Fachrichtung Psychologie, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
PD Dr. Ronald Henss


Forschungsschwerpunkte




Überblick


Physische Attraktivität

Die physische Attraktivität, und dabei ganz besonders die Attraktivität des Gesichts, bildet einen zentralen Schwerpunkt unserer Forschungen. In diesem Zusammenhang haben wir uns mit einer Fülle von Themen beschäftigt und umfangreiche empirische Untersuchungen durchgeführt.
Einige Themen: Wie hoch ist die Urteilerübereinstimmung bei der Einschätzung der physischen Attraktivität? Was ist schön, das heißt: Welche Merkmale tragen zur Schönheit bei? Woher kommen die Standards, nach denen wir die Attraktivität beurteilen? Welche Rolle spielt die physische Attraktivität bei der Partnerwahl? Gilt das so genannte Attraktivitätsstereotyp: 'Wer schön ist, ist auch gut'?

Im Gegensatz zu dem lange vorherrschenden kulturdeterministischen Ansatz haben wir von Anfang an eine evolutionspsychologische Konzeption zu Grunde gelegt. Die herausragende Bedeutung dieser Perspektive wird mittlerweile weitgehend anerkannt.

Einen umfassenden Überblick geben unsere Bücher
Darüber hinaus haben wir zahlreiche Forschungsartikel zur Attraktivität veröffentlicht. Außerdem wurden vielfältige Forschungsergebnisse im Rahmen von Diplomarbeiten dargestellt.

Zu unseren aktuellen -- und weitgehend noch nicht publizierten -- Forschungsthemen zählen unter anderem:

Literatur zur Attraktivitätsforschung
Literatur zur Evolutionspsychologie

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Gesicht und Persönlichkeitseindruck

Das Gesicht ist -- aus psychologischer Sicht -- der mit Abstand wichtigste Teil unseres Körpers. Es ist eine schier unerschöpfliche Quelle, aus der wir außerordentlich wichtige Information über unsere Mitmenschen (und uns selbst) beziehen. Es liefert Informationen über Geschlecht, Alter, Rasse. Über den medizinischen und den psychischen Gesundheitszustand. Über Emotionen, Gefühle und Stimmungen. Über Bedürfnisse, Absichten, Interessen, Ziele. Über den Beruf und die soziale Stellung eines Menschen. Über seine Schönheit. Über die Intelligenz. Über Charakter und Temperament. Kurzum: Das Gesicht ist die reichhaltigste Quelle, die uns Informationen zu nahezu allen Bereichen der menschlichen Persönlichkeit liefert.

Auch wenn unsere Einschätzungen mit Sicherheit oft falsch sind, können wir gar nicht umhin, beim Anblick eines menschlichen Gesichts eine ganze Reihe wichtiger Eindrücke zu empfinden, welche ihrerseits Rückwirkungen auf unseren Umgang mit der betreffenden Person haben. Unsere physiognomische Wahrnehmung erfolgt zumeist in Sekundenbruchteilen, automatisch und zum größten Teil unbewusst. Damit hat sie in gewisser Hinsicht Instinktcharakter. Die Fähigkeit, aus dem Gesicht so vielfältige Informationen zu gewinnen, muss als eine der höchst entwickelten Leistungen des Menschen angesehen werden. Ohne diese hochkomplexe Leistung wäre ein so hoch entwickeltes Sozialleben, wie es den Menschen charakterisiert, kaum denkbar.

In den letzten Jahren haben wir eine Fülle empirischer Untersuchungen zum Thema "Gesicht und Persönlichkeitseindruck" durchgeführt, wobei eine Vielzahl spezifischer Fragestellungen angegangen wurde. Dieses breite Themenfeld ist auch Gegenstand zahlreicher aktuell laufender Studien.

Einen umfassenden Überblick über den Stand der Gesichterforschung und unsere eigenen Erhebungen (bis zum Jahr 1988) gibt das Buch
Darüber hinaus haben wir zahlreiche Forschungsartikel zur Gesichterbeurteilung veröffentlicht. Außerdem wurden vielfältige Forschungsergebnisse im Rahmen von Diplomarbeiten dargestellt.

Literatur zur Gesichterforschung

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Persönlichkeitspsychologie
Kurze Zusammenfassung in Vorbereitung.


Literatur zur Persönlichkeitspsychologie

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Psychologische und kulturelle Aspekte des Haares
Eine der augenfälligsten Komponenten, die das Aussehen eines Menschen beeinflussen, sind die Haare. Haare liefern nicht nur Aufschlüsse über biologisch wichtige Merkmale wie zum Beispiel Geschlecht, Alter und Gesundheit. Sie liefern auch wichtige Aufschlüsse über die soziale Stellung und Gruppenzugehörigkeiten eines Menschen. Und sie liefern wertvolle Informationen über die individuelle Persönlichkeit. Durch die unmittelbare Auffälligkeit, die enorme Variabilität, die leichte Manipulierbarkeit und die ganz persönliche individuelle Charakteristik hat das Haar einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Mitmenschen und auf unser Selbstbild. Darüber hinaus hat das Haar bedeutsame Auswirkungen auf Erfolg und Misserfolg in den verschiedensten Bereichen des Lebens.

