Reich und war dabei – wie auch andere Grenzregionen – selbst ein Ort des Exils: Die geringe Entfernung zur deutschen Grenze evozierte – charakteristisch für grenznahe Exilräume – eine ambivalente Gefühlslage. Die Nähe zur verlassenen Heimat kontrastierte mit der Bedrohung, die von derselben ausging.

Die Tagung thematisiert daher Exilerfahrungen aus den von der expansiven nationalsozialistischen Politik bedrohten Nachbarländern des Deutschen Reiches im Kontext und versucht, diese exemplarisch mit anderen Emigrationsbewegungen der Vergangenheit und Gegenwart in Beziehung zu setzen.

Weitere Informationen finden Sie unter

07.03.2017-10.03.2017: 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft

 

Ort:Universität des Saarlandes, Campus, Gebäude B4.1 (Audimax)
Zeit:07.03.2017-10.03.2017

 

Die Saarbrücker Linguistik freut sich sehr, die 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) in Saarbrücken vom 8. bis 10. März 2017 ausrichten zu dürfen. Wir begrüßen ganz herzlich Linguisten aus aller Welt zum Rahmenthema

Informationen und sprachliche Kodierung

Die DGfs-Jahrestagung ist mit 400-500 Teilnehmern aus aller Herren Länder eine der größten internationalen sprachwissenschaftlichen Konferenzen überhaupt. Sie wird jedes Jahr an einem anderen Standort in Deutschland ausgerichtet und trägt so zur internationalen Sichtbarmachung des jeweiligen Standorts bei. Die DGfS-Jahrestagung ist ein Attraktor für die profiliertesten internationalen Forscher des Fachs. Eine Besonderheit der Tagung ist, dass sie Sprachwissenschaftler verschiedener Richtungen, namentlich theoretisch und computerlinguistisch ausgerichtete Kollegen, an einem Ort zusammenführt und ein fruchtbares interdisziplinäres Diskussionsforum bietet. Weiter ist es eine der wenigen linguistischen Fachtagungen, die aktiv den Diskurs außerhalb der Universität zu beflügeln suchen: Im Rahmen der DGfS-Jahrestagung geschieht dies in Form einer Satellitenveranstaltung "Lehrerinfotag", die fachdidaktische Weiterbildungen für die Lehrer/innen im Lande auf dem neuesten Stand der Forschung anbietet. Das Rahmenthema "Information und sprachliche Kodierung" haben wir in Anlehnung an den international viel beachteten Sonderforschungsbereich 1102 "Information Density and Linguistic Encoding" gewählt. 

Weitere Informationen finden Sie unter

 

Deutsch-französische Kooperation: Université de Strasbourg und Universität des Saarlandes
Ort:Straßbourg
Zeit:Do., 09.02.2017 - Sa., 11.02.2017

 

Die Université de Strasbourg und Universität des Saarlandes (Deutsch-französische Kooperation) lädt zur Internationalen Konferenz zum 80. Todestag der Autorin Lou Andreas-Salomé ein:

>>Une cosmopolite sur les chemins de travers / Kosmopolitin auf Zwischenwegen: Lou Andreas-Salomé (1861-1937)<<

Anlässlich des 80. Todestages der Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé (*1860 in Sankt Petersburg, 1937 in Göttingen) ist es geboten, der Bedeutung und Wirkung eines bemerkenswerten Werks nachzugehen, das sich "Engen" versagt und Grenzbeziehungen - wie noch die zwischen Leben und Tod - in einem sinnstiftenden paradoxalen Denken überschreitet.

Lou Andreas-Saloé war eine Europäerin ersten Ranges in einer Zeit sich verschärfender Nationalismen und eine Grenzgängerin zwischen den Disziplinen, was der Würdigung ihres Gesamtwerks vielfach im Wege gestanden hat. Die deutsch-französische Konferenz im Gedenkjahr soll dem auf doppelte Weise Rechnung tragen: Es geht sowohl um die grenzüberschreitende Dimension ihrer Texte als auch um eine Bestandsaufnahme der internationalen Rezeption.

Weitere Informationen finden Sie hier

06.04.-08.04.2016: Internationale Tagung "Konjunktionen. Yvan Goll im Diskurs der Moderne"

 

Ort:Universität des Saarlandes, Graduate Centre (Geb. C9.3)
Zeit:Beginn: Mi., 06.04.2016, 14.00 Uhr

 

Prof. Dr. Sikander Singh und Dr. Hermann Gätje (Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass) laden in der Zeit vom 06.04.2016 bis 08.04.2016 zur Internationalen Tagung 

>> Konjunktionen. Yvan Goll im Diskurs der Moderne <<

ein. 

Anlässlich des 125. Geburtstages von Yvan Goll (1891 bis 1950) veranstaltet das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes eine internationale Tagung, die nach Einflüssen und Wechselwirkungen der Moderne auf das Werk des deutsch-französischen Schriftstellers fragt. Die Tagung, an der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus drei europäischen Ländern teilnehmen, wird vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes gefördert.

Weitere Informationen finden Sie: hier und unter 

Das XXIV. Anglo-German Colloquium kommt nach Saarbrücken!

2.-6. September 2015

Tagungsthema:

"Verletzungen und Unversehrtheit in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters"

SaRDiS 2015

In den letzten Jahren hat die theoretisch informierte Forschung zur Syntax verschiedener Varietäten des Deutschen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wir wollen in diesem Symposium, das regelmäßig stattfindet, Forscher in diesem Gebiet zusammenkommen lassen und ein Forum für diese Forschungsrichtung bieten. Dieses Konzept hat sich bei der ersten Versammlung 2014, aus der auch ein Sonderheft in ZDL hervorgehen wird, sehr gut bewährt. Die Konferenzsprachen werden Deutsch und Englisch sein.

