IV Prognostische Erwägungen
Die Prognose für narzißtische Patienten ist im allgemeinen sehr zurückhaltend. Ihre Charakterstruktur zeichnet sich durch Rigidität und glatte Funktionstüchtigkeit aus. Der Krankheitsgewinn bringt Vorteile, vor allem die Isolierung von anderen Menschen, die nur schwer aufzugeben sind. All die sind Eigenschaften, die dem Fortschritt der Analyse hinderlich sind. Dennoch gibt es nach Kernberg eine Reihe prognostischer Faktoren, die sich im Einzelfall als nützlich erweisen.
- Toleranz für Depression und Trauer
- Sekundärer Krankheitsgewinn aus analytischer Behandlung
- Übertragungspotential für Schuldgefühle und Übertragungspotential für paranoide Wut
- Qualtität des Sublimierungspotentials
- Art und Ausmaß der Integration des Über-Ichs
- Lebensumstände von außergewöhnlichem narzißtischen Befriedigungswert
- Impulskontrolle und Angsttoleranz
- Regression zu primärprozeßhaften Denkformen
- Motivation zur Behandlung