Lehrveranstaltungen Wintersemester 2017/18

 

Vorlesung

Griechische Geschichte I: Das frühe Griechenland

Schlange-Schöningen, Do 16-18 Uhr, Gebäude B3.1, HS I (0.14)

Beginn: 19.10.2017

Module: FW-OM; FW-GM AG; FW-VM AG; FW-FM AG

Die VL beginnt mit einem Überblick über das minoische und mykenische Griechenland mit seiner Palastkultur und einer Untersuchung des Bildes, das Homer in seinen Epen von der Frühzeit Griechenlands zeichnet. Gab es einen trojanischen Krieg? Anschließend werden die sogenannten „Dark Ages“ im Übergang zur archaischen Epoche behandelt: warum erlebte Griechenland im 12. Jhd. v. Chr. den Zusammenbruch der mykenischen Welt und eine lange Phase wirtschaftlicher wie kultureller Stagnation? Und wie ist der neue Aufschwung zu erklären, der das archaische Griechenland grundlegend veränderte: jetzt sieht man die Entwicklung der Stadt als politischer Grundform, eine über große Teile der Mittelmeerwelt ausgreifende „Große Griechische Kolonisation“, die Etablierung überregionaler Heiligtümer und Festspiele etwa in Delphi und Olympia. Und es kommt zu politischen Krisen, die in Athen und Sparta unterschiedliche Entwicklungen in Gang setzen: in Athen tritt um 600 v. Chr. Solon als Reformer auf, doch folgt auf ihn die Tyrannis und erst sehr viel später die Demokratie. Sparta dagegen erstarrt in einer militaristischen Gesellschaftsform, die die Stadt lange Zeit über die stärkste Macht in Griechenland sein, sie aber zuletzt auch an ihren inneren Widersprüchen zerbrechen lässt.

Einführende Literatur:

H. Bengtson, Griechische Geschichte von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit, 5. Aufl. München 1977; K. Bringmann, Im Schatten der Paläste. Geschichte des frühen Griechenlands - Von den Dunklen Jahrhunderten bis zu den Perserkriegen, München 2016; P. Faure, Die griechische Welt im Zeitalter der Kolonisation, Stuttgart 1981; J. Fündling, Die Welt Homers, Darmstadt 2006; K. Kinzl (Hrsg.), Die ältere Tyrannis bis zu den Perserkriegen. Beiträge zur griechischen Tyrannis, Darmstadt 1979; L. de Libero, Die archaische Tyrannis , Göttingen 1996; W. Schuller, Griechische Geschichte, 5. Aufl. München 2002; T. B. L. Webster, Von Mykene bis Homer. Anfänge griechischer Literatur und Kunst im Lichte von Linear B, München 1960; I. Weiler, Griechische Geschichte. Einführung, Quellenkunde, Bibliographie, Darmstadt 1976.

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Kolloquium zur Alten Geschichte

Theodor Mommsen und die Römische Geschichte

Schlange-Schöningen, Mo 16-18 Uhr, Gebäude B3.1, Raum 2.29.

Beginn: 23.10.2017

Module: FW-FM-AG/MA; FW-FM/EP; AM-MM

Theodor Mommsen, der vor 200 Jahren (1817) geborene, große Althistoriker des 19. Jahrhunderts, beeinflusst mit seiner Darstellung der Antike noch heute die Geschichtsschreibung. Für seine mehrbändige „Römische Geschichte’ wurde er 1902 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Im Kolloquium soll nach einer Einführung in die Biographie und das Gesamtwerk Mommsens diese „Römische Geschichte“ in Ausschnitten gelesen und analysiert werden: wie beschreibt Mommsen die expansive Entwicklung des Stadtstaates Rom zur imperialen Macht? Welche zeitgenössischen politischen Begriffe und Konzepte hat er in seiner Darstellung umgesetzt, und mit welchen literarischen Mitteln arbeitet er? Da es sich um ein klassisches Werk der Geschichtsschreibung zur Antike handelt, ist das Kolloquium sowohl als Übung zur Historiographie als auch als Kolloquium für Examenskandidaten angelegt, die hier Grundkenntnisse der römischen Geschichte wiederholen und vertiefen können.