Seit einigen Jahren zählt die Psychologie des Haares zu den Schwerpunkten unserer Forschung. Unsere empirischen Untersuchungen beziehen sich im Wesentlichen auf drei Themenkreise:

Literatur: Psychologische Aspekte des Haarausfalls (androgenetische Alopezie)

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Taille-Hüft-Verhältnis und weibliche Attraktivität
Es besteht kein Zweifel, dass die Figur einen wichtigen Bestandteil der äußeren Erscheinung eines Menschen darstellt. Unbestritten ist auch, dass die Figur einen entscheidenden Beitrag zur weiblichen Attraktivität leisten kann. Aber die Frage, welche Aspekte der Figur eine wichtigere und welche eine weniger wichtige Rolle spielen, wird heftig diskutiert.

Vor allem die evolutionspsychologisch orientierten Arbeiten von Devendra Singh haben das wissenschaftliche Interesse in den letzten Jahrzehnten stark belebt. Singh vertritt die These, dass das Taille-Hüft-Verhältnis die wichtigste Komponente der Attraktivität der weiblichen Figur sei. Das Taille-Hüft-Verhältnis (englisch: waist-to-hip ratio, WHR) ergibt sich ganz einfach, indem man den Taillenumfang durch den Hüftumfang dividiert. Diese Kenngröße weist geschlechtstypische Unterschiede auf: Frauen haben ein kleineres THV als Männer. Außerdem weist sie bei Frauen einen typischen Altersverlauf auf, der als Indikator für die sexuelle Reife und die Fortplanzungsfähigkeit dienen kann: In der Pubertät nimmt bei Frauen das THV ab, in den Wechseljahren nimmt es wieder zu. Die geschlechtstypische Proportion, welche die weibliche Figur während der fruchtbaren Phase deutlich von der männlichen Figur unterscheidet, korreliert auch mit der tatsächlichen Fruchtbarkeit und verschiedenen Indikatoren der Gesundheit. Aufgrund dieser Zusammenhänge ist es nahe liegend, dass das Taille-Hüft-Verhältnis auch mit der Attraktivität der weiblichen Figur zusammen hängt.

Zu dieser Frage haben wir
eigene empirische Untersuchungen durchgeführt. Unsere Untersuchungen (wie auch die Befunde zahlreicher anderer Forscher) führen grob gesagt zu folgendem Schluss: Das Taille-Hüft-Verhältnis (waist-to-hip ratio, WHR) weist einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit der weiblichen Attraktivität auf: Wie von Singh postuliert, ist eine im Vergleich zur Hüfte schmalere Taille attraktiver. ABER: Andere Aspekte, wie zum Beispiel die Körperfülle (gemessen durch den body mass index BMI) spielen eine sehr viel größere Rolle als das Taille-Hüft-Verhältnis! Darüber hinaus spricht vieles dafür, dass in der Regel das Gesicht eine wesentlich wichtigere Rolle spielt als die Figur.

Die Diskussion um das Taille-Hüft-Verhältnis ist ein schönes Beispiel dafür, wie in der Wissenschaft und in den Medien an sich geringfügige Effekte maßlos übertrieben werden.

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Geburtsrang und Persönlichkeit
Sind Erstgeborene anders als Spätergeborene? Entwickeln jüngere Geschwister eine andere Persönlichkeit als ältere?

Die Ansicht, dass die Stellung in der Geschwisterreihe einen Einfluss auf die Persönlichkeit ausübt, findet sich sowohl in der Alltagspsychologie als auch in wissenschaftlichen Konzeptionen. In jüngerer Zeit hat in diesem Zusammenhang die Theorie von Frank J. Sulloway Aufsehen erregt.
Frank J. Sulloway (1999). Der Rebell der Familie. Geschwisterrivalität, kreatives Denken und Geschichte.

Zur Überprüfung von Sulloways evolutionstheoretischer Konzeption haben wir umfangreiche empirische Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Geburtsrang und Persönlichkeit durchgeführt. Diese haben in der Tat einige systematische Effekte des Geburtsranges ergeben. Unsere Befunde stimmen zum Großteil mit den Sulloway'schen Hypothesen überein; sie weisen aber auch darauf hin, dass Sulloways Konzeption der Persönlichkeitsfaktoren zum Teil revisionsbedürftig ist.

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Aktuelle online Experimente
Unsere empirische Forschung wird zum aller größten Teil in Form von online Experimenten über das Internet durchgeführt. Für diese Untersuchungen suchen wir ständig Versuchspersonen, die bereit sind, an einem psychologischen Experiment teil zu nehmen.
Wir laden Sie herzlich ein, an unseren aktuellen online Experimenten teilzunehmen!

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