Diese kritische Würdigung des Freudschen Triebbegriffes legt besonderes Augenmerk auf Freuds Text "Triebe und Triebschicksale" von 1915.
Freud näherte sich dem Triebbegriff von physiologischer, wie auch von psychologischer Seite.
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Dieser Triebbegriff ist nun explizit psychisch. Für das Verständnis von mental repräsentierten Wünschen scheint es auf den ersten Blick nicht notwendig zu wissen, woher sie stammen.
Die Beschreibung der Triebe geschieht durch die in ihnen liegende bewußte oder unbewußte Intentionalität, also durch ihre Ziele, und nicht durch die Angabe der Verursachung:
"Wir heißen den Triebreiz besser Bedürfnis" (Freud 1915, S. 215).
Reiz wäre die Angabe einer Verursachung, Bedürfnis jedoch die Charakterisierung einer Hoffnung. Unter der Hand haben sich die Triebrepräsentanzen in Wünsche verwandelt. Die Triebtheorie der Psychoanalyse war also trotz ihrer scheinbar physiologischen, nicht aber biologischen Fundierung eine Theorie der Intentionalität gewesen und ist es heute noch mehr.
Definieren wir die Triebe jedoch nicht von den Quellen, also der somatischen Seite her, sondern letztendlich von ihren Zielen, handelt man sich eine Menge Probleme ein.
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