Einführende Literatur:

A. Demandt / A. Goltz / H. Schlange-Schöningen (Hgg.), Theodor Mommsen. Wissenschaft und Politik im 19. Jahrhundert, Berlin 2005; A. Heuss, Theodor Mommsen und das 19. Jahrhundert, Kiel 1956; St. Rebenich, Theodor Mommsen. Eine Biographie, München 2002.

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Oberseminare/Hauptseminare

Antikenrezeption im Nationalsozialismus

Schlange-Schöningen, Di 16-18 Uhr, Gebäude B3.1, Raum 2.29.

Beginn: 24.10.2017

Module: FW-AM AG; FW-VM AG, FW-SM-EP

„Römische Geschichte, in ganz großen Linien richtig aufgefasst“, so schrieb Hitler 1925 in „Mein Kampf“, sei und bleibe „die beste Lehrmeisterin nicht nur für heute, sondern wohl für alle Zeiten.“ An anderer Stelle bezog er sich stärker auf das antike Griechenland. Hinzu kam noch das antike Germanien, und alle drei Bezugspunkte wurden durch die nationalsozialistische „Rassenlehre“ verbunden. Auf der Grundlage dieser ideologischen Vorgaben bemühten sich deutsche Althistoriker in den Jahren seit 1933, ihr Fach linienkonform zu gestalten, indem z.B. der „Führerstaat“ und die „Rassenlehre“ mit Beispielen aus der Antike legitimiert wurden. Im Seminar sollen zunächst die ideologischen Konzepte und die nationalsozialistische Bildungs- und Universitätspolitik nachvollzogen werden; dann werden ausgewählte Beispielen der Antikenrezeption in der deutschen Altertumswissenschaft dieser Zeit zu analysieren sein. Auch der Antikenbezug der Nationalsozialisten außerhalb der Wissenschaft soll thematisiert werden.

Bemerkung: Voraussetzung für die Teilnahme ist ein erfolgreich abgeschlossenes Proseminar in der Alten Geschichte.

Einführende Literatur:

K. Christ, Klios Wandlungen. Die deutsche Althistorie vom Neuhumanismus bis zur Gegenwart, München 2006; B. Näf (Hg.), Antike und Altertumswissenschaft in der Zeit von Faschismus und Nationalsozialismus. Kolloquium Universität Zürich 14.-17. Oktober 1998, Mandelbachtal 2001; St. Lorenz, Hitler und die Antike, Archiv für Kulturgeschichte 82, 2000, 407-431; V. Losemann, Nationalsozialismus und Antike. Studien zur Entwicklung des Faches Alte Geschichte 1933-1945, Hamburg 1977; P. Lundgreen (Hg.), Wissenschaft im Dritten Reich, Frankfurt a.M. 1985.

 

 

Homer

Schlange-Schöningen, Mi 10-12 Uhr, Gebäude B3.1, Raum 2.30.

Beginn: 18.10.2017

Module: FW-AM AG; FW-VM AG, FW-SM-EP

In den Epen Homers, mit denen die europäische Literatur beginnt, wird nicht nur ein Bild einer heroischen Vergangenheit gezeichnet, das für die Griechen der archaischen Epoche Vorbildcharakter besaß. Denn zugleich spiegeln sich in der „Ilias“ wie in der „Odyssee“ auch politische, gesellschaftliche und materiellen Aspekte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts, in dem diese Dichtung entstanden ist. Das Oberseminar soll in die historische Interpretation dieser für das griechische Selbstverständnis zentralen Texte und in ihre Wirkungsgeschichte einführen.

Bemerkung: Voraussetzung für die Teilnahme ist ein erfolgreich abgeschlossenes Proseminar in der Alten Geschichte.