Gastredner:
Agnes Jäger (Köln)
Alexandra N. Lenz (Wien)

Organisation:
Prof. Dr. Augustin Speyer
Fachrichtung Germanistik, Abteilung für Neuere Deutsche Sprachwissenschaft, Universität des Saarlandes
E-Mail:
sardis(at)uni-saarland.de

Termin: 6.-7. November 2015 (Ort: UdS, Campus, Raum wird noch bekannt gegeben)

Weitere Details unter: http://www.sardis.uni-saarland.de

"Das Wunderbare" - Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur

Interdisziplinäre Konferenz an der Universität des Saarlandes (Campus)

Do., 23. bis Sa., 25. Juli 2015, University Graduate Centre C9.3 (urspr. "Jägerheim").

Konzeption: J.-Prof. Dr. habil. Stefanie Kreuzer (Neuere Dt. Literaturwiss./Medienwiss.) & PD Dr. Uwe Durst (Saarbrücken/Stuttgart)

Wunderbares geschieht auch im Saarland: Anfang Juli 1876/77 berichten drei junge Mädchen, ihnen sei die heilige Jungfrau Maria erschienen. Bereits eine Woche später haben 20.000 Pilger das »Deutsche Lourdes« besucht, wie Marpingen daraufhin genannt wird. Auch Zweifel von kirchlicher Seite konnten den Pilgerstrom nicht stoppen. Dieses Ereignis zeigt beispielhaft, welche Faszination vom Wunderbaren als kultureller Größe damals wie heute ausgeht.


Beim Wunderbaren handelt es sich um ein ästhetisch-künstlerisches (Literatur, Theater, Film, bildende Kunst) wie gesamtkulturelles Phänomen (Sprache, Religion, Geschichtsschreibung, Politik, Soziologie, Psychologie, Naturwissenschaft). In den modernen, westlichen Kulturen tritt das Wunderbare unter zahlreichen Begriffen in Erscheinung, etwa als das Übernatürliche, Mythische, Phantastische oder Paranormale. Alle so bezeichneten Phänomene werden in Opposition zu Erkenntnissen der Naturwissenschaften gesetzt und der Glaube an Wunderbares als Relikt obsoleter Weltanschauungen verstanden. Als substantiviertes Adjektiv drückt das Wunderbare bereits durch seine Wortherkunft aus, dass entsprechende Erscheinungen mit emotionalen Reaktionen wie Bewunderung und Neugierde einhergehen, weil sie die allgemeine Erfahrung und (wissen­­schaftliche) Erkenntnis übersteigen. Im Sinne kultureller Alterität fungiert das Wunderbare in Kunst und Kultur schließlich auch als Differenzbegriff, mit dem das Alltägliche und damit Nicht-Wunderbare beschreibbar wird.

Die von J.-Prof. Stefanie Kreuzer (Neuere dt. Literaturwiss./Medien­wiss.) und PD Dr. Uwe Durst (Saarbrücken/Stuttgart) veranstaltete Tagung ›Das Wunderbare‹ eröffnet einen interdisziplinären Dialog über das Phänomen des Wunderbaren und seine Bedeutung für die Künste ebenso wie für gesellschaftlich-kulturelle und wissenschaftliche Kontexte. Vortragen werden unter anderem Literatur-, Film-, Theater-, Kunst- und Kultur­wissen­schaftler, Theologen, Religionswissenschaftler, Psychologen und ein Physiker.

Die Tagung eröffnet ein interdisziplinäres Spektrum an Zugängen zum Thema. Literatur-, kunst- und filmwissenschaftliche Perspektiven sind etwa auf das Vorkommen, auf Funktionen sowie Darstellungsverfahren wunderbarer Elemente in den Künsten gerichtet. So ist beispielsweise die Geschichte des Films von ihrem Beginn an durch das Wunderbare maßgeblich geprägt. Tricktechniken werden im frühen Film (Rückwärtslauf, Montage im Bild etc.) ebenso umfangreich genutzt wie im Gegenwartskino (vgl. Blue-Box-Verfahren, Time-Slice, Animationstechniken). Zudem kommt dem Wunderbaren in einigen Genres und verschiedenen künstlerischen Strömungen – sei es im surrealistischen Film oder im postmodernen Kino – besondere Bedeutung zu. Religionswissenschaftliche Ansätze untersuchen hingegen die Funktion des Wunderbaren bei der Konstituierung und Bekräftigung von Glaubensinhalten. Ein Beispiel für den theologischen Wunderglauben ist die Praxis katholischer Seligsprechung: Für eine Seligsprechung ist der Nachweis einer wunderbaren Handlung notwendig, für die Heiligsprechung braucht es eine zweite. Soziologie und Psychologie erweitern das Forschungsspektrum schließlich um empirische Zugangsweisen. Nach einer Studie von 2003 glauben rund zwei Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung, schon einmal ein paranormales Phänomen (Telepathie, Spuk, Wahrträume etc.) erlebt zu haben. Dieses Ergebnis belegt soziologisch die Normalität des Paranormalen.

In den Vorträgen der Tagung werden verschiedene theoretische und methodische Zugangsweisen zum Wunderbaren vorgestellt, die einen interdisziplinären Austausch in den Diskussionen eröffnen. Es wird zu fragen sein, ob wunderbaren Ereignissen eine spezifische Struktur zugrunde liegt, die sie von anderen Phänomenen unterscheidet, und ob spezielle Merkmale und Funktionen für das Wunderbare disziplinübergreifend konstitutiv sind. Ziel der Tagung ist es, die Bedeutung des Wunderbaren in verschiedenen Diskursen und Wissenskontexten zu beschreiben und auf dieser Basis eine intersubjektive Begriffs- und Konzeptgrundlage für den interdisziplinären Dialog zu erarbeiten.


