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6. Morgentraining

 

Das Sumô-Training (keiko) ist eine der härtesten Schulungen für Körper und Geist. Es findet jeden Morgen unter Aufsicht des oyakata im Trainingsraum des heya (keikoba) statt. Der Raum besteht aus festgestampftem Lehmboden, in den ein Kampfring in Originalgröße eingelassen ist. Um den Ring herum ist genügend Platz für alle Ringer, die nicht gerade im Ring kämpfen. Sie schauen von dort entweder zu, um zu lernen, oder sie führen alleine verschiedene Übungen durch. Auf einer Seite des Raumes befindet sich eine Erhöhung aus Holz, teils mit tatami-Matten belegt, auf der sich der oyakata, weitere Trainer sowie Besucher niederlassen.

Gelegentlich teilen der oyakata oder ältere Ringer Schläge mit Bambusstöcken aus, wenn jüngere Kämpfer nicht gut genug sind oder zu wenig Initiative zeigen.

Unfälle und schwerwiegende Verletzungen im Training sind selten. Die meisten Probleme haben Ringer mit dem Rücken, den Kniegelenken und den Fuß- und Schultergelenken, aber auch Verletzungen der Ellenbogen, Finger und Zehen tauchen auf.

Wichtig ist die Stärke der Ringer, da sie dem Aufprall mit dem Gegner zu Beginn des Kampfes standhalten müssen und stark genug sein müssen, um diesen umzuwerfen oder aus dem Ring zu drängen. Daher sind Übungen zur Steigerung von Schnelligkeit (Aufprall), Beweglichkeit und Kraft das wichtigste.

Es gibt sechs verschiedenen Basisübungen. Zu Beginn des Trainings machen die sumôtori meist eine Dehn- und Stampfübung ( shiko). Sie dient der Stabilisierung des Gleichgewichtes und der Bildung von Muskeln im gesamten Unterkörper. Mit gesenkten Hüften im "Entengang", ohne die Fußsohlen vom Boden zu heben, immer im Kreis gehen heißt suri ashi oder hakobi ashi. Diese Übung erhöht die Standfestigkeit. Eine weitere Dehn- und Streckübung ist das matawari. Hier sitzen die Ringer fast im Spagat am Boden und legen Oberkörper und Stirn auf den Boden. Im Idealfall soll das Kanji     (Erde) gebildet werden. Beim teppo drückt oder schlägt man mit den Händen gegen einen dicken Holzpfahl (Stärkung der Armmuskulatur und des Rückens). Das Kampftraining beginnt mit dem moshiai geiko. Zwei Ringer kämpfen im dohyô gegeneinander. Der Sieger darf sich so lange neue Ringer aussuchen, bis er besiegt wird. Um die Schubkraft zu stärken dient das butsukari geiko. Ein Ringer stemmt sich gegen seinen Gegner. Dieser versucht, ihn aus dem Ring zu schieben. Eine Fall- und Abrollübung beendet diesen Teil des Trainings.

Sekitori trugen als Gürtel (mawashi) ursprünglich schwarze oder violette Satinstoffe (shimekomi). Heute sind sie oft sehr farbenprächtig und meist aus Seide. Im Training tragen sie mawashi aus weißer Baumwolle. Die toriteki hingegen tragen sowohl beim Turnier als auch beim Training mawashi aus schwarzer Baumwolle.

Im alltäglichen Leben und beim Training werden sekitori von einigen toriteki als Handlanger oder Diener begleitet, die ihnen behilflich sein sollen. Je höher der Rang, desto mehr Diener hat ein sumôtori.

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