Einführende Literatur:

J. Bouzek, Homerisches Griechenland, Prag 1969; C. M. Bowra, Griechenland von Homer bis 404 v. Chr., Zürich 1960; F. M. Cornford, Greek Religious Thought from Homer to the Age of Alexander, Boston 1950; M. Finley, Die Welt des Odysseus, Darmstadt 1968; G. Jachmann, Der homerische Schiffskatalog und die Ilias, Köln 1958; J. Latacz (Hrsg.), Homer. Die Dichtung und ihre Deutung, Darmstadt 1991; ders., Troia und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels, München 2001; Chr. Ulf, Die homerische Gesellschaft. Materialien zur analytischen Beschreibung und historischen Lokalisierung, München 1990.

 

 

Rituale in der griechischen Antike

Aydin, Mo 12-14 Uhr, Gebäude B3.1, Raum 2.30.

Beginn: 23.10.2017

Module: FW-AM AG; FW-VM AG, FW-SM-EP

Rituale begleiten uns Tag für Tag, vom privaten Bereich bis hin zu öffentlichen Großveranstaltungen. Sie können als schematisierte Handlungen mit Mitteilungscharakter definiert werden (Burkert), d.h. sie sind beschreibbar und wiederholbar und haben eine Aussageabsicht, die über das hinausgeht, was die Handlung unmittelbar bewirkt.

In dem Seminar werden rituelle Handlungen in der griechischen Antike untersucht. Ausgehend von unterschiedlichen Definitionen des Rituals werden Hierarchie-Rituale, religiöse Rituale, rites des passages, aber auch öffentliche Rituale (Eideszeremonien, Reinigungs- und Sündenbockrituale) näher betrachtet.

Bemerkung: Voraussetzung für die Teilnahme ist ein erfolgreich abgeschlossenes Proseminar in der Alten Geschichte.

Einführende Literatur:

Burkert, Walter: Homo Necans. Interpretationen altgriechischer Opferriten und Mythen. Berlin. New York 1972.

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Proseminare

Alexander der Große (PS mit verpflichtendem Tutorium)

Klär, Mo 14-16 Uhr, B3.1 - Raum 2.30

Beginn: 23.10.2017

Module: FW-GM AG

Unter Philipp II., der von 359-336 v. Chr. König von Makedonien war, fand eine systematische Konsolidierung des makedonischen Staates statt und begann der Aufstieg zur größten Macht im Balkanraum. Sein Sohn Alexander dehnte die Grenzen Makedoniens durch den sogenannten Alexanderzug und der damit verbundenen Eroberung des Achämenidenreiches bis an den Indischen Subkontinent aus. Mit Alexander beginnt die Epoche des Hellenismus, in der sich die griechische Kultur und Geisteshaltung über weite Teile der antiken Welt verbreitete.
Im Proseminar wird die Herrschaft Alexanders näher betrachtet. Neben den militärischen Leistungen Alexanders, verbunden mit dem Alexanderzug, wird auch die Vielschichtigkeit des Alexanderreiches in ethnischer, politischer und religiöser Hinsicht zu betrachten sein. Das kulturelle Leben während des Hellenismus (etwa Errungenschaften in Wissenschaft und Forschung, Literatur und Kunst) wird ebenfalls behandelt. Am Ende steht ein Ausblick auf die Nachfolgereiche Alexanders, die sogenannten Diadochenreiche.

Das Tutorium wird Montags von 12-14 Uhr in Gebäude B3.1, Raum 2.29 stattfinden.