Hier finden Sie nähere  Informationen zur Interdisziplinären Konferenz:

Tagung „Erregungsmomente. Funktionen des Erotischen in der Literatur“

Saarbrücken, 27.-28. März 2015
Altes Rathaus, Schlossplatz 2
Veranstalter: Juliane Blank (UdS, Saarbrücken) / Anja Gerigk (LMU München) /  VHS Regionalverband Saarbrücken

 

 

Sinneslust und Körperliebe werden in der Dichtung wie in den Künsten seit jeher dargestellt, doch erst mit der Moderne ab 1800 bis zur Gegenwart wird das Literarische erotisch und zugleich das Erotische literarisch. Die Tagung geht nicht nur dem ästhetischen Potenzial solcher „Erregungsmomente“ nach, sie fächert ein ganzes Spektrum an Funktionen auf: Erotik kann in der Literatur z.B. erkenntnistheoretisch, religiös, politisch oder kulturreflexiv aufgeladen sein. Gerade diese funktionale Vielfalt und bewegliche Mehrdeutigkeit unterscheidet Erotik in der modernen Literatur von Spielarten der Sexualität in anderen Präsentationsformen.

Über Fachgrenzen hinweg erkunden internationale Literaturwissenschaftler vor allem aus der Germanistik und Romanistik, wie sich das Verhältnis von Sinn und Sinnlichkeit in Texten gestaltet: über Verführungsszenen (Briefroman, Romantik, Mensch − Maschine) und Skandalwerke (Goethe, Heinse, Littell) bis hin zu Theoretikern (Foucault, Barthes) und Gattungspraxis (Epik, Lyrik) erotischer Schreibweisen.

PROGRAMM

Freitag, 27.03.2015
09:00 Begrüßung

09:15 Caroline Fischer (Pau): Erregungsmomente zwischen Zensur und Selbstzensur

SEKTION I: Einsatz des Erotischen um 1800
09:50 Yulia Marfutova (Münster): Sexualität und Blick in empfindsamen Briefromanen

10:25 Juliane Blank  (Saarbrücken): Pygmalions Objekt der Begierde. Zur ästhetischen Funktion des Erotischen im Kunstdiskurs des ausgehenden 18. Jahrhunderts

11:20 Christina Serafim (Thessaloniki): Verführte Helden. Der romantische Jüngling und die Gespaltenheit seines Begehrens

SEKTION II: Vertiefung im Vergleich: 19.-20. Jahrhundert
11:55 Nelia Dorscheid (Saarbrücken): Syphilitische Erregungsmomente in der Literatur um 1900

14:30 Fabienne Imlinger (München): Écrire, jouir…? Von der Lust am Text in Adélaïde Herculine Barbins Mes Souvenirs

15:05 Rita Rieger (Graz): La Noche de San Juan – Zeitraum der Transgressionen. Identitätsstiftende und ästhetische Funktionen von erotischer Spannung in Pérez de Ayalas Tigre Juan. El Curandero de su honra

16:00 Anja Gerigk (München): Erotische Kulturreflexion in Form des klassisch modernen Romans

16:35 Ester Saletta (Bergamo): Strukturen und Formen der Schaulust in einer interkulturellen Textdimension am Beispiel von Alberto Moravia, D.H. Lawrence und Josef Winkler

18:00 Gerhard Neumann (München): Erotik und Wissensbegehren. Eine Relektüre von Michel Foucault

Samstag, 28.03.2015
09:30 Tanja Prokic (Dresden): When a Man loves a Cyborg – Grenzfälle des Erotischen und die Bestimmung des Menschen

SEKTION III: Öffnung zur Gegenwart in verschiedenen Literaturen/Medien
10:05 Ruven Karr (Saarbrücken): Fellatio und Gedächtnis. Zur Funktion der Erotik in Paul Celans Gedicht BENEDICTA

11:10 Lena Seauve (Berlin): Genozid und Pornographie – zur abstoßenden Funktion des Erotischen in Jonathan Littells Les Bienveillantes

11:45 Eleonore de Felip (Innsbruck): Michael Donhausers „erotischer“ Roman Livia oder die Reise (1996) oder: Die Re-Installation des Glücks durch Sprache

12:20 Bettina Korintenberg (Freiburg): Das Museum als Ort erotischer Transgression im Magischen Realismus in der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie: hier.

Forschungskolloquium des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass

26. bis 27. März 2015 in Pau/Frankreich

Literatur als philosophisches Erkenntnismodell

Interdisziplinäres und internationales Forschungskolloquium des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes und des Centre de Recherche en Poétique, Histoire littéraire et linguistique der Université de Pau et des Pays de l’Adour

Konzeption und Organisation: Priv.-Doz. Dr. Sikander Singh und Priv.-Doz. Dr. Sebastian Hüsch

 

Seit den Dialogen Platons ist das Verhältnis von Literatur und Philosophie im Spannungsfeld von Abhängigkeit und Kontrast in jeder Epoche des Denkens je eigenständig vermessen und bestimmt worden. Herausragende Bedeutung erhält die Literatur – nicht nur als Darstellungsweise sondern auch als Erkenntnismodell – für das Projekt der Aufklärung: Hier wird sie als Medium der Erziehung und Perfektibilität des Menschen im Kontext der moral- und popularphilosophischen Diskurse relevant, vor allem aber im Zusammenhang einer mit der Französischen Revolution des Jahres 1789 programmatisch werdenden Korrelation von Gedanke und Tat. Zugleich führte jedoch der neue Wissenschaftsbegriff, den der Rationalismus und seine Verlaufsformen hervorgebracht haben, ab dem späten 18. Jahrhundert zu einer zunehmenden Trennung des ästhetischen und des erkenntnistheoretischen Diskurses.

