Plötzlicher Tod von Sportlern

In Deutschland sterben jährlich über 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod, davon aber ‚nur‘ einige Hundert beim Sport. Die Häufigkeit plötzlicher Herztodesfälle bei jungen Sportlern wird mit 0,5 bis 3 pro 100.000 und Jahr angegeben und steigt ab dem 35. bis 40. Lebensjahr an. Das Risiko eines plötzlichen Herztodes ist abhängig vom Geschlecht (in 90% sind Männer betroffen), vom Alter (am häufigsten bei 40- bis 50-Jährigen) und von der Belastungsintensität (höheres Risiko bei höherer Belastungsintensität). Die weitaus häufigste Ursache nicht-traumatischer Todesfälle im Sport stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar, wobei üblicherweise zwischen Sportlern unter und über 35 Lebensjahren differenziert wird. Bei jungen Sportlern unter 35 Jahren sind hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), Koronaranomalien, Myokarditis und arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie ursächlich führend, während ab dem 35. Lebensjahr die koronare Herzerkrankung dominiert. In 2-5% der Fälle lässt sich in der Autopsie eine normale kardiale Morphologie nachweisen, dann sind ‚elektrische Herzerkrankungen‘ wie das Brugada- und Long-/Short QT-Syndrom und die katecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardie die Ursache für den plötzlichen Herzstillstand. Die Ursachen plötzlicher Herztodesfälle zeigen regional unterschiedliche Verteilungsmuster und die Rolle der Ethnizität ist nicht vollständig geklärt. Aus diesen Gründen besteht ein Bedarf an nationalen Registern, die prospektiv plötzliche Todesfälle von Wettkampf- und Freizeitsportlern aus unterschiedlichen Regionen erfassen.




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Dr. med. Philipp Bohm

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