Einführende Literatur:

P. Barceló, Alexander der Große, Darmstadt 2007; Berve, H., Das Alexanderreich auf prosopografischer Grundlage, 2. Bde., München 1926; Carney, E. / Ogden, D. (Hrsgg.), Philipp II and Alexander the Great. Father and Son, Lives and Afterlives, Oxford 2010; A. Demandt, Alexander der Große. Leben und Legende, München 2009; J. Engels, Philipp II. und Alexander der Große, Darmstadt 2006; Fox, R. L., Alexander the Great, London 1974; Green, P., Alexander to Actium. The Hellenistic age, New York 1990; Gehrke, H.-J., Geschichte des Hellenismus, München 42008; Habicht, C., Studien zur Geschichte Athens in hellenistischer Zeit, Göttingen 1983; Scholz, P., Der Hellenismus. Der Hof und die Welt, München 2015; Walbank, F. W., Die hellenistische Welt, München 1983; Wiesehöfer, J., Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr., Düsseldorf 1998; Will, W., Alexander der Große, Stuttgart 1986.

 

 

Caligula - ein wahnsinniger Kaiser? (PS mit verpflichtendem Tutorium)

van Hoof, Di 10-12 Uhr, B 3.1 R. 2.29

Beginn: 17.10.2017

Module: FW-GM AG

„Verrückte Kaiser bringen seriöse Historiker in Verlegenheit“. So zitiert Aloys Winterling in der neuesten deutschen Studie zu Caligula im Nachwort seine Kollegin Catharine Edwards. Schon der Historiker Ludwig Quidde schrieb 1894 in „Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn“: „Das Bild des Cäsarenwahnsinns, das uns Caligula darbietet, ist geradezu typisch. Fast alle Erscheinungen, die wir sonst bei verschiedenen Herrschern antreffen, sind in ihm vereinigt, und wenn wir die scheinbar gesunden Anfänge mit der schauerlich raschen Steigerung zu den äußersten Exzessen zusammenhalten, so gewinnen wir auch ein Bild von der Entwicklung der Krankheit.“ Die kontroverse Forschungsliteratur zu Kaiser Caligula bietet in besonderem Maße Gelegenheit, Forschungspositionen anhand des zitierten literarischen, inschriftlichen und numismatischen Quellenmaterials zu prüfen und zu diskutieren.

Das Tutorium wird Dienstags von 16-18 Uhr in Gebäude B3.2, Raum 2.06 stattfinden.

Einführende Literatur:

R. Auguet, Caligula ou le pouvoir à vingt ans, Paris 1984; L. Quidde, Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn, Berlin 1894; A. Winterling, Caligula. Eine Biographie, München 5. Auflage 2012.

 

 

Pompeius (PS mit verpflichtendem Tutorium)

Krautkrämer, Di 14-16 Uhr, B 3.1 R. 2.29

Beginn: 17.10.2017

Module: FW-GM AG

Pompeius (106-48 v.Chr.) war zeitweise der mächtigste Politiker der späten römischen Republik. In den Wirren des letzten Jahrhunderts vor Christus war er durch militärische Siege in die Führungskreise Roms aufgestiegen, wurde zunächst zum Förderer, dann zum politischen und zuletzt militärischen Gegner Caesars. In der Erinnerung der Nachwelt verblasste sein Bild zugunsten der alle und alles überragenden Persönlichkeit seines Gegenspielers.
Die Beschäftigung mit der Biographie des Pompeius ermöglicht einen interessanten Einblick in die Funktionsweise der römischen Republik, deren politische Auseinandersetzungen und Intrigen. In der Zusammenschau und der kritischen Auswertung verschiedener Quellen entsteht das Bild eines Mannes im Spannungsfeld zwischen römischer Innen- und Außenpolitik sowie der Entwurf einer Alternative zur Alleinherrschaft Caesars.

Das Tutorium wird Dienstags von 16-18 Uhr in Gebäude B3.2, Raum 2.06 stattfinden.

Einführende Literatur:

Baltrusch, Ernst: Caesar und Pompeius. Darmstadt 3. Aufl., 2011.; Christ, Karl: Pompeius. Der Feldherr Roms. München 2004.; Gelzer, Matthias: Pompeius. Stuttgart 1984.; Meyer, Eduard: Caesars Monarchie und das Principat des Pompejus. Innere Geschichte Roms von 66 bis 44 v.Chr. Darmstadt 1963.; Seager, Robin: Pompey the Great. Oxford 2008.

