Teil 2: Die Phasen der Behandlung
Die fortgeschrittene Phase:
Die Arbeit mit reifen Abwehrmechanismen und Übertragungen.
Durch die beginnenden Deutungen primitiver, abgespaltener Objektbeziehungen kündigt
sich der Wechsel in eine fortgeschreittene Phase der Behandlung an,
zB.:eine primitive Objektbeziehung zwischen einer sadistischen Mutter und
einem verängstigten Kind stellt das Gegenstück dar zu einem glücklichen
Kind
Dem Patienten muß klar gemacht werden, wie er diese beiden (Teil-) Beziehungen
künstlich voneinander getrennt hält, um zu verhindern, daß die positive Beziehung
nicht durch die negative zerstört wird.
Der Patient beginnt, sich selbst und andere als komplexe Personen wahrzunehmen,
Teilobjektbeziehungen werden zu vollständigen Objektbeziehungen und er versucht seltener,
daß Selbst vor ambivalenten und Gefühlen zu schützen.
Der Eintritt in die fortgeschrittene Phase zeigt sich, wenn die primitiven Abwehrmechnismen
wie Spaltung, projektive Identifizierung, omnipotente Kontrolle durch reife Abwehrmechanismen wie Projektion, Verdrängung, Affektisolierung ersetzt werden.
Merkmale, die zeigen, daß der Patient das fortgeschrittene Stadium der Therapie
erreicht hat:
-
statt Handlungen zur Bewältigung seiner inneren Zustände auszuführen, beschreibt der Patient diese Handlungen und den Wunsch, jetzt in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren
- er kann sich selbst und andere besser beschreiben (was auf eine differenziertere Sichtweise hindeutet), vorher unvereinbare Vorstellungen werden miteinander verbunden
- abrupte Wechsel von einem affektiven Zustand in einen anderen werden seltener,es entstehen Kontinuitäten, die eine Verbindung von affektiven Zuständen und gegensätzlichen Beziehungen ermöglichen
- der Patient kann offener über Bereiche reden, die vorher zu beängstigend waren, erkennt seine Phantasien als solche und teilt sie mit
- die Beiträge des Therapeuten werden angemessener beurteilt, der Therapeut realistischer betrachtet, dadurch vertieft sich die Beziehung zum Therapeuten
zB. können Patienten Reue über vorheriges Verhalten dem Therapeuten gegen-
über zeigen
Indem der Patient ambivalente Gefühle und Sichtweisen ertragen kann, werden die Auswirkungen der Spaltungsmechanismen aufgehoben.
Dies alles deutet auf eine Integration des Selbstkonzeptes und des Konzeptes anderer Personen hin.