Mit dem Rasterelektronenmikroskop ist es möglich eine Oberfläche mittels eines Elektronenstrahls, der sehr fein gebündelt wird, abzutasten. Im Gegensatz zur Vergrößerung eines Lichtmikroskops (maximal ca. 1000fach) kann mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops eine Vergrößerung bis zu 100000 erreicht werden. Mit modernen REMs sind Bildpunkte mit einem Abstand von 1 nm noch unterscheidbar (zum Vergleich: der Durchmesser eines Atoms beträgt etwa 0,1 nm)

Abbildung 1: Mikrochip ( 50μm x 50μm )
GeschichteDas Rasterelektronenmikroskop ist wie folgt aufgebaut:
Strahlerzeugungssystem, bestehend aus einer Wolfram-Glühkathode, aus der Elektronen geschleudert werden, einem Steuerzylinder (Wehnelt-Zylinder) und einer Anode, welche die Elektronen beschleunigt.
XY-Ablenksystem zur Erzeugung eines Zeilenrasters
Linsensystem, bestehend aus zwei Kondensorlinsen und einer Endlinse die der feinen Bündelung des primären Elektronenstrahls dienen
Sekundärelektronendetektor, der die Sekundärelektronen registriert, die beim auftreffen des Elektronenstrahls auf die Probe aus der Probe herausgeschleudert werden. Außerdem gibt es noch weitere Detektoren: Rückstreuelektronendetektoren registrieren Rückstreuelektronen, EDX-Detektoren registrieren Röntgenstrahlen. Je nach Fragestellung werden die verschiedenen Detektoren verwendet.
Elektronische Signalverarbeitung, welche die Helligkeit des korrespondierenden Leuchtpunktes auf dem Monitorschirm steuert. Die Information für die Steuerung erhält sie vom Sekundärelektronendetektor. Die Signale vom Sekundärelektronendetektor werden hier verstärkt.
Rastergenerator, welcher das XY-Ablenksystem des EM-Tubus und des Monitors synchronisiert.
Probenkammer, in die das Präparat eingeschleust werden kann.
Vakuumpumpen, welche für ein Hochvakuum im EM-Tubus sorgt.

Abbildung 2: Prinzip des REM
Durch das Erhitzen eines Wolframdrahtes (Kathode) wird ein Primärelektronenstrahl erzeugt, der durch einen Steuerzylinder (Wehnelt Zylinder) fokussiert und durch eine Anode beschleunigt wird.
Anschließen passiert der Primärelektronenstrahl elektromagnetische Spulen (Kondensoren und Endlinse) dadurch erfährt der Strahl eine feine Bündelung und trifft fokussiert auf das Objekt auf. Mit Hilfe eines XY-Ablenksystems wird ein Zeilenraster erzeugt; die Objektoberfläche wird durch den primären Elektronenstrahl Punkt für Punkt und Zeile für Zeile abgetastet, wodurch so genannte Sekundärelektronen freigesetzt werden. Die Intensität des Sekundärstrahlung ist vom
Neigungswinkel der Objektoberfläche abhängig. Die Sekundärelektronen werden von einem seitlich schräg über der Probe angebrachten Detektor aufgefangen. Dadurch entsteht unter anderem die Plastizität der Objekte, denn durch die schräge Anordnung erscheinen dem Detektor zugewandte Details heller als abgewandte.
Am Detektor entstehen in einem Szintillator Lichtblitze, die von einem Photomultiplier elektrisch rückverwandelt und verstärkt werden. Dieses Elektrische Signal wird auf den Bildschirm eines Monitors übertragen.

Abbildung 3: Wechselwirkungskeule der Elektronen in der Probe
Da in der Rasterelektronenmikroskopie nur leitende Oberflächen dargestellt werden können, müssen die Proben speziell präpariert werden. Durch aufdampfen eines Metallfilmes (z. B. Gold) werden die Oberflächen der biologischen Objekte leitend gemacht. Dabei ist darauf zu achten, das die Schicht nicht zu dick aufgedampft wird, da sonst die feinen Strukturen des Objekts abgedeckt werden. Da die Abtastung mit dem Elektronenstrahl im Hochvakuum stattfindet, müssen die Objekte außerdem vor der vor dem Bedampfen so präpariert werden, dass sie absolut wasserfrei sind.

Abbildung 4: Das Rasterelektronenmikroskop
LiteraturØ Rasterelektronenmikroskopie; L. Reimer, G. Pfefferkorn, Springer Verlag, (1977)
Ø Scanning Electron Microscopy; L. Reimer, Springer Verlag, (1983)
Ø Mikroanalyse mit Elektronen- und Ionensonden; O. Brümmer, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, (1980)
Ø Advanced Scanning Electron Microscopy and X-Ray Microanalysis; D. Newbury et al, Plenum Press, (1987)
Ø Elektronenmikroskopie; Flegler, Heckmann und Klomparens, Spektrum Akademischer Verlag Berlin und Heidelberg, (1993)
Ø Im Internet einfach mal in einer Suchmaschine REM oder Rasterelektronenmikroskop eingeben