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Übungen

Basiswissen Römische Geschichte I: Frühe und Mittlere Republik

Bauer, Di 8-10 Uhr, B3.1, Raum 2.30

Beginn: 17.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM

Ziel der Übung ist es, allgemeines Grundwissen zur Geschichte der Frühen und Mittleren Republik bis zu den Reformen der Gracchen zu vermitteln. Es wird ein chronologisches Grundgerüst zur politischen Geschichte dieser Epoche erarbeitet, das durch das Erschließen von Zusammenhängen gefestigt und durch Einführungen bspw. in Gesellschaft, Recht und Religion ergänzt wird. Zugleich ist es eine Einführung in die Quelleninterpretation.

Einführende Literatur:

J. Bleicken, Die Verfassung der römischen Republik, 7. Aufl. Paderborn 1995 (zuerst 1975) (UTB 460); Ders., Geschichte der römischen Republik, 5. Auflage München 1999 (zuerst 1980) (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, 2). T. J. Cornell: The Beginnings of Rome: Italy and Rome from the. Bronze Age to the Punic Wars (c. 1000-264 BQ (Routledge History of the Ancient World), Routledge, London u. a. 1995.; L. Aigner-Foresti: Die Etrusker und das frühe Rom, Darmstadt 2003.

 

 

Landesverräter, Zauberer und Giftmischer - Majestätsprozesse in der römischen Kaiserzeit

van Hoof, Di 12-14 Uhr, B3.1, Raum 2.29

Beginn: 17.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Schon in der römischen Republik kam es zu Prozessen wegen Verletzung der "maiestas populi Romani". In der Kaiserzeit waren solche Majestätsprozesse häufig ein beliebtes Instrument mißtrauischer Kaiser zur Entfernung von allzu machthungrigen Personen in der Elite und damit zur Verhinderung von Usurpationen. Aber auch schon der Verdacht von Wahrsagerei, Giftmischerei und Zauberei waren Vorwürfe, die sehr oft zu Prozessen wegen Majestätsbeleidigung führten. Unter welchen Kaisern eine Häufung solcher Prozesse zu beobachten ist, welcher Personenkreis überwiegend betroffen war, welche Anklagepunkte dabei vorgebracht wurden, und wer die "delatores" waren, die solche Verbrechen überhaupt erst anzeigten, werden Themenkomplexe sein, die in der Übung behandelt werden.

Einführende Literatur:

D. Brodka, Ammianus Marcellinus. Studien zum Geschichtsdenken im vierten Jahrhundert n. Chr., Krakau 2009; H. Funke, Majestäts- und Magieprozesse bei Ammianus Macellinus, JbAC 10 (1967), 145 - 176; A. Lotz, Der Magiekonflikt in der Spätantike, Bonn 2005. F. Paschoud / J. Szidat (Hrsg.), Usurpationen in der Spätantike, Stuttgart 1997; H. Rutledge, Imperial inquisitions. Prosecutors and informants from Tiberius to Domitian, London 2001; C. Zäch, Die Majestätsprozesse unter Tiberius in der Darstellung des Tacitus, Zürich 1971.

 

 

Epigraphik I: Antike Inschriften und Graffiti

Aydin, Do 14-16 Uhr, B3.1, Raum 2.30

Beginn: 19.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Inschriften und Graffiti sind für die Erforschung der antiken Geschichte außerordentlich wichtig, da sie als unmittelbare Zeitzeugnisse alle Facetten gesellschaftlicher und religiöser Kommunikation widerspiegeln. So vielfältig wie Formen und Materialien der Inschriften sind auch die Texte selbst.
In dieser Grundlagenübung werden die Arbeitsmethoden der Epigraphik an den wichtigsten Inschriftengruppen erläutert und eingeübt.