Vor diesem Hintergrund wird das Forschungskolloquium die Konstellation von Literatur und Philosophie in Deutschland und Frankreich im langen 19. Jahrhundert eingehender untersuchen. Das Problem der Erkenntnis- und Sprachskepsis und die Konkurrenz eines spezifischen Wissens der Dichtung und eines spezifischen Wissens der Philosophie sowie die daraus sich ergebenden Wahrnehmungsmöglichkeiten und Grenzen von Erkenntnis werden ebenso thematisiert, wie Fragen der Konzeptualisierung von Wissen und Erkenntnisleistung, des Wahrheits- und Erkenntnisanspruches der Dichtung oder Analysen zur Medialität der Literatur im Sinne der Darstellung bzw. Darstellbarkeit metaphysischer Problemkonstellationen.

 

Vortragsthemen

 

Asmus Trautsch (Berlin): Das Problem der Individualität und die epistemische Funktion der Tragödie seit der Aufklärung

Michiel Rys (Leuven): „Lerne begreifen menschliches Geschick aus meinem Loos“. Das Drama der Französischen Revolution als erkenntniskritische Instanz

Fabian Schmitz (Konstanz): Das Ende von Philosophie und Literatur im hybriden Genre des Briefs. Charles de Villers‘„Lettres Westphaliennes“ (1797)

Falk Bornmüller (Magdeburg): „Erkenntnis in der Kritik“. Über die Verbindung von Literatur und Philosophie in der Frühromantik“

Julian Ernst (Bonn): Performativität des Textes. Der Wandel der Darstellungsmethode beim späten Fichte

Christian Sinn (St. Gallen): Beiträge zur Aufklärung der Zeitgenossen. Zur problematischen Vorgeschichte gegenwärtiger Kulturwissenschaften

Sebastian Lübcke (Gießen): Hölderlins Erfüllungspoetiken oder Wie das ‚unendlichere Leben‘ sinnliche Erkenntnis wird

Anja Schwennsen (Hamburg): Schein und Objektivität der Dinge in Kleists Erzählung „Der Zweikampf“ (1811)

Sikander Singh (Saarbrücken): Denkfiguren. Zum Verhältnis von literarischer Form und philosophischem Gehalt im lyrischen Spätwerk Johann Wolfgang von Goethes

Martin Mees (Brüssel): „Sublime“ savoir de la littérature romantique?

Ralph Häfner (Freiburg im Breisgau): Ekphrasis als ästhetisches Erkenntnismodell: Heine und Balzac

Kurt Röttgers (Hagen): Ornithologie der Engel. Zur Fiktion einer wissenschaftlichen Beschreibung des Aussehens der Engel durch Dr. Mises

Mathis Lessau (Freiburg im Breisgau): „Dichter als Seher der Menschheit“. Überlegungen zur dichterischen Erkenntnis(vermittlung) im Ausgang von Wilhelm Dilthey

Erik Schilling (München): Literatur und Philosophie in Nietzsches „Dionysos-Dithyramben“

Eric Pesenti-Rossi (Mulhouse): Hærès de Léon Daudet (1893): une „trahison des clercs“?

Giulia Agostini (Heidelberg/Paris): „quelque chose d’autre que les calices sus“. Le savoir poétique du non-savoir chez Mallarmé

Stephan Kammer (Tübingen): Schöner denken. Poetische Epistemologien um 1900

Sylvester Alexander Bubel (Köln): „Welt der Bezüge. Welt der Zusammenhänge“. Poetiken der Epiphanie in der literarischen Moderne als Formen einer genuin neuen Epistemologie. Bemerkungen zu Hofmannsthal und Proust

Tom Poljanšek (Stuttgart): Genauigkeit und Seele. Kritik des philosophischen Erkenntnisanspruchs nach Robert Musil und Paul Valéry

Emmanuela Ferragano (Turin): Á la guerre comme à la guerre. Der „Fritzmauthner-tag“ Christian Morgensterns: eine resignierte Zeremonie des Schweigens

Constanze Fanger (Dresden): Der prismatische Text als Erfahrungsform von Perspektivität

Sebastian Hüsch (Pau/Basel): Literatur als Philosophie der Möglichkeit

Weitere Informationen siehe hier:

 

 

Workshop-Ankündigung »FilmZeit – Zeitdimensionen des Films«

26./27. Februar 2015

Kooperation mit dem »Kino Achteinhalb«
Konzeption/Organisation: ​J.-Prof. Dr. habil. Stefanie Kreuzer
Auftakt: Kino Achteinhalb (Do. 26. Febr. 2015)
Tagungsort: Universität des Saarlandes, Campus, Campus C7.4, Konferenzsaal R 1.17
(Fr. 27. Febr. 2015)


