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Inv. Nr. 198

Aphrodite Anadyomene

 

Tonstatuette der Aphrodite Anadyomene Inv. Nr. 198.

Lit.: K. Braun, Katalog der Antikensammlung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität des Saarlandes (1998) Nr. 196.

Datierung: 2. Jh. n. Chr.

Einst bemalt über weißer Grundierung .

Der Typus der sich die Haare auswringenden Aphrodite - auf dem mythologischen Hintergrund ihrer Geburt aus dem Meer - wie er im Hellenismus aufkam, zeigt sich an dieser Tonstatuette aus hadrianischer Zeit (H.: 27,5 cm) in harmonisiert klassizistischer Form und mit entscheidenden Veränderungen. Statt der offenen, auszuwringenden Haare ziert hier eine Modefrisur, wie sie in der Zeit der Matidia, der Mutter der Kaiserin Sabina getragen wurde (gestorben 119 n. Chr.) die Göttin. Auch das Hochziehen des Mantels im Rücken als Folie für den nackten Körper, wie es zum oben genannten Typus gehört, ist hier aufgegeben. Von dem einst von der erhoben angewinkelten Rechten hochgezogen Mantel ist nur noch ein Band zwischen Hand und Schulter übriggeblieben. Ebenso unverstanden vom Faltenverlauf her, nur rein dekorativ ist der um das linke Bein geschlungene und vorne geknotete Mantel dargestellt. Was hier in Statuettenform wiedergegeben ist, findet sich in der Großplastik bei der angestrebten Divinisierung von Kaiserinnen mit der Kombination der Statue einer griechischen Göttin mit dem Kaiserinnenporträt.