Die erste überlieferte berufsständische Organisation der "Barbiere" in Mesopotanien, stammt aus dem Jahr 1800 v. Chr.
Etwa zur gleichen Zeit existiert eine babylonische Wasen, welche vom "Klatsch" in Friseurläden zeugt. Friseurläden damals schon der Anlaufpunkt für die neusten Gerüchte!
490 v. Chr. Gründung der ersten Friseurschulen.
1000 n. Chr. wurde das "Chrüll-isen" (Lockenbrennstab) erfunden, welches sich vor allem bei den Minnesägern großer Beliebtheit erfreute.
Im 11. und 12. Jahrhundert kommt es in Deutschland zur Herausbildung des Handwerks der Barbiere und speziell im 13. Jahrhundert zur Entstehung von Zünften, auch der Zunft der Barbiere.
Ab dem 16. Jahrhundert werden Perücken für Herren zur Mode und es setzt sich der Begriff "Mode" auch für Frisuren im allgemeinem durch. Dies beschert dem Friseurhandwerk einen wesentlichen Einfluß auf den damaligen Zeitgeist. In Paris wird die Zunft der Perückenmacher geründet. Von 1698-1717 gab es in Preußen z.B. eine Perückensteuer!
Revolutionäre Erfindungen:
- Ein französischer Chemiker erfindet 1818 einen chemischen Stoff, der es erlaubt die Haare zu bleichen, das Wasserstoffperoxyd!
- 1872 entwickelt der Franzose Marcel Grateau in Paris sein berühmtes Ondulationsverfahren (Wellen der Haare mit einer Brennschere).
- 1880 wird die erste Haarschneidemaschine erfunden.
- Um 1900 wird der Fön von der Firma AEG erfunden. Dieser ist zwei Kilogramm schwer und bläst 90 Grad heiße Luft aus einer Art Düsenrohr. Der heutige Standard liegt etwa bei 300 Gramm. AEG ließ sich das Wort "Fön" 1909 schützen und darf bis heute als einzige Firma mit diesem Wort werben.
Exkurs: Dauerwelle und ihre verschiedenen Herstellungsverfahren
1906 entwickelt Karl Nessler ein Verfahren zur Herstellung der Dauerwelle und konstruiert den ersten elektrischen Dauerwellenapparat. Dabei wurden die mit einer alkalischen Lösung getränkten Haare spiralförmig auf Metallstäbe gewickelt. Danach wurden diese Stäbe mit heißen Metallzangen stark erhitzt.
Diese Methode hatte jedoch einige Nachteile. Zum einen war sie sehr langwierig (ca. 5 Stunden) und zum anderen blieben die ersten 4cm am Kopf ungewellt. Auch war die Prozedur mit einer großen Unfallgefahr behaftet. Verbrennungen und Verätzungen durch zu starke alkalische Lösungen waren keine Seltenheit.
Josef Mayer löste 1924 das Problem des ungewellten Haaransatzes, indem er die sogenannte Flachwicklung erfand. Bei diesem Verfahren wurde auf die heißen Zangen verzichtet und die Erhitzung erfolgte durch elektrischen Strom.
Eine Neuerung im Jahre 1948 stellte die sog. Kaltwelle dar, bei der niedrige Temperaturen benutzt wurden.
Die sog. Thermwelle, stellte 1952 ein Kompromiss zwischen der Heiß- und der Kaltwelle dar. Die Temperaturen waren moderat und die Chemikalien weniger schädlich.
Heutzutage wird in den Salons die alkalische und die mild alkalische Dauerwelle verwendet.
1998 Einführung der ersten "online"- Frisurenberatung im Internet.
Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks:
1872 Gründung der ersten Zentralorganisation des Deutschen Friseurhandwerks "Verband Deutscher Barbierherren" in Leipzig.
1930 hat sich die Zentralorganisation des Friseurhandwerks zum "Bund Deutscher Friseure" entwickelt. Die Nationalsozialisten nutzen die Schwierigkeiten der Handwerksorganisationen, welche durch die Weltwirtschaftskrise und der damit verbundenen Massenarbeitslosigkeit zu einer Zersplitterung des Verbandswesen führt.
Das Führerprinzip wird durchgesetzt und die Mitgliedschaft in "Reichsinnungen" wird obligatorisch.
1948 entsteht mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ein Selbstverwaltungsorgan auf demokratischer Grundlage. Zu den Aufgabengebieten des Zentralverbandes zählen z.B. Marktforschung sowie Nachwuchs- und Berufsförderung.