Grundlegende Lateinkenntnisse werden vorausgesetzt.

Einführende Literatur:
M. G. Schmidt, Einführung in die lateinische Epigraphik, Darmstadt 2004.

 

 

Make love - not war: Ovid und der Principat des Augustus

Aydin, Mi 16-18 Uhr, B3.1, Raum 2.29

Beginn: 18.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Im Jahr 17 n. Chr., vor genau 2000 Jahren, starb der römische Dichter Publius Ovidius Naso. In dieser Übung werden anhand von ausgewählten Texten Aspekte der Kultur und Politik des Principats behandelt. „Naso, der Dichter, Spieler zärtlicher Liebesgeschichten”, so wollte sich Ovid nach eigenen Angaben auf seinem Grabstein beschrieben sehen. Im Zentrum stehen seine Liebesdichtungen, die Metamorphosen sowie die Schriften, die er im Exil verfasst hat, in das ihn ein „Gedicht und eine Verfehlung” brachten. Eine der zu diskutierenden Fragen ist das Verhältnis Ovids zur Principatsideologie und zum Herrscher. Wie kritisch oder wie politisch ist Ovid?

Zur Vorbereitung schauen Sie bitte vor dem ersten Termin den folgenden Youtube-Clip:

https://www.youtube.com/watch?v=LBMRuQlggIg

 

 

Numismatik II - Der Schatzfund von Wiesbach (Eppelborn)

van Hoof, Do 10-12 Uhr, B3.1, Raum 2.29

Beginn: 19.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Im Jahr 1953 fand ein Bauer bei der Kartoffelernte in Wiesbach 244 römische Münzen, deren Anzahl sich bei einer darauf folgenden Begehung durch einen Mitarbeiter des Landesdenkmalpflegeamtes auf 379 erhöhte. Darüber hinaus wurde noch ein goldener Fingerring gefunden. Alle Fundstücke waren offenbar in einem Tongefäß deponiert, das geborgen und restauriert werden konnte. Heute wird der Schatzfund im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken ausgestellt. In der Übung werden wir uns zunächst grundsätzlich mit wissenschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Münzhorten auseinander-setzen, dann einige größere Fundkomplexe in der Großregion betrachten und anschließend den Schatz von Wiesbach genauer analysieren und einordnen.

Einführende Literatur:

E. Dehnke, Der römische Münzfund von Wiesbach-Mangelshausen, in: Beiträge zur saarländischen Archäologie und Kunstgeschichte, 7. Bericht der Staat-lichen Denkmalpflege im Saarland 1959, 147 – 15.; E. Dehnke, der römische Münzfund von Wiesbach - Mangelshausen (Saar), in: Schweizer Münzblätter, Bd. 4 – 6 (1953 – 1956), Heft 18, 37 – 44; E. Ghey, Hoards. Hidden History, London 2015; A. Kolling, Römische Münzschatzfunde im Saarland, in: Saarbrücker Bergmansskalender 1973, S. 110 – 115.; G. E. Thüry Die antike Münze als Fundgegenstand : Kategorien numismatischer Funde und ihre Interpretation, Oxford 2016.

 

 

Räuber und Banditen in der griechisch-römischen Mittelmeerwelt

van Hoof, Mi 12-14 Uhr, B3.1, Raum: 2.29

Beginn: 18.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

In griechischen und römischen literarischen Quellen finden sich häufig Schilderungen unangenehmer Begegnungen von Reisenden mit Räubern und Banditen, von Diebesbanden, die versuchten, nachts in Häuser einzudringen und von Piraten, die Schiffsreisende kidnappten und von den Verwandten Lösegeld erpressten. Müssen wir uns also vorstellen, dass man in der Antike immer und überall um Leib und Leben fürchten musste, oder handelt es sich häufig eher um literarische Topoi? Rekrutierten sich Banden aus Personengruppen, die in staatlichen Ausnahmesituationen so ihren Lebensunterhalt bestritten haben? Kennen wir überhaupt Einzelpersonen näher, und befindet sich unter diesen vielleicht sogar ein "Robin Hood der Antike"?

