Sumo

HOME
Sprachkurs
Landeskunde
Dozenten
JapanLinks
Studienfacts
FunStuff
Untitled

Fb01
Sm01
Exit01
End_Buttons

4. Der Kampf
 

Einen Tag vor Beginn der jeweiligen Meisterschaftsturniere findet das dohyô matsuri (Ringfest) statt. Es ähnelt der Shintô-Zeremonie zur Einweihung eines Bauplatzes. Man betet für die Sicherheit im dohyô während der Kämpfe. Ein Schiedsrichter übernimmt die Rolle des Priesters. Der Vorsitzende der Sumô-Gesellschaft, die ranghöchsten Schiedsrichter und die Ringrichter sind dabei anwesend.

Die Kämpfe beginnen morgens um 10 Uhr mit den niedrigen Rängen. Gegen 15 Uhr kämpfen die sekitori. Gegen 18 Uhr kämpft der ranghöchste Ringer. Jeden Nachmittag findet das zeremonielle Besteigen des Kampfplatzes (dohyô iri) statt. Hierbei tragen alle rikishi ihre Prunkschürzen.

Am Ende jedes Turniertages (18 Uhr) schwingt ein auf die Abschlußzeremonie spezialisierter Ringer einen Bogen in der Luft und stampft dabei mit den Füßen auf den Boden. Erst danach ist der Turniertag offiziell beendet.

Der letzte Kampftag eines Turnieres heißt senshûraku. Nach dem letzten Kampf findet die Siegerehrung im Ring statt. Steht es am Ende zwischen zwei oder mehr Ringern unentschieden, so gibt es so viele Entscheidungskämpfe, bis nur noch ein Sieger übrig bleibt. Einige Ringer werden meist noch mit Sonderpreisen (shukunshô) ausgezeichnet. Eine Zeitung stiftet ein großes, gerahmtes Foto vom Sieger, das dann in der Kokugikan (große Sumô-Halle in Tôkyô ) aufgehängt wird.

Der beste Ringer in der Geschichte des Sumô war des Yokozuna Taihô (sechziger Jahre). Er konnte 32 Siege bei offiziellen Turnieren erringen.

Zu Beginn setzen sich die fünf Ringrichter (shimpan) an bestimmte Positionen um den Ring. Zwei Schiedsrichter treten an den Ring heran. Sie schlagen zwei Holzklötzchen (hyôshi gi) rhythmisch zusammen. Je ein Ringer kommt durch den Ost- und Westeingang und setzt sich auf die Ruheplätze neben dem dohyô. Ein Schiedsrichter betritt mit einem Ausrufer den Ring. Nachdem die Namen der Kämpfer gerufen wurden, besteigen diese ebenfalls den dohyô. Sie stellen sich in ihrer Ecke auf, heben abwechselnd die Beine in die Luft und stampfen dann mit den Füßen auf. Diese Bewegung heißt shiko. Nachdem erneut die Namen der Kämpfer gerufen wurden treten diese in den Ring und hocken sich an ihren Startlinien (shikirisen) gegenüber. Sie verbeugen sich, klatschen in die Hände und heben beide Arme in eine horizontale Stellung. Diese Bewegung heißt chiri o kiru und soll dem Gegner zeigen, daß man ohne Waffen mit bloßen Händen offen und aufrichtig kämpfen möchte.

Dann gehen die Ringer zurück in ihre Ecke, reinigen ihren Mund mit Wasser und werfen Salz, das in einem Körbchen bereitsteht, in den Ring. Dies ist ein Reinigungsritual aus dem Shintô. Dann stellen sie sich erneut an den Trennlinien auf. Sie heben wieder abwechselnd die Beine in die Luft und stampfen auf den Boden. Sie nehmen erneut die hockende Position ein (shikiri). Dies wiederholt sich mehrmals.

Nach etwa vier Minuten informiert der Ausrufer den Schiedsrichter über das Ende der Vorbereitungszeit. Hebt der Schiedsrichter seinen Fächer, den er zuvor immer waagerecht gehalten hat, in eine senkrechte Position, so kann der Kampf beginnen, wobei beide Ringer vor dem Start mit den Händen den Boden berühren müssen. Tun sie dies nicht, so zählt es als Fehlstart und es wird neu begonnen. Die Vorbereitung soll die Atmung der Ringer regulieren und Kampfgeist und Konzentration steigern. Während der Vorbereitungszeit kommen die beiden nächsten Kämpfer herein und nehmen am Ringrand Platz. Ist der Kampf beendet, so zeigt der Schiedsrichter mit seinem Fächer in die Richtung des Siegers. Während er dessen Namen ruft, verbeugen sich die Kämpfer voreinander. Ist die Entscheidung nicht eindeutig, treten die fünf Ringrichter in den dohyô und beraten über die Entscheidung (mono ii). Bei einem Unentschieden (dôtai) müssen die beiden Ringer noch einmal kämpfen. Sofern der Sieger einen Sponsor hat erhält er vom Schiedsrichter einen Umschlag mit einem Bonusscheck.

Der Sieger überreicht dem nächsten Kämpfer eine Schöpfkelle voll Wasser. Auf der Seite des Verlierers überreicht der übernächste Ringer das Wasser.

Back
Sumo
Sumo-Gesellschaft
Die Ränge
Der Kampf
Techniken
Das Morgentraining
Vorraussetzungen
Ernährung
Besoldung
Literatur - Sumo