Der Weg zum ansprechenden Lebenslauf

Fast jeder Mensch hat schon einmal eine Bewerbung geschrieben. Nicht alle wissen, wie eine gute Bewerbung auszusehen hat. Viele Gestaltungsregeln ändern sich auch im Laufe der Zeit. Der Lebenslauf ist bei der Bewerbung ein entscheidender Baustein.

Ein Bewerber sitzt einem Personaler gegenüber, der eine geöffnete Bewerbungsmappe in den Händen hält.

Ein eindrucksvoller Lebenslauf ist der beste Weg zum Bewerbungsgespräch.

Eine Bewerbung kann Stress verursachen. Das beginnt schon mit dem Verfassen des Anschreibens und dem Zusammenstellen des Lebenslaufs. Das erfordert manchmal Hilfe und Training. Vor allem, wenn es sich um eine Stelle handelt, von der ein Bewerber schon immer geträumt hat. Denn Tatsache ist, auf eine freie Stelle bewerben sich meistens sehr viele Kandidaten. Umso wichtiger ist es, dass bei der Bewerbung alles stimmt und wichtige Punkte für den Personaler nicht ungeklärt bleiben. Wichtige Fragen, die sich Personaler stellen, sind: Ist der Bewerber für die Stelle qualifiziert? Tun sich eklatante und unerklärliche Lücken im Lebenslauf auf? Auch das Äußere hat Einfluss auf die Entscheidung, ob ein Kandidat in die nächste Runde kommt. 

Welches Format ist für den Lebenslauf richtig?

Heutzutage hat sich der tabellarische Lebenslauf (oder Curriculum Vitae) mit einigen Ausnahmen weltweit durchgesetzt. Große Unterschiede gibt es beim Layout und Design. In Deutschland werden weiterhin von alt nach neu geordnete Lebensläufe bevorzugt. Allerdings schwappt langsam der Trend zum umgekehrten Lebenslauf zu uns herüber. Online kann man sich seinen Lebenslauf in verschiedenen Formaten bequem anzeigen lassen und aus unterschiedlichen Designs wählen. Die Angebote und Gestaltungsmöglichkeiten sind umfangreich, gerade weil der Lebenslauf ein wichtiges Element der Bewerbung ist.

Warum ist ein Lebenslauf wichtig?

Der Karrierestart ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Der Lebenslauf stellt aber die Chance des Bewerbers dar, aus der Masse an Kandidaten hervorzustechen. Hier sind zunächst die verschiedenen Stationen und die Erfahrungen wichtig, die während der beruflichen Laufbahn gesammelt wurden. Ebenfalls relevant können jedoch auch fachfremde Fähigkeiten sein. Hierzu zählen z.B. Hobbys wie Sport, das Mitwirken in einer Band oder die Arbeit in einem gemeinnützigen Verein. Hierdurch kann der Bewerber unter anderem die eigene Teamfähigkeit beweisen. Im Grunde ist an dieser Stelle einiges möglich, um den Personaler zu überzeugen.

Infografik Ein Beispiel eines Lebenslaufs und einige Anmerkungen dazu

Infografik: Tipps für den perfekten Lebenslauf. Infografikquelle: www.lebenslauf.de

Lebenslauf - Was muss rein?

Folgende Punkte sollten in einem Lebenslauf Platz finden:

 
Tabelle: Bei einem Lebenslauf sind zwar sogenannte Soft Skills wichtig, allerdings sollte der Bewerber auch nicht übertreiben. Zu viele positive Charaktereigenschaften, Kompetenzen, Interessen und Hobbys können schnell redundant und etwas unglaubwürdig wirken. Es ist vorteilhafter, entsprechende Begriffe sparsam und dafür mit Bedacht auszuwählen.

