Winterzeit ist Erkältungszeit - stimmt das?

Erkältungen können das ganze Jahr über auftreten, am häufigsten schlagen sie allerdings im Herbst und im Winter zu. So sorgte der lange Winter 2013 laut dem Handelsblatt für einen starken Anstieg von Fehltagen aufgrund von Husten und Schnupfen.

Das belegt nur, was die meisten Menschen aus eigener Erfahrung kennen: Sobald die Temperaturen sinken und der erste Schnee fällt, steigt das Risiko, morgens mit Halsschmerzen und laufender Nase aufzuwachen. Manche erwischt es regelmäßig in jedem Winter. Doch woran liegt das? Früher war die Ansicht verbreitet, dass dafür schlicht und einfach die Kälte verantwortlich sei. Mittlerweile wird von komplizierteren Zusammenhängen ausgegangen, die noch nicht komplett erforscht sind. Sich damit auseinanderzusetzen, hat vor allem den Vorteil, dass sich so die richtigen Maßnahmen zur Vorbeugung ableiten lassen. Denn auch wenn sich niemand 100prozentig vor einer Erkältung schützen kann, gibt es doch Mittel und Wege, sie effektiv zu vermeiden.

Was löst Erkältungen aus?

Im Gegensatz zu verbreiteten Anschauungen handelt es sich bei einer Erkältung grundsätzlich um einen viralen Effekt. Viren sind wesentlich kleiner als Bakterien und zählen im Gegensatz zu diesen nicht zu den Lebewesen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Aus diesem Grund sind Antibiotika bei viralen Infekten machtlos. Stattdessen können Medikamente helfen, die die Vermehrung von Viren im Wirt behindern. 

Oft konzentriert sich allerdings die Therapie einer viralen Erkrankung auf die Behandlung der Symptome. Hier erhalten Patienten im Regelfall höchstens Medikamente, die Begleiterscheinungen wie Muskelschmerzen angehen. Allerdings kann im Laufe einer Erkältung schnell eine bakterielle Infektion hinzukommen. Gerade wenn es bei einer einfachen Erkältung bleibt, ist ein Arztbesuch häufig nicht notwendig. Im Regelfall wird das eigene Immunsystem nach einer gewissen Zeit auch ohne Hilfe mit den Eindringlingen fertig.

Eine Ansteckung mit Erkältungsviren erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Zum Beispiel werden Erreger, die ein anderer Mensch ausgehustet hat, eingeatmet oder sie kommen an die Hände und von diesen an die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund. Besonders schnell passiert dies in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, ist es also durchaus sinnvoll, solche Orte gerade in der Erkältungszeit während den kalten Monaten zu meiden. Dadurch allein sinkt häufig das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken. Wer sich beruflich viel an solchen Orten aufhält, ist deshalb auch besonders gefährdet.

Warum steigt die Anzahl der Erkältungen im Winter?

Eine endgültige und von allen anerkannte Antwort auf diese Frage gibt es leider noch nicht, obwohl Wissenschaftler schon lange nach dem Grund dafür forschen, dass die Zahl von Erkältungen in den kalten Monaten zunimmt. Allerdings gibt es verschiedene Erklärungsansätze:

-    Bei Kälte ziehen sich Blutgefäße im menschlichen Körper zusammen.  Eine verminderte Durchblutung aber behindert den Transport von Immunzellen zu den Schleimhäuten. So sinkt der Schutz vor Eindringlingen wie eben Viren. Dies wird auch durch eine Studie aus den USA bestätigt.

-    Eine andere Theorie, die der Kälte indirekt eine zentrale Rolle für die Zunahme von Erkältungen zuschreibt, basiert darauf, dass die meisten Menschen im Winter besonders viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Dadurch steigt auch das Risiko der Ansteckung durch andere Menschen.

-    Das viele Heizen im Winter könnte ebenfalls eine Rolle spielen, denn es führt dazu, dass die Schleimhäute austrocknen. Auch dies hat eine größere Anfälligkeit für virale Infektionen zur Folge.  

-    Wenn Menschen frieren, erleben sie dies außerdem in der Regel als Stress. Stresshormone jedoch beeinträchtigen die Abwehrkräfte ebenfalls.
Geht man von diesen Erklärungen aus, so gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen möglichen Ursachen für Erkältungen im Winter. Direkt verantwortlich dafür sind Viren und nicht die Kälte selbst. Allerdings spielt Letztere dennoch eine wichtige Rolle, da sie das Abwehrsystem beeinträchtigt und Menschen in Situationen treibt, in denen die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist.

Was können wir gegen eine Erkältung tun?

Wenn die Kälte nicht der direkte Grund für eine Erkältung ist, sind dann alle Ratschläge, die wir noch von unseren Eltern kennen, wie „Zieh Dich warm an, sonst wirst Du krank!“ hinfällig?

Im Gegenteil. Warme Kleidung trägt durchaus dazu bei, weniger schnell an einer Erkältung zu erkranken, denn sie gewährleistet, dass die Durchblutung gut funktioniert und damit auch die Abwehrkräfte. In diesem Zusammenhang sind Mütze und Handschuhe im Freien genauso wichtig wie Hausschuhe in geschlossenen Räumen. Schließlich kühlt der Boden im Winter schnell aus und dies wiederum führt schnell zu kalten Füßen, die wiederum das Immunsystem negativ beeinflussen können. Mittlerweile werden auch für Problemfüße (z.B. bei Diabetikern) spezielle Hausschuhe bei Händlern wie http://www.hausschuh.com angeboten.

Außerdem hilft alles, was das Immunsystem stärkt. Dazu gehören:

 

  • Bewegung an der frischen Luft
  • Wechselduschen und regelmäßige Saunagänge
  • Gesunde Ernährung mit viel Vitaminen, vor allem Vitamin C. Zink kann ebenfalls hilfreich sein.
  • Häufiges Händewaschen
  • Vermeidung von Stress und gezielte Entspannung



Darüber hinaus hilft bei einer angehenden Erkältung eine deutlich erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, wie auf Gesundheits-fakten.de berichtet wird.
Auch wer alle diese Ratschläge befolgt, den kann es treffen, die Chancen auf einen erkältungsfreien Winter steigen so allerdings erheblich. Wen es trotzdem erwischt, der sollte sich am besten ein paar Tage frei nehmen und diese mit warmem Tee und viel Ruhe zu Hause verbringen. So wird nicht nur die Heilung unterstützt. Auch das Risiko, andere Leute anzustecken, sinkt, wenn erkrankte Menschen daheim bleiben. Sich in jedem Moment ins Büro zu zwingen, ist nicht unbedingt sinnvoll.

Fazit

Wir müssen wohl auch weiterhin damit leben, dass im Winter die Gefahr von Erkältungen steigt. Vor allem Menschen, deren Job mit viel Stress und einem Großraumbüro verbunden ist, können einer Infektion nur bedingt vorbeugen. Nach wie vor sind in diesem Zusammenhang Maßnahmen hilfreich, die schon unsere Großeltern anwendeten. Auch wenn Kälte nicht der direkte Verursacher einer Erkältung ist, ist warme Kleidung im Winter ein wichtiger Beitrag zum Funktionieren des Immunsystems und zur gelungenen Abwehr von Viren. Umgekehrt heißt das: Wer auf warme Hausschuhe und Mütze verzichtet, wacht oft schneller mit Schnupfen und Husten auf als andere Menschen.

Bildquellen:
Abbildung 1: © Hans (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © stevepb (CC0-Lizenz) / pixabay.com