Sumo

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1. Allgemeine Einführung
 

In Europa wurde das Interesse am Sumô geweckt, nachdem Profiringer aus Japan 1991 in London und 1992 in Düsseldorf ihren Sport vorführten. In Japan selbst ist der Sport sehr beliebt. Es gibt im Fernsehen Comic- und Dramenserien über Sumô , Magazine mit Sumô-Comics und ein Kinofilm über ein Universitäts-Sumô-Teamwurde sogar zum Kassenschlager.

Bevor Akebono zum Yokozuna ernannt wurde, war diese Position lange Zeit unbesetzt, es gab also nur einen Yokozuna. Er war der erste Ausländer (Nicht-Japaner), der diesen Titel erhielt. An ihn wurde die Erwartung besonderer Reinheit und Charakterfestigkeit (hinkaku) gestellt. Letztendlich mußte er sich jedoch keiner besonderen Prüfung unterziehen, sondern nur innerhalb kurzer Zeit mehrere Turniere hintereinander gewinnen ( Unbesiegbarkeit).

Sumô ist bis heute eng mit der Religion des Shintô verbunden. Wegen seiner engen Verbindung des modernen Sportes mit alter Tradition ist Sumô zu einem Synonym für das traditionelle Japan geworden; es ist eine der ältesten Sportarten des Landes.

Mittlerweile ist Sumô auch in anderen Ländern (z.B. Hawaii, Argentinien) sehr populär, was auf seine langsam aber stetig fortschreitende Internationalisierung schließen läßt, sowohl bei den Ringern ( Hawaiianer, Mongolen), als auch bei den Zuschauern. Immer häufiger werden Turniere, zumindest ausschnittsweise, in vielen Ländern gezeigt. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg bereisten Sumô-Gruppen das Ausland (z.B. VR China, Südkorea, Taiwan). Nach dem Krieg reisten sie häufig nach Amerika, insbesondere Hawaii. Sogar ein Besuch in der Sowjetunion konnte realisiert werden. 1972 traten sogar einige Ringer in staatlichem Auftrag (!) für die Wiederherstellung der japanisch-chinesischen Beziehungen in der VR China auf.

Der erste ausländische Ringer kam 1964 von Hawaii nach Japan. Sein Name war Takamiyama. Er war ein erfolgreicher sekitori und kämpfte bis zu seinem 37. Lebensjahr. Er nahm die japanische Staatsbürgerschaft an und wurde nach dem Ende seiner Karriere "Älterer" in der Sumô-Gesellschaft. Heute leitet er ein eigenes heya (Azunazeki).

Die Zahl der englischsprachigen Fans nahm so stark zu, daß sogar eine Sumô-Zeitung ins Englische regelmäßig übersetzt wurde.

Sehr viele Traditionen sind bis heute in dieser Sportart zu finden.

Über der Arena hängt ein Dach im Shintô-Stil. An seinen Ecken hängen farbige Quasten (grün, rot, weiß, schwarz) herab, die die Jahreszeiten symbolisieren.

Auch die Schürzen der Ringer, die Kleidung der Schiedsrichter (ähnlich den Kostümen im Nô-Spiel), der Haarknoten (Samurai) und die Form und Schreibweise der Rangliste gehen auf alte Traditionen zurück.

Die Verbindung zu den Jahreszeiten zeigt sich auch daran, daß in jeder mindestens ein Meisterschaftsturnier stattfindet und es an den Kampftagen ein für die Jahreszeit typisches Gericht gibt.

"Das mit Sumô verknüpfte Gefühl für die vier Jahreszeiten steht in Verbindung mit der Beschreibung saisonmäßiger Objekte (saijiki ) in den japanischen Kurzgedichten (haiku)." (Möller, 1994, S.28) Es gibt auch einige haiku, die Sumô zum Thema haben. (S. 28/29)

Auch bei Holzschnitten (die im 18. Jh. als Volkskunst sogar auf europäische Impressionisten wie Van Gogh Einfluß ausgeübt haben), Drucken, modernen Gemälden oder Skulpturen war Sumô oft ein beliebtes Motiv in Japan.

Um das Wesen des Sumô zu begreifen muß man erkennen, daß es nicht nur ein Sport, sondern auch eine traditionelle Kunstfertigkeit ist.

Sumô ist ein typisch japanischer Sport, der bei der Bevölkerung sehr beliebt ist. Es ist ein Ringkampf, der als Zweikampf in einem dohyô genannten Ring von 4,55 m Durchmesser ausgetragen wird. Da der Kampf nur wenige Sekunden dauert, die Männer aber mit aller Kraft kämpfen, benötigen sie große körperliche und geistige Stärke. Die Kämpfer sind bis auf eine Art "Lendenschurz" unbekleidet.

Der dohyô ist eine aus Lehm und Erde errichtete, festgestampfte rechteckige Erhöhung von 34-60 cm mit einer Seitenlänge von 6,7 m. In ihrer Mitte wird ein Kreis von 4,55 m Durchmesser markiert, indem man kleine Strohsäcke in den Boden einsetzt. Hinter zwei Trennlinien ( Shikirisen), die mit 70 cm Abstand auf dem Ringboden markiert sind, nehmen die Ringer Aufstellung. Von dieser Stelle aus beginnt der Kampf. Wer mit einem anderen Teil des Körpers als den Fußsohlen den Sand des dohyô berührt oder den Ring verläßt verliert den Kampf.

von
Nicole Fischer

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