Willkommen auf den Internetseiten von Prof. em. Dr. Karl Richter

Es begrüßt Sie
 

der Emeritus:

 

»Zunächst darf ich darüber aufklären, was es mit dem nachdenklichen und schweigsamen Gesellen dort drüben auf sich hat. Es handelt sich um ein Double von mir, das in Kreisen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geformt worden ist und das mir kürzlich zu meinem 65. Geburtstag in einem Spiel mit Puppen – auch ein Teufel kam darin vor – geschenkt wurde. Nach meinem Vornamen und dem Status eines Professors haben meine Mitarbeiter die Figur ›Kalleprof‹ getauft. Kalleprof ist als Marionette konzipiert, und die Ohnmacht der Marionette deutet an, daß ich dabei bin, alle universitäre Macht abzugeben. Aber wenn Kleists Marionettentheater-Aufsatz noch immer recht hat, gewinne ich dafür ja vielleicht ein Stück einer Grazie zurück, die mir während meiner akademischen Tätigkeit abhanden gekommen ist.« – Aus: K.R., Laudatio auf die mittelgroße Universität eines kleinen Landes. Rede anlässlich des Abschiedskolloquiums für Karl Richter: Germanistik im interdisziplinären Gespräch (2002)

 

der Flüchtling:

 

»Ich lebe die internationale Promenadenmischung eines nordböhmisch-bayerisch-saarländischen Deutschen, der eine Wiener Mutter und über sie die obligatorische tschechische Großmutter hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe ich schon einmal in Österreich Asyl gesucht – zuerst in Wien, dann auf einem steirischen Bauernhof, wo ich erstmals mit Pfirsichen, einem Hackbrett und Goethes Faust in Berührung kam. Heute sind Salzburg und sein mobilfunkkritisches Engagement für Gesundheit, Menschenrecht und Kultur auch für viele Deutsche zu einem Zeichen der Hoffnung geworden. In gewissem Sinne suche ich zum zweiten Mal in Österreich Asyl!« – Aus: K.R., Mobilfunk und Demokratie im Widerstreit. Der gesellschaftliche Preis eines fragwürdigen Fortschritts. In: Mobilfunk, Mensch und Recht. Podiumsdiskussion zum Internationalen Tag der Menschenrechte, gehalten am 16. Dezember 2005. Hg. von Wolfram Karl und Eduard C. Schöpfer, Salzburg 2006, S. 37.

 

der Wissenschaftler als Bürger:

 

»Die Einheit von naturwissenschaftlich-technischer, geisteswissenschaftlich-ästhetischer und demokratischer Kultur ist längerfristig der einzige Garant eines zukunftsfähigen Fortschritts [...]. Wer hier die Theater-Kultur zerschlägt, dort die Mobilfunkgefährdung verdrängt, um sich schließlich über Pisa und explodierende Gesundheitskosten zu wundern, hat die wichtigste Frage der Demokratie aus den Augen verloren: Was uns zu Menschen macht und eine menschenwürdige Zukunft ermöglicht!« Aus: Charta kritischer Bürger