Schulden-Alarm bei Amerikas Studenten

Schwierige Zeiten stehen Amerikas Ex-Studenten unmittelbar bevor, denn momentan können sie ihre damals aufgenommenen Darlehen nicht mehr abstottern. Dabei ist die Höhe der aufkommenden Zahlungsausfälle inzwischen so hoch, dass sich ohne weiteres ein direkter Vergleich mit der Immobilienblase von 2007 anbietet. Alarmierend ist die Entwicklung vor allem vor dem Hintergrund, dass das Ganze auch ein Risiko für die Weltwirtschaft darstellt.

Sparschwein steht mit Münzen auf einem Holztisch

Studieren ist in den USA so teuer, dass die Studenten ihre damals aufgenommenen Kredite nicht abbezahlen können. Quelle: KIRATIYA KUMKAEW – 650205763 / Shutterstock.com

Zahlungsverzug der Studenten in den USA beträgt über 1 Billion Dollar

Die Zeiten könnten für amerikanische Ex-Studenten auf finanzieller Ebene kaum schlechter sein, denn viele von ihnen haben während ihrer Studienzeit einen Kredit aufnehmen müssen, um sich das Studium überhaupt leisten zu können. Diesen können allerdings etliche von ihnen nicht vereinbarungsgemäß zurückzahlen und befinden sich deshalb in Zahlungsverzug. Abgesehen davon, dass ein Studienkredit auch bei Studenten in Deutschland enorm beliebt ist, sieht die Lage in den USA weitaus prekärer aus:

  • 44 Millionen Menschen müssen einen Kredit aus dem Studium abbezahlen
  • Die Höhe ist dabei oftmals fünfstellig
  • Insgesamt sind es 1,4 Billionen Dollar, die fehlen

 

Von den 44 Millionen Menschen, die noch einen Kredit aus dem Studium abbezahlen müssen, sind nach aktuellem Stand acht Millionen schon in Verzug. Alarmierend ist, dass die Summe in den letzten Jahren massiv angewachsen ist, wobei sie mittlerweile um 170 Prozent höher ausfällt. Dadurch hat sich der Betrag von 1,4 Billionen US-Dollar ergeben, was im Übrigen ca. demjenigen Geld entspricht, das in Spanien alle Erwerbstätigen Jahr für Jahr verdienen. Ursächlich dafür, dass so viel Geld in den Kassen der Unis fehlt, ist, dass viele Absolventen der Hochschulen nach ihrem Studium nur Stellen finden, die eher schlecht bezahlt sind.

Studieren ist an den amerikanischen Universitäten unheimlich kostenintensiv

Bücher liegen auf einem Stuhl vor amerikanischer Flagge
Mit Studiengebühren haben Studierende in Deutschland zum Glück schon länger nicht mehr zu kämpfen. Quelle: Africa Studio – 555572476 / Shutterstock.com

Ein weiterer Faktor ist ohne Zweifel aber auch, dass das Studium in den USA enorm teuer geworden ist. Wirft man einen Blick auf die genauen Zahlen, so muss man differenzieren zwischen den Kosten an staatlichen Unis und solchen an privaten Hochschulen. Bei ersteren verteuerte sich das Studium im vergangenen Jahr um neun Prozent, bei zweiteren noch um vier Prozent mehr, nämlich um 13 Prozent. Auch bei den Preisen für Verbraucher macht Amerika nicht unbedingt gut von sich reden, denn hier kam es zu einer Zunahme von 2,1 Prozent. Bedenklich ist auch die Höhe der Schulden, die ein Uni-Absolvent heute durchschnittlich im Vergleich zurzeit von vor zehn Jahren hat:

Die Differenz von 14.000 Dollar ist erheblich und macht selbst denjenigen Ex-Studenten zu schaffen, die heute nicht in der misslichen Lage sind, einen nur schlecht bezahlten Job ausüben zu müssen. Insgesamt lässt sich somit festhalten, dass die Wirtschaft Amerikas vor einem nicht gerade kleinen Problem steht, dessen Lösung zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss erscheint.

Amerikanische Unis könnten wie die Banken damals ins Wanken kommen

Vor der Universität von Chicago ist ein Schild angebracht

Nicht nur an der University of Chicago werden jedes Jahr Studienkredite in großer Höhe vergeben. Quelle: Jannis Tobias Werner – 260418233 / Shutterstock.com

Dafür wirft die gesamte Situation auch die Frage auf, ob und wann die entstandene Blase an den Unis platzen könnte. Nimmt man als Beispiel die University of Phoenix, so lässt sich konstatieren, dass hier bereits jeder vierte Kredit ausfällt. Die Studiengebühren, die hier gezahlt werden müssen, stehen in einem krassen Missverhältnis zu dem Gehalt, das die Absolventen später verdienen, denn ansonsten würde die Abbezahlung auch problemloser funktionieren. Gerade auch im Vergleich zu den Gebühren für ein Studium in Deutschland sind die amerikanischen Zahlen erschreckend. Während hierzulande die Studiengebühren glücklicherweise abgeschafft worden sind, muss ein Student an der University of Phoenix für vier Jahre ca. 60.000 Dollar bezahlen. Unnötig zu erwähnen, dass diese Summe in den ersten Berufsjahren nur in den seltensten Fällen annähernd verdient wird:

  • Ein durchschnittlicher Absolvent verdient ca. 53.000 Dollar im Jahr

Dies geht aus Untersuchungen hervor, die das US-Bildungsministerium angestellt hatDie auffälligen Diskrepanzen könnten in nicht allzu ferner Zukunft dafür sorgen, dass Amerikas Hochschulen in eine sehr schwierige Lage kommen, in der sie zwischen der Aufrechterhaltung ihres Lehrbetriebes und der Freigabe immer neuer Studienplätze abwägen müssen.

Aufnahme eines Studienkredits ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden

Die Voraussetzungen für Studienkredite sind strikt

Infografik: Bei der Aufnahme eines Studienkredits sollten sich Studenten in jedem Fall vorab gründlich informieren. Infografikquelle: auxmoney.com

Amerika ist bei Studenten hierzulande für ein Auslandsstudium nicht gerade beliebt und die Gründe liegen auf der Hand. Selbst wer in einer teuren Stadt wie London studieren möchte, muss bei weitem nicht so viel Kapital in die Hand nehmen, wie das in den USA der Fall ist. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, wie man sich das Ganze trotzdem ermöglichen kann. Grundsätzlich stehen für die Finanzierung mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

1.    KfW-Studienkredit
2.    Bildungskredit des Bundes
3.    DKB-Studenten-Bildungsfonds

Grundsätzlich gibt es im Wesentlichen aber nicht abschließend drei verschiedene Ansätze, die für ein Auslandssemester gewählt werden können. Teilweise ist sogar ein komplettes Studium im Ausland möglich. Beliebt ist der KfW-Studienkredit, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau vergeben wird. Voraussetzung ist hierbei unter anderem, dass eine Immatrikulation an einer deutschen Hochschule besteht und der Student bei Studienbeginn höchstens 44 Jahre alt ist. Diese Möglichkeit bietet sich also nicht für den Fall an, dass ein komplettes Studium finanziert werden soll. Das sieht bei dem Bildungskredit des Bundes schon besser aus, allerdings eignet sich dieser nur für die Endphase eines Studiums. Möglich ist ein komplettes Vollstudium im Ausland hingegen bei den DKB-Studenten-Bildungsfonds. Auch ein Fach- oder Hochschulwechsel ist hierbei kein Problem.