Wichtige Tipps für das Studium der Volkswirtschaftslehre

Rund fünfzig deutsche Hochschulen bieten Studiengänge im Bereich Volkswirtschaftslehre (VWL) an. Dabei handelt es sich meist um sechssemestrige Bachelor- und darauf aufbauende viersemestrige Master-Studiengänge, deren Abschlüsse jeweils europaweit anerkannt sind.

Motive für ein VWL-Studium


Ein VWL-Studium lohnt sich für alle, die sich für die wirtschaftlichen Zusammenhänge interessieren, die die Bewegungen der Märkte im Hinblick auf Angebot und Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen beeinflussen. Die VWL untersucht die Gesamtheit der Faktoren, die menschliches Handeln und gesellschaftliche Entwicklungen unter ökonomischen Bedingungen beeinflussen. Die VWL erforscht dabei, nach welchen Gesetzmäßigkeiten sich wirtschaftliche Entwicklungen auf betrieblicher, regionaler oder internationaler Ebene vollziehen und wie staatliche Eingriffe - beispielsweise die Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen oder geldpolitische Maßnahmen - diese Entwicklungen beeinflussen. Ein VWL-Studium bietet daher interessante Einsichten in die Funktionsweise der Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Politik.

Karrierechancen mit einem VWL-Abschluss

Ein erfolgreich mit einem Bachelor-Abschluss beendetes VWL-Studium ist vielfach der Ausgangspunkt für eine Karriere im Finanz-, Investment- und Versicherungssektor, aber auch im Bereich der Unternehmens- oder Politikberatung sowie im Journalismus. Der Master-Abschluss in VWL ist Voraussetzung für eine wissenschaftliche Laufbahn, die in eine Universitätskarriere mündet. Auch im Finanz- und Beratungssektor wird ein Master-Abschluss gern gesehen, da er vielfach als Nachweis einer gehobenen wissenschaftlichen Kompetenz betrachtet wird. Besonders Unternehmensberatungen und die Finanzbranche bieten attraktive Einstiegsgehälter und ermöglichen Bewerbern mit entsprechender Sprachkompetenz häufig einen lukrativen Auslandseinsatz.

Die wichtigsten Studieninhalte


Ein VWL-Studium vermittelt wirtschaftstheoretisches Basiswissen und ermöglicht Einblicke in die mikroökonomischen Beziehungen der Marktteilnehmer untereinander. Dazu gehören insbesondere Erkenntnisse über die bestimmenden Faktoren bei der Bildung von Preisen von Waren und Dienstleistungen. Die Makroökonomie betrachtet die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge, die auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene sowie branchenbezogen die Entwicklung von Löhnen, Preisen, Arbeitsmarktdaten und Inflationsraten bestimmen. Der Lerninhalt im Bereich Ökonometrie umfasst die Methodik quantitativer (meist empirischer) Untersuchungen des Wirtschaftsgeschehens. Hier werden mathematische, statistische und stochastische Ansätze vorgestellt. Ein VWL-Studium bietet vielfältige Möglichkeiten zur Spezialisierung, etwa auf den Gebieten der Außenwirtschaftstheorie sowie der Industrie-, Regional- oder Umweltökonomie.

Das VWL-Studium sinnvoll strukturieren

Ein VWL-Studium sollte den Vorgaben folgen, die sich aus der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung ergeben. In der ersten Phase des Bachelor-Studiums dominieren der Lehrstoff aus der allgemeinen Wirtschaftstheorie sowie die Vermittlung des Grundwissens auf mathematischem, statistischem und methodischem Gebiet. In der zweiten Phase treten spezielle Lerninhalte aus den Bereichen Mikro- und Makroökonomie in den Vordergrund. Später liegt der Schwerpunkt des Studiums auf Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Die Spätphase des Bachelor-Studiums bietet den Raum für eine erste Spezialisierung. Das Master-Studium dient verstärkt der wissenschaftlichen Ausrichtung.

Hilfsmittel für das Studium

Ein bewährtes Standardlehrbuch ist Mankiw/Taylor, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, mit vielen aktuellen Beispielen aus dem Alltagsleben. Dazu existiert ein nützliches Arbeitsbuch von Marco Herrmann, das ebenfalls im Verlag Schäffer-Poeschel erschienen ist. Hier werden die im Lehrbuch gestellten Fragen beantwortet und kommentiert.

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