Das affektive Ausdrucksmuster und sekundär das Erleben wird durch instrumentelles Lernen modifiziert.
Auf Grund des mütterlichen Verhaltens auf den kindlichen Affektausdruck von Kindern von 2 1/2 Monaten konnte Malatesta die Expressivität und die Gefühlslage dieser Kinder auf den 7 1/2 Lebensmonat voraussagen (Saarni, 1990).
Der expressive Teil der Emotion ist relativ leicht unter operante Kontrolle zu bringen, weil er im allgemeinen ohnehin nicht der bewußten Steuerung unterliegt. Die wenigsten Personen wissen welche Art von Ausdruck sie zeigen oder wie stark ihr eigener Ausdruck unter der unbemerkten Kontrolle des Affektes anderer steht. Das gilt auch für erfahrene Therapeuten, wie wir im ersten Teil aufgezeigt haben.
Eine operante Kontrolle des Ausdrucks schließt keine gleichsinnige Veränderung des Erlebens und der Physiologie ein. Es häufen sich im Gegenteil die Befunde, daß der emotionale Ausdruck in einer negativen Beziehung zur Intensität des autonomen Reagierens steht (Buck, 1983; Traue & Pennebaker, 1993).
Tomkins (1991) beschreibt, wie unter dem Einfluß von Konditionierungen sogenannte "Gefühlsdrehbücher" entstehen, die für die erwachsene Person dann charakteristisch sein können.
Beispiel
Auf Schmerz ist eine natürliche affektive Reaktion Angst. Auf die Angstreaktion kann nun eine Verachtungsreaktion der Umgebung folgen, so daß sich in einer Art Kettenbildung Schmerz mit Scham verbindet, wobei der vermittelnde Teil unter dem Einfluß der operanten Konditionierung den Zugang zum Verhalten und Erleben verliert.
![]() Art der Lernprozesse |
1.Klassische Konditionierungen 2. Operante Konditionierung 3. Beobachtungslernen und Imitation 4. Affektansteckung und Affektinduktion 6. Das Lernen im Umfeld von Triebhandlungen
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