Intersections

Das Netzwerk Intersections hat sich zum Ziel gesetzt, verschiedene Formen intersektioneller Diskriminierung zu untersuchen. In Workshops und Vorträgen werden aktuelle und zukünftige Herausforderungen an LGBTQIA* Personen diskutiert. Das Netzwerk kooperiert eng mit dem Forum Geschlechterforschung, der Studierendengruppe AK Queer UdS und der FrauenGenderBibliothek Saar. Der Eröffnungsworkshop zu den Themen Queer/Migration/Legality wird vom 17. bis 18. Juni in Saarbrücken stattfinden.

Der Name des Netzwerks Intersections leitet sich ab von dem Begriff "Intersektionalität". Dieses Konzept trägt dazu bei, die Komplexitäten sozialer Ungleichheiten zu entschlüsseln. Kimberley Crenshaw, die den Terminus "Intersektionalität" geprägt hat, erläutert uns Diskriminierung in Analogie zu Verkehr:
Nehmen wir als Beispiel eine Straßenkreuzung, an der der Verkehr aus allen vier Richtungen kommt. Wie dieser Verkehr kann auch Diskriminierung in mehreren Richtung verlaufen. Wenn es an einer Kreuzung zu einem Unfall kommt, kann dieser vom Verkehr aus jeder Richtung verursacht worden sein - manchmal gar von Verkehr aus allen Richtungen gleichzeitig. Ähnliches gilt für eine Schwarze Frau, die an einer "Kreuzung" verletzt wird; die Ursache könnte sowohl sexistische als auch rassistische Diskriminierung sein. (Crenshaw 2010, S. 38 [Original Crenshaw 1989: 149]).

Die Beschäftigung mit Intersektionalität reicht allerdings weiter zurück in die Vergangenheit als der reine Terminus, der in der letzten Zeit intensiv erforscht wird und sich in verschiedenen akademischen Disziplinen ausbreitet. Crenshaw selbst bezieht sich mit ihren Überlegungen auf Denkerinnen wie Anna Julia Cooper (1892), die eine der frühesten Analysen der speziellen Situation Schwarzer Frauen in den USA verfasste und darin Einblicke in rassistischen Sexismus und sexistischen Rassismus gewährte, sowie auf andere Schwarze und PoC Denker_innen, sowie später auch Chican@ and Native/First Nations Denker_innen.

Seit seiner Prägung wurde der Terminus "Intersektionalität" zur Analyse von Erfahrung unterschiedlicher sozialer Kategorien verwendet (vor allem im Bereich der Geschlechterforschung/Gender Studies). Intersektionalität, insbesondere intersektionelle Diskriminierung, ist kein Thema, das auf wissenschaftliche Forschung begrenzt ist, sondern es durchdringt unser tägliches Leben. Personen sind Diskriminierung und Unterdrückung ausgesetzt und kämpfen mit Gewalt aufgrund verschiedener zugeschriebener sozialer Kategorien, wie beispielsweise Geschlecht, Sexualität, Race/Ethnizität, Herkunft/Migrationsstatus, rechtlicher (Aufenthalts-)Status, Religion, Gesundheit, Alter, Fähigkeit (Abledness), usw. Tagein tagaus erleben Menschen physische und psychische Verletzungen und werden wegen den ihnen zugeschriebenen sozialen Kategorien angegriffen.

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