Das Phänomen Zeit spiegelt sich im Film sowie in der Filmgeschichte in unterschiedlichen Dimensionen wider. ›Zeit im Film‹ umfasst die Darstellung verschiedener vergangener, möglicher wie unmöglicher oder zukünftiger Zeit(en) im Film. Zeit kann als subjektive Erlebnisqualität dargestellt oder auch als lineare und objektivierbare Größe thematisiert werden. Verschiedene Filmgenres weisen prototypisch einen unterschiedlichen Umgang mit Zeitdarstellungen auf – angeführt seien etwa Historien-, Action- und Dokumentarfilme, Krimis oder Romanzen, Science-Fiction- und Fantasyfilme, Operettenfilme oder Musikvideos.
›Filmzeit‹ verweist hingegen auf die Eigenzeit des Films mit ihren kinematographischen und filmspezifischen Kodes. Der Film gilt für gewöhnlich als narratives Medium mit einem herausragenden Potential, zeitdeckend zu erzählen und den Eindruck einer zeitlichen Authentizität und Wirklichkeitsechtheit zu erzeugen. Gleichzeitig funktioniert Zeit im Film jedoch auch nach eigenen Regeln. Mögliche Themenkomplexe in diesem Kontext sind ›Echtzeit‹, Zeitraffer und Zeitlupe; zeitliche Simultaneität (vgl. Parallelmontage, Split-Screen-Technik); Anachronie und Achronie; Montage, Schnittfrequenz, Formalspannung; technische Funktionsweisen und Möglichkeiten des filmischen Mediums (vgl. früher Film, Timeslice); ›Zeit-Bild‹ versus ›Bewegt-Bild‹ (Gilles Deleuze) oder immersives Filmerleben (vgl. 3D-Filme, Videospiele).
Zeitdimensionen des Films – und damit auch das Wortspiel im Titel – beziehen sich somit auf Zeit-Darstellungen im Film als auch auf zeitliche Aspekte des Films an sich.

Der Workshop ist der Abschluss einer dreiteiligen Vortragsreihe mit ausgewählten Themen zu filmischen Zeitdimensionen. Diese waren bzw. sind eingebunden in insgesamt drei Veranstaltungen an der Leibniz Universität Hannover (Forschungskolloquium WiSe 2013/14) sowie der Universität des Saarlandes (Vorlesung mit Gastvorträgen SoSe 2014 u. Workshop WiSe 2014/15).

 

Vortragsthemen

 

Dr. Matthias Brütsch (Filmwiss., Zürich):
»Zur Zeitstruktur filmischer Tagebuch-Fiktionen am Beispiel von David HOLZMAN’S DIARY (USA 1967), ZUSJE (NL 1995) und PARANORMAL ACTIVITY (USA 2007)«

 

Vertr.-Prof. Dr. Britta Hartmann (Film-/Medienwiss., Bonn):
»›Kinder, wie die Zeit vergeht!‹ Film als ›Lebenszeitdauerpräparat‹ in dokumentarischen Langzeitstudien und im fiktionalen Langzeitexperiment BOYHOOD (USA 2014)

 

Prof. Dr. Henry Keazor (Kunstwiss., Heidelberg):
»Vom ›Frozen Moment‹ zum Zeitraffer: Formen der (Film‑)Zeit im Musikvideo«

 

J.-Prof. Dr. Stefanie Kreuzer (Literatur-/Medienwiss., Saarbrücken):
»›Time never dies.‹ – Filmische Achronie, zeitliche Inversion, Time-Slice und Subliminalbilder«

 

Prof. Dr. Fabienne Liptay (Filmwiss., Zürich):
Zum Phänomen des Déjà-vu und seiner Theoretisierung bei Bergson und Barthes (Arbeitstitel)


Prof. Dr. Susanne Marschall (Medienwiss., Tübingen):
Zum Thema ›Warten‹ im Kontext serieller Narration (interkulturelle Perspektive unter Berücksichtigung indischer Filme) (Arbeitstitel)

Für Details siehe hier:

SaRDiS 2014: "Saarbrücker Runder Tisch für Dialektsyntax" vom 07.-08. November 2014, Gebäube C7.4

In den letzten Jahren hat die theoretisch informierte Forschung zur Syntax verschiedener Varietäten des Deutschen zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Wir wollen in diesem Symposium, das in Zukunft regelmäßig stattfinden soll, Forscher in diesem Gebiet zusammenkommen lassen und ein Forum für diese Forschungsrichtung bieten.

Die Konferenzsprachen werden Deutsch und Englisch sein.

Gastredner:

Jürg Fleischer (Uni Marburg)

Helmut Weiß (Uni Frankfurt)

Organisation:

Fachrichtung Germanistik, Abteilung für Neuere Deutsche Sprachwissenschaft

(Lehrstuhl Speyer), Universität des Saarlandes

 

Weitere Informationen finden Sie hier:  http://www.sardis.uni-saarland.de/

Jahrestagung der DGAVL 2014 in Saarbrücken: Literatur und Ökologie.

Saarbrücken, 10. - 13. Juni 2014, Universität des Saarlandes, Aula (Geb. A3 3) und Geb.C7 4, Konferenzraum 1.17

  

Neue literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven stehen im Mittelpunkt der XVI. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (DGAVL) an der Universität des Saarlandes vom 10. bis 13. Juni 2014.

 

Ökologie ist während der letzten Jahrzehnte in der westlichen Welt unverkennbar zu einem Leitdiskurs avanciert. Insofern es gegenwärtig darum geht, gesellschaftliche und politische Verantwortung für drängende ökologische Probleme zu übernehmen und praktikable, zukunftsweisende Lösungsvorschläge zu entwickeln, nimmt Ökologie vor allem in den Gesellschafts- und Naturwissenschaften einen wichtigen Raum ein. Aus kulturgeschichtlicher Perspektive stellt sich nun die Frage, welche Funktionen, Konzeptionen und Modelle des Verhältnisses zwischen Natur und Gesellschaft sich in Literatur und angrenzenden Künsten finden, wie sich diese historisch erfassen lassen, in welchem Bezug solche Werke zur gesellschaftlichen Wirklichkeit stehen und wie sich diese Blickrichtung für das Verständnis von Ökologie insgesamt fruchtbar machen lässt.

 

Dies sind die Themen und Problemstellungen, mit denen sich die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft seit einigen Jahren in besonderem Maße befasst und die auf der Jahrestagung 2014 diskutiert werden sollen. Vorschläge für Tagungsbeiträge sind noch bis zum 31. Mai 2013 erwünscht.