Einführende Literatur:

Th. Grünewald, Räuber, Rebellen, Rivalen, Rächer. Studien zu Latrones im Römischen Reich, Stuttgart 1999; W. Riess. Apuleius und die Rduber: Ein Beitrag zur historischen Kriminalitätsforschung, Heidelberg 2001; Riess, W. / Fagan, G. G. (Hgg.), The Topography of Violence in the Greco-Roman World, Ann Arbor 2016.

 

 

"Rom ist dort, wo der Kaiser ist" (Herodian 1, 6, 3-5) - Die Mitglieder des kaiserlichen Hofstaates auf Reisen durch das Reich

van Hoof, Mi 8-10 Uhr, B3.1, Raum 2.29

Beginn: 18.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Nur wenige Kaiser sind im 4. Jh. mit einem Besuch in der Stadt Rom bezeugt. Sie reisten vielmehr entsprechend den miltärischen Anforderungen an den Grenzen zwischen ihren verschiedenen Kaiserresidenzen im Reich umher. Erst als die Kaiser selbst nicht mehr als Heerführer in den Krieg zogen, residierten sie wieder an einem Ort. So wird Konstantinopel im Ostreich unter Kaiser Arcadius wieder zum ständigen Regierungssitz. Thema der Übung werden einerseits die Paläste und architektonisch prägenden Merkmale solcher Residenzstädte wie z. B. Trier sein, andererseits werden wir uns aber auch mit den verschiedenen Mitgliedern des Hofstaats (comitatus) und deren Funktionen beschäftigen.

Literatur:

A. Demandt, Die Spätantike, München 2. Aufl. 2007; A. H. M. Jones, The Later Roman Empire, 3 Bde, Oxford 1964; D. Schlinkert, Vom Haus zum Hof. Aspekte höfischer Herrschaft in der Spätantike, in: Klio 78 (1996), 454 - 482; A. Winterling (Hg.), Comitatus. Beiträge zur Erforschung des spätantiken Kaiserhofs, berlin 1998

 

 

Theodor Mommsen und die Römische Geschichte

Schlange-Schöningen, Mo 16-18 Uhr, Gebäude B3.1, Raum 2.29.

Beginn: 23.10.2017

Module: FW-FM AG; FW-BM; FW-QMT

Theodor Mommsen, der vor 200 Jahren (1817) geborene, große Althistoriker des 19. Jahrhunderts, beeinflusst mit seiner Darstellung der Antike noch heute die Geschichtsschreibung. Für seine mehrbändige „Römische Geschichte’ wurde er 1902 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Im Kolloquium soll nach einer Einführung in die Biographie und das Gesamtwerk Mommsens diese „Römische Geschichte“ in Ausschnitten gelesen und analysiert werden: wie beschreibt Mommsen die expansive Entwicklung des Stadtstaates Rom zur imperialen Macht? Welche zeitgenössischen politischen Begriffe und Konzepte hat er in seiner Darstellung umgesetzt, und mit welchen literarischen Mitteln arbeitet er? Da es sich um ein klassisches Werk der Geschichtsschreibung zur Antike handelt, ist das Kolloquium sowohl als Übung zur Historiographie als auch als Kolloquium für Examenskandidaten angelegt, die hier Grundkenntnisse der römischen Geschichte wiederholen und vertiefen können.

Einführende Literatur:

A. Demandt / A. Goltz / H. Schlange-Schöningen (Hgg.), Theodor Mommsen. Wissenschaft und Politik im 19. Jahrhundert, Berlin 2005; A. Heuss, Theodor Mommsen und das 19. Jahrhundert, Kiel 1956; St. Rebenich, Theodor Mommsen. Eine Biographie, München 2002.