In Japan gibt es schon seit langem Sumô als Beruf (Berufssport, shindeshi). Berufsringer nennen sich rikishi oder sumôtori
(allgemein). Die Organisation, in der die Ringer sich zusammengeschlossen haben, heißt nihon sumô kyôkai (Japanische Sumô-Gesellschaft). Sechs Mal im Jahr veranstaltet sie
Meisterschaftsturniere (honbasho). Jedes dieser Turniere dauert 15 Tage (Ringer unter dem jûryô-Rang kämpfen nur 7 Tage). Sie gehören zu den populärsten und meistgesehensten
Sportveranstaltungen in Japan. Das komplette Turnier wird im ganzen Land übertragen. Die Einschaltquoten bei NHK liegen bei 30-50%.
Auch die Schiedsrichter (gyôji) gehören der Sumô
-Gesellschaft an. Sie sind zuständig für den ordnungsgemäßen Ablauf und die Entscheidung über den Ausgang der Kämpfe. Desweiteren gibt es noch die Ausrufer (yobidashi), die den Ring bauen und den
Kampf ausrufen, sowie die Jugendtrainer (wakamono gashira), die sich um junge Ringer kümmern. Die tokoyama (wörtl.: Kostümfriseur) schneiden und frisieren die Haare der Ringer.
Die Sumô-Gesellschaft wird geleitet von ehemaligen Ringern (toshiyori), die zu ihren Profizeiten besondere Qualifikationen (toshiyori kabu) erreicht haben. Ohne eine solche Qualifikation
wird niemand in die Gesellschaft aufgenommen. Ein einzelner dieser älteren Ringer wird als Lehrmeister (oyakata) bezeichnet. Es gibt 10 Vorstandsmitglieder und 105 hauptamtliche Mitarbeiter. 1994
gehörten der Gesellschaft ca. 880 rikishi an. Einschließlich Ältere, Schiedsrichter und Ausrufer hat sie etwa 1100 Mitglieder.
Einige Ältere besitzen eigene heya
(wörtl.: Zimmer; zu deutsch oft als "Stall" bezeichnet) genannte Trainingsanstalten. 1995 gab es 47 heya, in denen Ringer ausgebildet werden. Alle Berufsringer müssen aus einem dieser Ställe stammen.
Neue Ringer kämpfen bei regulären Sumô-Veranstaltungen und besuchen parallel dazu etwa 6 Monate lang eine spezielle, von der Sumô-Gesellschaft eingerichtete, Schule. Hier lernen
die rikishi die Grundkenntnisse des Sumô und erhalten gleichzeitig eine weiterführende allgemeine Schulausbildung.
Nimmt ein Ringer zum ersten Mal an einem offiziellen Turnier
teil, so wird er ab der nächsten Meisterschaft auf der Rangliste (banzuke) eingetragen und darf sich ab diesem Zeitpunkt rikishi nennen. Die banzuke ist eine Liste, die alle rikishi
nach Rang und Reihenfolge aufführt. Sie ist mit sumôji auf ein großes Blatt Papier gedruckt. Sumôji
sind alte Schriftzeichen, wie sie ähnlich von verschiedenen japanischen Schaukünsten seit der Edo-Zeit verwendet werden. Je nach abschneiden bekommen die Ringer nach dem Turnier einen besseren oder schlechteren Rang. Vor jedem Turnier wird eine neue
banzuke herausgegeben.
Es gibt mehrere Klassen: makuuchi, jûryô, makushita, sandanme, jonidan, jonokuchi und maezumô. Jede Klasse hat
eine Ost- (higashikata) und eine Westseite (nishikata). In der Mitte stehen Schiedsrichter, Ältere und Ringrichter.