 

Lesen Sie den Call for Papers und weitere Informationen zur Tagung: hier. http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/solte-gresser.html

Paul Celan und der Holocaust – Neue Perspektiven

09. November 2013 - Universität des Saarlandes, Geb. C7.4, R. 1.17

 

Mit freundlicher Unterstützung des Graduiertenprogramms der Universität des Saarlandes (GradUS).

 

Dass dem Holocaust eine ganz zentrale Rolle im Werk des jüdischen Lyrikers Paul Celan zukommt, ist unbestritten. In der neueren Forschung wird zwar noch stets auf dieses Thema verwiesen, doch zumeist nur noch im Vorbeigehen, so als wäre darüber im Grunde alles gesagt. Auch in dem hochaktuellen interdisziplinären Forschungsfeld der Erinnerungskultur und im Diskurs über Ästhetik und Poetik des Holocaust erscheint der Dichter der "Todesfuge" oftmals eher als Kronzeuge und Stichwortgeber denn als Gegenstand sui generis. Griffige poetische Wendungen aus seinem Werk werden dabei immer wieder gerne herbeizitiert , ohne aber ihre Bedeutung im Kontext von Celans Poesie und Poetik hinreichend zu untersuchen. Mit anderen Worten: Es fehlt der Diskussion um den Stellenwert des Holocaust bei Celan heute mitunter an der Tiefe, die der Komplexität dieses Werkes eigentlich entspricht.

 

Anlässlich des 75. Jahrestags der "Reichskristallnacht" will das internationale Symposium, an dem sowohl Nachwuchs- als auch etablierte Wissenschaftler teilnehmen werden, neue Perspektiven auf die Rolle des Holocaust in der Poesie Paul Celans und im biographischen Umfeld des Dichters eröffnen. Das Symposium besteht aus drei thematischen Sektionen: Die erste wird sich mit Celans Verhältnis zu seinen Zeitgenossen und der Bedeutung des Holocaust-Diskurses im zeitgeschichtlichen Kontext, zum Beispiel der 68er Bewegung, beschäftigen. Der zweite und größte Teil wird seinen Fokus ganz auf Celans Werk und Dichtungstheorie legen; hier sollen insbesondere motivische Aspekte der Lyrik, etwa das Totengedächtnis an die Opfer des Holocaust, sowie das Konzept der Zeugenschaft im Vordergrund stehen. In der dritten Sektion wird schließlich die feuilletonistische und künstlerische Rezeption von Celans Werk diskutiert. Zum Ausklang der Tagung ist zudem eine Lesung aus einem literarischen Prosatext über Paul Celans Leben vorgesehen.

 

Der Eintritt zum Symposium ist frei. Ein interessiertes Publikum - ausdrücklich auch Studierende der Germanistik - ist herzlich willkommen. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Kontakt: Ruven Karr, M. A. r.karr(at)mx.uni-saarland.de

Das Tagungsprogramm finden Sie: hier.

 

Kolloquium zum literarischen Werk von Michael Kleeberg

07.-08. November 2013 Literaturhaus Berlin (Fasanenstr. 23, 10719 Berlin-Charlottenburg)


Michael Kleeberg gehört zu den beeindruckendsten und wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart: Kein Werk lässt sich nennen, das ähnlich radikal wie das von Kleeberg grandiose Erzähllust mit größtem Formbewusstsein, präzisestes Erzählen mit höchster Reflexion und größter Sensibilität, historische Tiefe mit literarischem Innovationswillen, intensive gesellschaftliche Erinnerungsarbeit mit literarischem Risiko verbindet. Diese Tagung ist die erste, die allein Kleebergs Werk gewidmet ist. Sie bringt internationale Wissenschaftler zusammen und zielt darauf, bereits etablierte Interpretationswege zu prüfen und neue Textzugänge zu erarbeiten.

 
DONNERSTAG, 07.11.2013: 

15.00 Begrüßung (Herbert Wichner, Erhard Schütz)
15:30 Hugo Aust (Köln): Vorspiel. Lebenslauf eines Geschickten. Michael Kleebergs „König von Korsika“ im Kontext
16:15 Lidwine Portes (Bordeaux): Michael Kleebergs Erinnerungsorte – Topographie einer deutsch-französischen Vermittlung.
17:00 Pause
17:30 Harald Tausch (Gießen): „Die Welt ein großes Hospital und einer des andern humaner Krankenwärter“? Erinnerungen und Perspektiven in Michael Kleebergs „Das amerikanische Hospital“
18:15 Pause
19:00 Abendvortrag: Wolfgang Frühwald (München): Das Schreckliche und das Schöne: Der Erzähler Michael Kleeberg
20:00 Michael Kleeberg (Berlin): Lesung aus dem noch unveröffentlichten Werk „Karlmanns Trost“.
20:45 Diskussion

 

FREITAG, 08.11.2013:  

09:30 Irina Gradinari (Trier): Vom Körper zum Textcorpus. „Barfuß“ (1995) von Michael Kleeberg
10:15 Stephen Brockmann (Pittsburgh): Michael Kleebergs deutscher Garten
11:00 Pause
11:30 Michael Braun (Bonn): Fiktionales Erinnern in „Ein Garten im Norden“
12:15 Mittagspause
14:00 Johannes Birgfeld (Saarbrücken): Neukonzeption epischer Totalität in Michael Kleebergs „Karlmann“
14:45 Eva-Maria Engelen (Konstanz): Wissenschaftsrezeption im Werk von Michael Kleeberg
15:30 Pause
16:00 Marion Dufresne (Lille): Agonale Kräftespiele. Generations- und Geschlechterkonflikte in Michael Kleebergs Romanen
16:45 Erhard Schütz (Berlin): Geschichte in Kleebergs Geschichten
17:30 Verabschiedung

 

Gefördert durch: Fritz-Thyssen-Stiftung, Stiftung Preußische Seehandlung, Humboldt-Universität Berlin

Für weitere Details siehe: hier.

