Rechtswissenschaft (Juristische Prüfung)

Studienverlauf

Das Studium gliedert sich in Pflichtfächer, die das Deutsche Richtergesetz zwingend vorschreibt, und Schwerpunktbereiche mit Wahlmöglichkeiten. Die Prüfung der Schwerpunktbereiche ist inzwischen mit einem Anteil von 30% vollständig auf die Universitäten verlagert worden; die staatliche Prüfung beschränkt sich mit einem Anteil von 70% auf die Pflichtfächer.

Die Regelung der näheren Einzelheiten erfolgt in jedem Bundesland in eigenen Landesgesetzen und Rechtsverordnungen; im Saarland im Juristenausbildungsgesetz (JAG), sowie in der Juristenausbildungsordnung (JAO).

Das ordnungsgemäße Studium (§ 5 JAG) besteht aus einem Pflichtfach- und einem Schwerpunktbereichsstudium. Das Pflichtfachstudium gliedert sich in das Grundstudium (1. Studienjahr), das Hauptstudium (2. und 3. Studienjahr) und das Vertiefungs- und Wiederholungsstudium (4. Studienjahr). In jeder der für die ersten drei Studienjahre vorgesehenen Lehrveranstaltungen können durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Prüfung (i. d. R. Klausur) Leistungspunkte erworben werden (2 Punkte je Wochenstunde einer Lehrveranstaltung). Für den Übergang von einem Studienjahr in das nächste müssen von maximal 72 Punkten mindestens 50 nachgewiesen werden.

Im Pflichtfachstudium besteht Teilnahmeverpflichtung an Lehrveranstaltungen in allen Prüfungsfächern (§ 8 JAG): Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht, Verfahrensrecht, Rechtsphilosophie und -geschichte sowie Grundlagen und Methoden der Rechtswissenschaft. Dazu gehört auch die erfolgreiche Teilnahme an je einer Übung im Bürgerlichen Recht, Strafrecht und Öffentlichen Recht.

Während des Schwerpunktbereichsstudiums muss in einem der folgenden Schwerpunktbereiche

  • Deutsches und internationales Vertrags- und Wirtschaftsrecht
  • Deutsches und internationales Steuerrecht
  • Deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht
  • Internationales Recht, Europarecht und Menschenrechtsschutz
  • Deutsches und internationales Informations- und Medienrecht
  • Deutsche und internationale Strafrechtspflege, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht
  • Französisches Recht
  • Deutsches und europäisches Privatversicherungsrecht
  • IT-Recht und Rechtsinformatik


an Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 8 bis 10 Semesterwochenstunden (inkl. wirtschaftswissenschaftlicher Lehrinhalte) sowie an Veranstaltungen zur Ergänzung und Vertiefung sowie zur Examensvorbereitung im Umfang von 8 SWS teilgenommen werden.

Darüber hinaus ist mindestens eine Lehrveranstaltung zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen (wie z. B. Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Streitschlichtung) zu besuchen sowie der Nachweis einer rechtswissenschaftlichen Fremdsprachenkompetenz zu erbringen. Lateinkenntnisse sind nützlich, aber nicht vorgeschrieben, auch nicht für die Promotion an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes.

Während der vorlesungsfreien Zeit müssen praktische Studienzeiten von insgesamt drei Monaten abgeleistet werden, und zwar nach freier Wahl bei Gerichten, Rechtsanwält/inn/en, Rechtsabteilungen von Wirtschaftsunternehmen u. a. Mindestens ein Monat soll bei einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt abgeleistet werden.

In der Studienordnung für den Studiengang Rechtswissenschaft und Ordnung für die Schwerpunktbereichsprüfung werden die näheren Einzelheiten betreffend Inhalt und Aufbau des Studiums geregelt und das zu gewährleistende Lehrangebot bestimmt.

Der Studienplan enthält Angaben über den zeitlichen Verlauf, den Gegenstand und den Umfang der Lehrveranstaltungen und legt fest, in welchen Lehrveranstaltungen wieviele Leistungspunkte erworben werden können.

Für die erstmalige Ablegung der staatlichen Pflichtfachprüfung gilt die so genannte "Freischuss"-Regelung. Sie beinhaltet einen risikolosen Prüfungsversuch, der bei Nichtbestehen als nicht unternommen gilt. Voraussetzung ist allerdings ein ununterbrochenes Studium der Rechtswissenschaft von höchstens acht Semestern; Zeiten eines Rechtsstudiums im Ausland oder einer Beurlaubung aus wichtigem Grund (z. B. Krankheit) bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.

 

 

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