Wie Lebenslauf aufbauen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Lebenslauf zu gestalten, vor allem, wenn es um das Layout geht. Dennoch sollten gewisse Vorgaben befolgt werden, um die Informationen richtig anzuordnen:

1. Persönliche Daten: Zunächst sind die allgemeinen Daten des Bewerbers wichtig, hierzu gehören der Name, Geburtsdatum und -ort, die aktuelle Adresse, Festnetz- und Mobilfunknummer sowie die E-Mail-Adresse
2. Karriere: An dieser Stelle stehen die verschiedenen Berufsstationen des Bewerbers, um die Berufserfahrung hervorzuheben - inzwischen ist es üblich, den letzten Arbeitsplatz an die erste Stelle zu schreiben, danach den vorletzten Arbeitsplatz usw.
3. Ausbildung: Hierunter fallen Schulbildung (Name der Schule, Leistungsfächer); falls vorhanden, die Berufsausbildung; Studium (Name der Hochschule, gegebenenfalls Auslandssemester sowie Abschlussnote)
4. Interessen und Hobbys: Sollten nicht zu spät eingesetzt werden, weil auch Engagement in der Freizeit für manche Personaler wichtig ist
5. Fremdsprachenkenntnisse: Fremdsprachen, die der Bewerber beherrscht, sollten hier mit dem entsprechenden Kenntnisstand eingetragen werden (A1 = Anfänger, A2 = Grundlegende Kenntnisse, B1 = Fortgeschrittene Sprachverwendung, B2 = Selbstständige Sprachverwendung, C1 = Fachkundige Sprachkenntnisse, C2 = Annähernd muttersprachliche Kenntnisse)
6. IT-Kenntnisse: Softwarekenntnisse sind inzwischen für fast jeden Job unerlässlich, daher sollten diese ebenfalls im Lebenslauf angegeben werden - auch Grundkenntnisse können wichtig sein, diese kann man schließlich noch weiter ausbauen
7. Arbeitsweise, Soziale Kompetenzen, Charaktereigenschaften: Diese Informationen sind etwas weniger relevant und können deswegen weiter unten oder auf einem zweiten Blatt stehen (auch ein separates Qualifikationsprofil ist möglich)

Lebenslauf - Was schreiben bei Arbeitslosigkeit?

Die Arbeitslosigkeit muss Bewerbern nicht peinlich sein. Solche Phasen kommen häufig vor und lassen sich nicht immer verhindern. Wer diese Zeit als Übergangsphase ansieht und sinnvoll für die eigene Weiterentwicklung und Weiterbildung nutzt, kann das auch entsprechend im Lebenslauf kennzeichnen. Es hilft, wenn man die eigenen Qualifikationen z.B. durch Fortbildungen stets auf dem neuesten Stand hält. Auch wenn Bewerber durch andere Schlüsselqualifikationen überzeugen können, muss die Arbeitslosigkeit kein Ausschlusskriterium sein. Für den Lebenslauf ist es wichtig, die passive Formulierung „arbeitslos“ durch die aktive Formulierung „arbeitsuchend“ zu ersetzen.  

Wo Lebenslauf unterschreiben?

Mit einer Unterschrift gibt der Bewerber zum Ausdruck, dass die Angaben der Wahrheit entsprechen. Die Unterschrift gehört zusammen mit dem Ort und dem Datum, die bestätigen, dass die Informationen aktuell sind, an das Ende des Lebenslaufs. Dazu sollte ein Füller oder Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte verwendet werden. Rot, Grün oder exotischere Farben sind dagegen nicht gern gesehen. Bei einer Online-Bewerbung ist die Unterschrift schwieriger, aber nicht unmöglich: Der Bewerber kann seine Unterschrift einscannen, mittels Bildbearbeitungssoftware anschließend freistellen und über das Textverarbeitungsprogramm in das Dokument einfügen. 

Wie den Lebenslauf in die Bewerbungsmappe einordnen?

Ist der Lebenslauf fertig gestaltet und unterschrieben, sollte das Dokument auch richtig einsortiert werden. Die Reihenfolge sieht bestenfalls so aus:

1.    Anschreiben
2.    Lebenslauf
3.    Qualifikationsprofil (optional)
4.    falls zahlreiche Anlagen vorhanden sind, ein entsprechendes Verzeichnis
5.    Arbeitszeugnisse - so geordnet wie im Lebenslauf, also in umgekehrter Reihenfolge
6.    Schul-, Ausbildungs- bzw. Abschlusszeugnis der Hochschule
7.    sonstige Referenzen (optional)
8.    Fortbildungszeugnisse, -Zertifikate, -Bescheinigungen 

Auch bei einer digitalen Bewerbung sollte man sich an diese Reihenfolge halten. Der Bewerber kann die Textdateien in PDF-Dateien umwandeln und anschließend entsprechend sortieren.

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