Rhetorik in Europa - Konvergenz und Divergenz in der Entwicklung

9-13. Oktober 2013 Universität des Saarlandes

 

Universität des Saarlandes / Université du Luxembourg / Europäische Akademie Otzenhausen

Schirmherr: Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments

An der Universität des Saarlandes wird vom 9. bis 13. Oktober 2013 eine Tagung zur europäischen Rhetorik stattfinden. Sie hat eine internationale, interdisziplinäre und interuniversitäre Ausrichtung. In der Tagung wird die Rhetorik in Europa thematisiert, und damit gleichzeitig das Europäische an der Rhetorik und das Rhetorische in Europa beleuchtet. Das Jahr 2013 wurde gewählt, weil es rhetorikgeschichtlich ein Jubiläumsjahr ist: vermutlich 387 v. Chr., also vor 2400 Jahren, hat Isokrates seine Schule für Rhetorik und Philosophie gegründet.

Für Details siehe: hier.

Revisionen | Literarische Zeugnisse des Exils neu gelesen

07.-09. Oktober 2013 - Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass

 

Die Exilliteratur der Jahre 1933 bis 1945, die zum einen durch die aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen notwendig gewordene oder erzwungene Flucht ihrer Verfasser aus dem Deutschen Reich und den nach 1933 gewaltsam eingegliederten Gebieten definiert worden ist und zum anderen über die dichterisch-produktive Auseinandersetzung mit den politischen Fragen der Zeit, ist intensiv erforscht worden.

 

Als ein konstruktiv-kritischer Beitrag zu den Diskussionen über Möglichkeiten und Zielsetzungen einer zukünftigen Exilforschung, die gegenwärtig im Spannungsfeld von Täter- und Opferforschung, Biographie- und Migrationsforschung, geistes-, sozial- und kulturgeschichtlichen Ansätzen und neueren Theoriebildungen sowie den jüngeren Debatten über Potentiale und gesellschaftliche Anwendungsbezüge einer historisch orientierten Forschung geführt werden, fokussiert die Tagung den ästhetischen und künstlerischen Gehalt von literatur- wie wirkungsgeschichtlich kanonischen Werken der deutschsprachigen Exilliteratur.

 

Vor dem Hintergrund der bereits geleisteten Forschungsarbeit werden Interpretationen entwickelt, die neue Perspektiven auf das behandelte Werk eröffnen. Die Deutungen nehmen einerseits Fragen der Poetik und des Wandels von Paradigmen und Interpretationen in den Blick, andererseits verfolgen sie komparatistische Ansätze.

 

Da die Tagung die zwischen 1933 und 1945 entstandene Werke und ihre künstlerische Signifikanz im Kontext der poetologischen Diskurse des 20. Jahrhunderts bestimmt, diskutieren die Einzelinterpretationen auch Konflikte zwischen literaturgeschichtlicher Einordnung und ästhetischer Wertung.

 

Folgende Werke werden Gegenstand der Diskussion sein:

    • Thomas Mann: Joseph und seine Brüder - Tetralogie 1933-1943
    • Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre, 1935 und Die Vollendung des Königs Henri Quatre, 1938
    • Arnold Zweig: Erziehung vor Verdun, 1935
    • René Schickele: Die Flaschenpost, 1936
    • Bruno Frank: Der Reisepaß, 1937
    • Alfred Döblin: November 1918. Eine deutsche Revolution, 1937-1943
    • Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott, 1937
    • Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, 1938
    • Bertolt Brecht: Svendborger Gedichte, 1939
    • Ernst Toller: Pastor Hall, 1939
    • Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter, 1940
    • Gustav Regler: Das große Beispiel. Roman einer internationalen Brigade, 1940
    • Johannes R. Becher: Abschied. Einer deutschen Tragödie erster Teil 1900-1914, 1940
    • Franz Werfel: Eine blaßblaue Frauenschrift, 1941
    • Stefan Zweig: Brasilien. Ein Land der Zukunft, 1941
    • Klaus Mann: The Turning Point: Thirty-Five Years in this Century, 1942
    • Lion Feuchtwanger: Die Brüder Lautensack, 1943
    • Else Lasker-Schüler: Mein blaues Klavier, 1943
    • Anna Seghers: Transit, 1944
    • Hermann Broch: Der Tod des Vergil, 1945

 

 

Die Tagung, die anlässlich des 50. Todesjahres des Exilschriftstellers Gustav Regler (1898 bis 1963) vom 7. bis 9. Oktober 2013 in Saarbrücken stattfindet, wird vom Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass der Universität des Saarlandes, dem Gustav-Regler-Archiv Merzig und dem Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ausgerichtet.

 

Die Tagung wird finanziell ermöglicht durch die Union Stiftung Saarbrücken.

 

Details hier.

     

     

Quality-Television: Die narrative Spielwiese des 21. Jahrhunderts?!

Komparatistische Tagung an der Universität des Saarlandes (Campus Saarbrücken), 30. September und 01. Oktober 2013

 

Kaum ein Thema hat die medien- und kulturwissenschaftliche Forschung in den letzten Jahren mehr bewegt als die Serienforschung mit ihren innovativen und erfolgreichen TV-Produktionen, vornehmlich aus den USA. Das deutsche Feuilleton diskutiert lebhaft über die Lage der heimischen Fernsehserien - sieht US-amerikanische Serien wie The Sopranos, The Wire oder Breaking Bad aber gleichzeitig als den "Roman des 21. Jahrhunderts".

