Kafka und die Weltliteratur

Internationales Symposion

Universität des  Saarlandes, Saarbrücken

20.–23. September 2004

Zum Thema des Kongresses

 

Bis heute ist es in der Literaturwissenschaft üblich, Kafka entweder als Solitär darzustellen oder ihn, in jüngster Zeit, auch im Kontext der jüdischen Literatur zu betrachten. Kafkas literarischer Horizont ist damit aber nicht annähernd erfaßt. Er hat sich in seinem Werk, markiert und (häufiger) unmarkiert, immer wieder auf Weltliteratur bezogen auf Homer, Cervantes, Goethe, Stifter, Dickens, Flaubert, Kierkegaard und viele andere , und zahllose Autoren der Moderne haben sich ihrerseits wiederum in unterschiedlichster Weise auf Kafkas Werk bezogen. Ziel des komparatistisch angelegten Kongresses ist es, Kafka in diesem Sinn als einen Autor der Weltliteratur zu beschreiben: ihn als Subjekt wie als Objekt produktiver Lektüren in den Blick zu nehmen und typlogischen Verbindungen zur Literatur der internationalen Moderne nachzugehen. Im Mittelpunkt sollen dabei nicht Einflußstudien im Sinne des Positivismus stehen, sondern Studien zum Austausch und der Modifikation von Themen und Verfahrensweisen. Von diesem gemeinschaftlichen Versuch, Kafka im Kontext der Weltliteratur zu verorten, erhoffen wir uns auch neue Impulse für die noch immer hoffnungslos zerstrittene Kafka-Forschung.

Der Kongreß ist in drei Sektionen unterteilt: I. Kafkas Lektüren; II. Kafka und die moderne Literatur; III. Kafka-Lektüren. In den Abteilungen I und III können sowohl die Beziehungen zu Einzel-Autoren wie zu Autorengruppen behandelt werden. In II geht es nicht um Kontaktstudien, sondern um typologische Bezüge innerhalb der ästhetischen Moderne.

 

  

FR 4.1 - Germanistik / Universität des Saarlandes
Letzte Überarbeitung: 14.07.2004 (me)