Angst vor der praktischen Fahrprüfung

Für viele Fahrschüler ist sie das größte Thema in der Fahrausbildung: Die praktische Fahrprüfung. Natürlich ist vor diesem wichtigen Termin bei den Schülern eine gewisse Nervosität vorhanden, allerdings steigert sich diese bei so manchem zu einer regelrechten Prüfungsangst. Das hat verschiedene Gründe und entsprechend gibt es verschiedene Strategien, wie man dagegen vorgehen kann.

Warum haben so viele Fahrschüler Angst vor der praktischen Fahrprüfung?

Es gibt mehrere Ursachen für Angst vor der praktischen Fahrprüfung. Einerseits hören Schüler, sobald sie erzählen, dass es auf die Prüfung zugeht, von Bekannten und Verwandten oft wahre Horrorgeschichten, wie es Dritten ergangen sein soll. Solche Erzählungen führen natürlich zu großer Verunsicherung. Außerdem ist jedem Fahrschüler bewusst, dass ein Nicht-Bestehen mit beträchtlichen Folgekosten für weitere Fahrstunden und einer weiteren praktischen Prüfung verbunden ist - gerade als Schüler oder Student ein Posten, der nicht unerheblich ist.

Ist man bereits einmal durchgefallen, setzt man sich häufig stark unter Druck, beim nächsten Versuch alles richtig zu machen und garantiert zu bestehen. Die entstehenden Versagensängste führen teilweise zu extremem Stress, der sich körperlich bemerkbar macht, zum Beispiel durch Schlaflosigkeit oder Albträume vor dem Prüfungstag. Das wiederum wirkt sich in der Prüfung negativ auf die Konzentration aus.

Außerdem gibt es viele Fahrschüler, die generell unter starker Prüfungsangst leiden, sei es an Schule oder Universität. Diese Angst wird sich entsprechend auch in der praktischen Fahrprüfung bemerkbar machen.

Wie kann man die Angst vor der praktischen Fahrprüfung bekämpfen?

Je nachdem, was die genauen Gründe für die Angst vor der praktischen Fahrprüfung sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Angst zu bekämpfen. Zuerst einmal muss aber betont werden, dass eine gewisse Nervosität gar nicht schlimm ist, solange sie sich nicht auf die Konzentration und das physische Wohlbefinden auswirkt. Gerät man allerdings schon beim Gedanken an die praktische Fahrprüfung in Panik, muss etwas dagegen unternommen werden.

Wichtig ist erst einmal, sich von Geschichten von Dritten nicht verrückt machen zu lassen. Im Gegensatz dazu ist es hilfreich, den Fahrlehrer nach positiven Beispielen zu befragen, die er mit Sicherheit gerne aufzählen wird. Im Umgang mit Freunden und Bekannten ist es darüber hinaus eine gute Idee, den genauen Termin für die Fahrprüfung nicht publik zu machen - sonst setzen einen womöglich gut gemeinte Tipps und Ratschläge in letzter Minute nur noch mehr unter Druck.
Um genau diesen Druck, der so viel Angst auslösen kann, abzubauen, ist es nützlich, sich einige Fakten bewusst zu machen: Mehr als 30% aller Prüflinge brauchen mehr als einen Versuch. Das heißt, es ist nicht ungewöhnlich und macht einen in keinem Fall zu einem Versager, wenn man eben nicht auf Anhieb besteht. Auch ein gut geplantes Budget mit Reserven für den Fall der Fälle sorgt für ein entspannteres Antreten bei der Prüfung.

Wichtig ist, dass man sich am Tag direkt vor dem Prüfungstermin nicht nur auf die kommende Prüfung konzentriert. Ablenkung ist hier angebracht, am besten durch Aktivitäten, die leicht körperlich fordern und Spaß machen, aber nicht völlig erschöpfen oder Muskelkater verursachen. Schlafen gehen sollte man zur gewöhnlichen Uhrzeit - früher liegt man sonst wach und macht sich Gedanken, später tritt man möglicherweise unausgeschlafen an. Auch wenn man am Morgen vor der Prüfung noch so nervös ist, sollte man etwas frühstücken. Ein leerer Magen verstärkt ein möglicherweise mulmiges Gefühl nur noch mehr.

Eines ist allerdings, auch bei noch so starker Prüfungsangst, absolut tabu: Jegliche Beruhigungsmittel haben bei der praktischen Fahrprüfung absolut nichts verloren. Leidet man so sehr unter Angst, dass man Bedenken hat, ob eben genau diese Angst zum Durchfallen führen könnte, sollte man rechtzeitig vor der Prüfung, also nicht erst, kurz bevor man mit dem Prüfer ins Auto einsteigt, seinen Fahrlehrer darauf ansprechen. Fahrlehrer sind dafür ausgebildet, ihren Prüflingen diese Angst zu nehmen. Bei allgemeiner extremer Prüfungsangst kann es geboten sein, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das wird auch bei weiteren Prüfungssituationen im Leben hilfreich sein.

Zum Thema gibt es bei Autoscout einen ausführlichen Ratgeber als Ebook mit wertvollen Tipps für die praktische Fahrprüfung.

Insgesamt kann man also durchaus sagen, dass eine gewisse Nervosität vor der praktischen Fahrprüfung schwer zu verhindern sein dürfte - aber mit der richtigen Vorbereitung kein Problem darstellen wird.

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