 

Aber TV-Serien lösen sich immer mehr aus dem Schatten der einst übermächtigen Konkurrenten (monumentalen Kino- und Fernsehfilmen) und werden inzwischen sogar von Blockbuster-Regisseuren wie Martin Scorsese (Boardwalk Empire) oder Michael Mann (Luck) inszeniert. Doch die Forschung bleibt oftmals hinter den innovativen Serien zurück: Das vielbenutzte Label des "Qualitätsfernsehen" - "Quality-TV" - wurde seit der Definition durch Thompson 1996 nicht mehr aktualisiert, nicht an neue Entwicklungen und Produktionen angepasst.

 

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Living Handbook of Serial Narration on Television" des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft lädt am 30. September und 01. Oktober 2013 renommierte Serienforscher zur zweitägigen Konferenz "Quality-TV. Die narrative Spielwiese des 21. Jahrhunderts?!" an die Universität des Saarlandes (Campus Saarbrücken) ein. Interessierte Gäste und Zuhörer sind herzlich willkommen.

 

Für weitere Details siehe: hier.

 

 

Erzählte Theorie/Raconter la théorie

Juli 2013 - Sektion auf dem Weltkongress der ICLA, Paris

 

 

Aktuelle Literaturtheorien verstehen sich zumeist als kritische Ansätze. Zunächst einmal kann gerade die Vergleichende Literaturwissenschaft in besonderem Maße als kritische Wissenschaft verstanden werden. Hier bezieht sich die Kritik der Theorie gleichermaßen auf das literarische Werk wie auf die Wirklichkeit im und als Text. Darüber hinaus aber gehen die meisten literaturwissenschaftlichen Ansätze davon aus, dass die Literatur selbst ein kritisches Potenzial in sich bergen kann, das mittels der Theorie zum Vorschein gebracht werden soll. Insofern scheint sich diese kritische Dimension in dem Moment zu vervielfältigen, in dem die Theorie selbst zum Gegenstand eines Romans wird.

 

Was genau geschieht also, wenn Literaturtheorie nicht wissenschaftlich dargestellt, sondern erzählt wird? Die Arbeitsgruppe widmet sich Romanen und anderen narrativen Texten, in denen Literaturtheorie in fiktionalisierter Form Eingang in die Erzählung findet. Die zentralen Fragen finden Sie unter "Fragen Erzählte Theorie".

 

Vorschläge für Vorträge auf Französisch oder Englisch reichen Sie bitte bis zum 1. Juni 2012 über die Internetseite des Weltkongresses ein. Wählen Sie im Anmeldeprozess das Main Topic mit der Nummer 21 Raconter la théorie dans le roman.

 

Christiane Solte-Gresser und Manfred Schmeling laden ein zu einer Arbeitsgruppe auf dem Weltkongress der ICLA im Juli 2013 in Paris. Thematische, strukturelle und metareflexive Dimensionen fiktionalisierter Literaturtheorie im Roman.

 

Details: hier.

Writing the dream / Écrire le rêve

Juli 2013 - Sektion auf dem Weltkongress der ICLA, Paris

 

The dream as a basic anthropological phenomenon has continuously fascinated and puzzled people in all cultures and ages, as it confronts us with a "second" reality, which is obviously very different from that of our waking lives. This difference has led to the use, elaboration, maybe even invention of a multitude of devices (like the fantastic, the grotesque, the absurd, metamorphosis, écriture automatique, defamiliarisation/alienation-effects, symbolism/semiotics, allegorical patterns, anti-realistic writing, etc.) in order to do justice to the "other" of the dream, but also to attempts to reduce its otherness, to domesticate and normalize it.

 

The workshop will be devoted to all sorts of dream-narrations: in diaries, letters, dream-diaries, medical or psychological case-studies, and all kinds of literary works (dream satires, dream allegories, dream travels, dreams in narratives, novels, plays and poems). We are looking for systematic papers on the poetics of the dream (fictional or non-fictional) and for case-studies of literary or non-literary dreams. The latter should concentrate on the comparison of two or three dream-texts of different types (e.g. fictional/non fictional, different literary periods, different languages and cultures, different literary kinds).

 

Für weitere Details und das Programm  Sektion siehe hier.

 

Convenors: Prof. Dr. Manfred Engel, Universität des Saarlandes (manfred.engel(at)mx.uni-saarland.de) & Prof. Dr. Bernard Dieterle, Université de Haute-Alsace (bernard.dieterle(at)uha.fr)

 

 

Semantik und Pragmatik im Südwesten 5

24.-25. Mai 2013 - Gebäude C7.4 - Konferenzraum

 

Die Fachrichtung Germanistik lädt alle Interessierten zur fünften Tagung Semantik und Pragmatik im Südwesten (SPSW) ein, die vom 24.-25. Mai 2013 an der Universität des Saarlandes stattfindet.

 

Die Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, ein Forum sowohl für etablierte als auch für angehende Sprachwissenschaftler/innen aus dem südwestlichen Raum Deutschlands zu bieten, deren Forschungsinteressen den linguistischen Teildisziplinen Semantik und Pragmatik oder deren Schnittstellen gelten. Die Tagungssprache ist Deutsch. Es werden auch Vorträge in Englisch berücksichtigt.

 

Um die Teilnehmerzahl abschätzen zu können, bitten wir alle Interessierten sowie die Vortragenden selbst sich bis spätestens zum 10. Mai 2013 zu registrieren und dabei insbesondere anzugeben, ob die Teilnahme am Rahmenprogramm gewünscht wird.

 

Details unter: Semantik und Pragmatik im Südwesten 5