Schwanger im Studium - Studium und Kind - geht das?


Studienzeit - das ist die freie, wilde Zeit, in der junge Erwachsene sich ungebunden ausprobieren können. Denkt man. Aber was, wenn man während dem Studium schwanger wird? Egal ob geplant oder nicht: Ein Weltuntergang ist es bestimmt nicht. Im Gegenteil: Nie mehr wird man so viel Zeit haben und so flexibel auf sein Kind eingehen können, wie im Studium. Und glücklicherweise bekommen schwangere Studentinnen mittlerweile auch viel Unterstützung.

Kann man schwanger studieren?

Die gute Nachricht zuerst: Natürlich kann man auch als Schwangere normal weiter studieren. Am besten ist es, wenn direkt nachdem man von der Schwangerschaft erfahren haben Kontakt mit der Frauenbeauftragten und/oder der Familienbeauftragten ihre Hochschule aufnimmt. Die hilft dann bei der Planung des weiteren Vorgehens und berät umfassend zu hochschulinternen Regelungen.
Oft macht es Sinn mehrere Urlaubssemester einzulegen. Allerdings ist es trotz Urlaubssemester möglich viele Studienkurse zu besuchen und sogar Prüfungen mitzuschreiben. Dadurch verliert man nicht den Anschluss und kann genau soviel Studieren, wie man sich zutraut, ohne dem Druck von Fristen und Pflichvorlesungen ausgesetzt zu sein.
Gut zu wissen ist auch, dass im Studium keine Mutterschutzfristen gelten - hat man sich also gegen ein Urlaubssemester und für reguläres Weiterstudieren entschieden, ist man auch während der Mutterschutzfrist nicht automatisch von Prüfungen oder Pflichtvorlesungen befreit.

Wo findet man finanzielle Unterstützung?

Zunächst lohnt es sich oft, sich an der Hochschule nach Stipendien für junge Mütter zu erkundigen, denn oft reicht eine schriftliche Empfehlung eines Dozenten und ein persönliches Motivationsschreiben um Stipendiant zu werden. Auch Studiengebühren (wo vorhanden) entfallen nach Vorlage der Geburtsurkunde.
Auch das BaFöG erhöht sich mit der Geburt eines Kindes. Oft ist es auch möglich, finanzielle Unterstützung für die Erstausstattung zu beantragen. Am besten ist es, direkt mit dem zuständigen Studentenwerk zu sprechen!
Ist es finanziell sehr knapp, kann auch über das Arbeitsamt Wohngeld und Sozialhilfe für das Kind beantragt werden, allerdings erst nach der Geburt.
Die meisten Krankenkassen unterstützt werdende Mütter bereits in der Schwangerschaft mit Hilfen für Schwangerschaft und Geburt. Hier gibt es je nach Krankenkasse Förderungen für Gesundheitskurse, Umstandkleidung, Erstausstattung und vieles mehr - Nachfragen lohnt sich!
Eine weitere hilfreiche Anlaufstelle ist die Stiftung "Hilfe für Mutter und Kind", die sowohl berät als auch finanzielle Unterstützung für alle möglichen Bereiche rund um die Schwangerschaft bereit hält. Informationen hierzu gibt es auf der Website der Bundesstiftung.

Wie gehts weiter?

Ist das Kind erst einmal geboren, ändert sich noch einmal vieles. Wer möchte, kann für sein Kind einen Betreuungsplatz in einer der mittlerweile häufigen Hochschulkrippen buchen und direkt weiter studieren. Vielerorts ist es auch möglich, dass ruhige Kinder ihre Mutter in manche Vorlesungen begleiten. Wichtig ist aber vor allem, dass man offen kommuniziert und bereit ist, gebotene Hilfen anzunehmen. Dann kann eine Schwangerschaftund ein Kind im Studium eine wirkliche Bereicherung sein!